Bocholt, 01. April 2003
15-jähriges Mädchen volltrunken ins Krankenhaus
Wieder Trinkgelage auf Spielplatz: Stadtwacht erwischt Jugendliche dreimal in einer Nacht
Bocholt (pd).
In der Nacht von Freitag auf Samstag erwischte die Bocholter Stadtwacht 5 Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren bei einem Trinkgelage auf dem kleinen Spielplatz am Aasee. Es sollte in dieser Nacht nicht die einzige Begegnung sein – noch zweimal danach fielen die Jugendlichen der Stadtstreife unangenehm auf. Und ein 15-jähriges Mädchen hatte Glück im Unglück: Sie war dermaßen betrunken, dass ein Krankenwagen gerufen werden musste.
Gegen halb zehn abends kam es zur ersten Begegnung: Die Jugendlichen hatten es sich mit zwei Kisten Bier auf dem Aasee-Spielplatz, der übersät war mit Müll und leeren Flaschen, gemütlich gemacht. Die Stadtwacht nahm die Personalien auf, ließ den Platz aufräumen und erteilte Platzverweise, denn auf Spielplätzen ist der Konsum von Alkohol und der Aufenthalt zu später Stunde nicht erlaubt. Außerdem wiesen sie speziell das 15-jährige Mädchen eindringlich darauf hin, dass sie aufgrund ihres Alters noch keinen Alkohol trinken dürfe.
Die Ermahnung schlug das Mädchen offenbar leichtsinnig in den Wind: Knapp eineinhalb Stunden später traf die Stadtwacht bei der Nachkontrolle das Mädchen erneut an. Sie war nahezu bewegungsunfähig und so volltrunken, dass sie sich übergeben musste. Die Mitarbeiter der Stadtwacht leisteten Soforthilfe, da sie drohte, an ihrem Erbrochenen zu ersticken. Kurze Zeit später traf der Krankenwagen ein.
Ihr Saufgelage hatten die Jugendlichen rund 50 Meter vom Spielplatz entfernt auf zwei Bänke am Aasee verlagert. Auf dem Boden lag diesmal auch eine Flasche mit Korn.
Bei einer späteren Nachkontrolle der Stadtwacht war der Spielplatz gegen 0.30 Uhr zwar geräumt, dennoch kam es erneut zum Deja-vu, diesmal in Nähe der Moselstraße: Zu dieser Zeit besorgten sich die Jugendlichen gerade eine neue Kiste Bier an einer Tankstelle. Die Stadtwacht forderte die Jugendlichen letztmalig auf, sofort nach Hause zu gehen, da sonst die Polizei eingeschaltet würde.
Nach einem Vorfall aus der Vorwoche ist dies binnen kurzer Zeit schon das zweite Mal, dass Spielplätze zu Party-Zonen für Trinkgelage Jugendlicher werden. Die Stadt will diesen Tendenzen konsequent Einhalt gebieten. "Wir werden die Spielplätze in den kommenden Monaten regelmäßig durch unsere Stadtwacht überprüfen lassen", kündigt Johannes Kolks, Fachbereichsleiter für Öffentliche Ordnung, an. Trinkgelage würden nicht geduldet, Schäden durch Vandalismus sofort zur Anzeige gebracht und Missachtung von Platzverweisen mit Geldbußen geahndet.
Die Eltern und Erziehungsberechtigten werden vom Fachbereich Jugend über das nächtliche Treiben des Nachwuchses schriftlich informiert. "Es kann nicht sein, dass Jugendliche sich fast bis zur Bewusstlosigkeit mit Alkohol abfüllen. Hier sind in erster Linie die Eltern und Erziehungsberechtigten gefragt", sagt Benedikt Püttmann vom Fachbereich Jugend, Familie und Sport.