Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
[Alle Meldungen]
[Medienarchiv]
[E-Mail-Abo]
[Suche]

[Druckansicht]

Magdeburg, 04. April 2003
Theaterfest #3 heaven
Freie Kammerspiele Magdeburg

Magdeburg. Das Theaterfest #3 heaven mit zwei Premieren, einem Gastspiel und einer szenischen Lesung steigt am Freitag, 11.4., und Sonnabend, 12.4. in den Freien Kammerspielen. Enrico Lübbe – dem Publikum der Freien Kammerspiele bekannt durch seine erfolgreiche Inszenierung von Strindbergs "Fräulein Julie" – führt Regie bei Henrik Ibsens Klassiker "Die Wildente" (Premiere am 11.4.) Siebzehn Jahre hat Gregers Werle in der Abgeschiedenheit des väterlichen Sägewerkes verbracht. Er war dorthin geflüchtet aus Ekel vor seinem Vater, der nach Unregelmäßigkeiten in seinem Unternehmen seinen Kompagnon Ekdal beschuldigte und ins Gefängnis gebracht und Gregers’ Mutter fortgesetzt mit Dienstmädchen betrogen hatte. In der Waldeinsamkeit entwickelt Gregers seine Theorie über ein Zusammenleben in Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit. Nun kehrt er zurück, trifft auf Ekdals Sohn Hjalmar und bemerkt, dass auch ihm vom alten Werle übel mitgespielt worden ist. Doch Hjalmar ahnt nichts. Mit Gregers‘ Entschluss, Hjalmar aufzuklären, beginnt eine Tragödie. Am Ende ist eine Familie zerstört. Und es stellt sich die Frage, wie viel Wahrheit der Mensch vertragen kann – oder ob nicht die "Lebenslügen" vorzuziehen sind. "Himmel ist im Kopf von denjenigen, die eine Utopie haben. Himmel ist Utopie, Kino, Gegenwelt, Fantasie...", sagt Matthias Brenner, Regisseur des Stücks "Heaven" des Kanadiers George F. Walker. Die Freien Kammerspiele zeigen "Heaven" als Deutschsprachige Erstaufführung. Bei "Heaven" geht es heftig zur Sache: Jimmy, ein Menschenrechtsanwalt wird von dem Polizisten Karl mit der Pistole bedroht. Ein gemeinsamer Freund hat sich aus Verzweiflung das Leben genommen. Denn Jimmy hatte diesen vor Gericht gebracht, weil er einen Schwarzen aus – wie Jimmy glaubt – rassistischen Gründen erschossen hat. Denn Jimmy engagiert sich seit Jahren für die Entrechteten und Unterdrückten. Sein kompromissloses Engagement hat jedoch Spuren hinterlassen: er hat sich seiner Frau, den Verwandten und Kollegen entfremdet. Mit der Bedrohung durch Karl geht der Schrecken aber erst los, der Menschenleben kostet. Am Ende finden sich alle "in heaven", im Himmel, wieder. Aber der Himmel erfüllt durchaus nicht die gängigen Erwartungen. "Heaven" ist ein wendungsreicher, bitterkomischer und hochaktueller Krimi über den modernen Menschen im globalisierten Weltdorf nach der Jahrtausendwende. "Es ist ein boshaftes Stück, das mit Gefühlen spielt", sagt Regisseur Matthias Brenner, der "Heaven" vor allem als Stück gegen verlogene "political correctness" und gegen jedwede Verstaatlichung von Gefühlen versteht. Der Humor wird bei Brenners Inszenierung nicht zu kurz kommen: "Der Zuschauer soll mit leichtem, lachendem Herzen aus der Vorstellung gehen. Es ist für mich uninteressant zu zeigen, wie die Welt aussieht. Das weiß jeder, und kaum jemand will das abends noch auf der Bühne sehen. Es ist eher ein Bericht darüber, wie wir leben könnten, wenn wir dürften und wollten. Man müsste nur ein wenig Fantasie entwickeln." Nach der Premiere können die Zuschauer aus zwei Angeboten wählen. Ein weiteres neues, in Deutschland noch nicht gespieltes kanadisches Stück stellen die Freien Kammerspiele in einer Schauspielerlesung vor. Iris Albrecht, Christiane Höfler, Enrique Keil und Andree-Östen Solvik lesen aus dem Stück "Steinasche" des franko-kanadischen Autors Daniel Danis. Der 40jährige Clermont hat seine Frau durch ein Verbrechen verloren und lässt sich nach langer Irrfahrt durchs Land in einer ländlichen Gegend nieder. Um sich von seinen quälenden Erinnerungen abzulenken, richtet er ein altes Haus her. Den Kontakt zur Aussenwelt hat der ehemalige Städter abgebrochen – seine einzige Ansprechpartnerin ist seine heranwachsende Tochter Pascale. Die 33jährige Shirley ist die Anführerin einer Horde von wilden Jungs, die sie bewundern und ihr überallhin folgen. Bandenkollege Coco liebt Shirley, aber Shirley begehrt Clermont. Wegen der Gleichgültigkeit Clermonts schwört Shirley der Bande, ihm einen Denkzettel zu verpassen. Dann aber verliebt sich auch Clermont in Shirley, doch die Bande besteht darauf, dass Shirley ihr altes Versprechen einlöst. Nach einem Fest fingiert die Bande einen Unfall und löst damit eine Tragödie aus. "Steinasche" ist eine sehr poetische und gleichzeitig fesselnde Geschichte von der großen Hoffnung jedes Menschen auf ein lebbares Glück. Der 1962 Autor und bildende Künstler Daniel Danis erfindet alte Mythen und Urgewalten neu und konfrontiert sie mit der neuen Zeit. Parallel dazu läuft im Studio läuft ab 21.30 Uhr "Bombsong" von Thea Dorn, ein Gastspiel des Berliner Maxim Gorki Theaters. In einem kleinen roten Koffer aus der Kinderzeit steckt die Bombe, mit der die Protagonistin gleich den Potsdamer Platz in die Luft jagen will. Der jungen Frau fehlt nichts – sie hat alles. Leerlauf, Langeweile und Überdruss überschlagen sich im Hass auf eine Welt, die scheinbar keinen Sinn mehr produziert. In der Presse hieß es: "Die Dame mit dem Kinderkoffer hat keine Hemmungen, die Bombe im Koffer auch zu zünden. Thea Dorn hat mit ,Bombsong‘ einen Monolog geschrieben, der zwischen hellsichtiger Gesellschaftskritik, blindem Fanatismus und nackter Verzweiflung balanciert." In der Regie Rafael Sanchez spielt Anya Fischer. Bühne und Kostüme: Tatjana Lyssenko. Beide Tagen des Theaterfestes münden in das nachtcafé laut, der öffentlichen Theaterfestparty mit DJ.

[Zurück]


Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
Telefon: (03 91) 5 40 27 69
FAX: (03 91) 5 40 21 27
E-Mail: presse@magdeburg.de
URL: www.magdeburg.de

Die Pressestelle "Landeshauptstadt Magdeburg" ist Mitglied bei presse-service.de [http://213.179.128.119/]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren. presse-service.de