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Keller des Hauses Neustraße in Gemen unter Denkmalschutz
Borken - 20. März 2003. (pet). Einstimmig hat der Rat gestern den Keller des Hauses Neustraße 5 in Gemen in die städtische Denkmalliste aufgenommen. In dem historischen Gemäuer befindet sich ein altes jüdisches Ritualbad (die BZ berichtete). Die so genannte Mikwe geht möglicherweise bis auf das 18. Jahrhundert zurück und ist nach Ansicht von Fachleuten einmalig im Münsterland.
Noch nicht fest steht, wie intensiv die zwei betagten, knapp 1,80 Meter hohen Räume der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können und sollen. Hausherr ist Friseurmeister Berno Rohring. Er ist stolz auf sein geschichtsträchtiges Haus, das einst der jüdischen Gemeinde zum Beten diente, und gewährt interessierten Kunden und Gästen gerne Einblick in die Mikwe.
Eine Besichtigung setzt allerdings eine gewisse Gelenkigkeit voraus: Hinter der Kellertür zwischen Damen- und Herrensalon muss man eine Stiege hinunterkrabbeln und sich unter einer Zwischendecke ducken, bevor man im vorderen der zwei schmucklosen Räume. Im hinteren tut sich ein Schacht auf, in dem etwas Grundwasser dümpelt - das ursprüngliche Bad. Durch das Kellerfenster, das dem Ritus gemäß nach Westen ausgerichtet ist, fällt spärliches Licht. An den Wänden des niedrigen Gewölbes nagt der Zahn der Zeit. An den Kopfseiten befinden sich Mauervorsprünge. Sitzgelegenheit für Wartende? Schwarzer Staub auf dem Boden deutet auf eine zeitweilige Verwendung als Kohlenkeller. Das mag auch Indiz für die Unwissenheit - oder Gleichgültigkeit - früherer Eigentümer und Nutzer gegenüber jüdischer Geschichte sein.
Der städtische Denkmalschützer Hubert Effkemann indes hält die beengten Verhältnisse und den Charakter der Räume für Besucherströme für ungeeignet. Ihm schweben feste Termine, etwa zum Tag des offenen Denkmals, vor.
Borkener Zeitung - 19. 03. 2003
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