Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 05. Mai 2003
Erhaltungssatzungen sollen städtebaulich wertvolle Siedlungskerne schützen
Am kommenden Donnerstag entscheidet der Stadtrat

Mit insgesamt 13 Erhaltungssatzungen will die Landeshauptstadt Magdeburg Bereiche mit wertvoller städtebaulicher Gestalt bewahren. Sie ergänzen die Erhaltungssatzung "Südliches Stadtzentrum", die bereits seit 1993 wirksam ist. "Mit den Satzungen soll der individuelle bauliche Charakter von mehreren Stadtgebieten erhalten werden", nennt der Abteilungsleiter für vorbereitende Bauleitplanung im Stadtplanungsamt, Peter Krämer, das Ziel der Erhaltungssatzungen. "Sie sind damit für Magdeburg ein wichtiges Instrument, um die städtebauliche Entwicklung von Stadtteilen zu beeinflussen. Die jeweiligen Erhaltungsziele gelten außerdem als Maßstab für die Genehmigungsfähigkeit geplanter Bauvorhaben."

Die Erhaltungssatzungen stehen aber auch in enger Verbindung mit dem vom Stadtrat beschlossenen Stadtumbaukonzept. Das Konzept weist im Zusammenhang mit der sinkenden Nachfrage an Siedlungsfläche und mit dem hohen Wohnungsleerstand in der Landeshauptstadt Magdeburg so genannte Kernbereiche aus. Diese Kernbereiche definieren funktionsfähige Kerne der Stadtteile, die mit Hilfe von Fördermitteln gestützt werden sollen. Gefördert werden soll dabei die Modernisierung von Wohnraum und die Aufwertung des Wohnumfelds.

"Die vom Stadtplanungsamt erarbeiteten Satzungen unterstützen das städtebauliche Ziel, prägende historische Siedlungskerne zu erhalten und wichtige Stadtbereiche gezielt zu fördern", so Peter Krämer. "Dies ist eine wichtige Voraussetzung für den Stadtumbau, um das Gesamtbild der Stadt zu wahren."

Wenn der Stadtrat am kommenden Donnerstag die Satzungen beschließt, haben diese auch rechtliche Auswirkungen für die Eigentümer von Immobilien in den jeweiligen Satzungsgebieten. "Um nachteilige Beeinträchtigungen des Ortsbildes und seiner städtebaulichen Eigenart zu verhindern, unterliegt in den Satzungsgebieten jeder Neubau, jeder Rückbau und jede bauliche Veränderung einem besonderen Genehmigungsvorbehalt", macht Peter Krämer auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam. "Eine entsprechende Genehmigung kann beispielsweise versagt werden, wenn die in der Satzung genannten städtebaulichen Erhaltungsziele durch das Vorhaben beeinträchtigt werden. In solchen Fällen werden wir vorher das Gespräch mit dem jeweiligen Bauherren suchen, um eine städtebaulich verträgliche Alternative zu finden."

Immobilieneigentümer, die in Satzungsgebieten Mietwohnraum kaufen oder sanieren wollen, können beim Bund Zulagen von bis zu 22 Prozent des Investitionsvolumens erhalten. Diese Förderung ist für bis zum Ende des Jahres 2004 abgeschlossene Arbeiten möglich. Sie wird auf Antrag vom Finanzamt ausgereicht. Die Beantragung kann bis zu vier Jahre nach Abschluss der Arbeiten erfolgen, also bis zum Jahr 2008. Voraussetzung ist, dass der Kauf oder die Modernisierungsmaßnahmen Mietwohngebäude betreffen, die bis 1949 (bei denkmalgeschützten Gebäuden bis 1959) gebaut wurden. Sollte der Stadtrat die Erhaltungssatzungen beschließen, liegt für interessierte Bauherren ab dem kommenden Freitag beim Stadtplanungsamt, An der Steinkuhle 6, Tel.: 03 91/5 40 54 24 ein Merkblatt mit weiteren Informationen bereit.

Für die folgenden 13 Stadtgebiete hat das Stadtplanungsamt Erhaltungssatzungen erarbeitet:

Alte Neustadt

Die Alte Neustadt bildet ein wichtiges Bindeglied zwischen der Altstadt und den nördlich angrenzenden Stadtgebieten. Die in die Satzung einbezogenen Gebäude stellen im Zusammenhang wichtige räumliche Straßenkanten her, an denen sich die Stadt präsentiert und die zugleich das Rückgrat für die angrenzenden Gebiete bilden. Ein großer Teil der gründerzeitlich geprägten Alten Neustadt wurde im II. Weltkrieg zerstört, nur wenige Straßenzüge überstanden den Krieg. Dazu zählen insbesondere die Bereiche westlich der Lüneburger Straße/Gareisstraße sowie die Villenbebauung um den Geschwister-Scholl-Park. Die Lüneburger Straße selbst ist als wichtige Hauptstraße in ihrer Straßenrandbebauung zu erhalten, insbesondere die denkmalgeschützte Bausubstanz wie das AOK-Gebäude. Der erhaltenswerte Bereich um den historischen Neustädter Bahnhof schließt die Alte Neustadt nach Norden hin ab. Insgesamt weist der Stadtteil eine sehr heterogene Bebauungsstruktur mit vielen Brüchen zwischen Strukturen unterschiedlicher Epochen auf. Die aus mehrfacher Zerstörung resultierenden homogenen Teilquartiere des Stadtteiles stellen ein wichtiges städtebauliches Potential dar, welches erhalten werden soll.

Cracau

Die Bebauung in Cracau ist sehr vielfältig und spiegelt gleichzeitig die Entwicklung des Stadtteils wieder. Der alte Dorfkern befindet sich auf ehemals hochwasserfreien Sanddünen im Bereich um die Kirche "St. Briccius". In den 30er Jahren wurde er nach Süden im Bereich der Seestraße um ein Quartier mit Stadtvillen erweitert. Ebenfalls aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts stammt die Siedlung Cracau östlich und westlich der Cracauer Straße. Sie ist als Gesamtanlage ein Beispiel für den sozialen Wohnungsbau im Stil des Neuen Bauens, der in räumlich ausgedehnten Bauvorhaben zusammengefasst wurde. In der Siedlung wurde der Durchgangsverkehr deutlich vom Individualverkehr der Wohnstraßen getrennt. Eine zeilenartige Blockrandbebauung schuf große begrünte Innenhofflächen, deren Größe so bemessen ist, dass bei der dreigeschossigen Bebauung auch jede Erdgeschosswohnung gut belichtet wird. Die Siedlung Cracau setzt sich durch ihre klare Gestaltung, Geschlossenheit und städtebauliche Dichte von der übrigen Bebauung im Stadtteil deutlich ab. Sie ist von einem herausragenden denkmalpflegerischen Wert, die Siedlungsgebäude stehen unter Denkmalschutz.

Westerhüsen

Westerhüsen, erst 1919 eingemeindet, ist der südöstlichste Stadtteil der Landeshauptstadt Magdeburg. Der alte Dorfkern östlich der Hauptstraße Alt Westerhüsen weist deutlich gewachsene Strukturen im Straßenbild auf. Hier gibt es im Bereich um die Kirche "St. Stephanus" noch einige große Höfe in Backstein- oder Natursteinmauerwerk mit Rundbogentoren. Bei der Bebauung handelt es sich insgesamt um ein- bis dreigeschossige Ein- und Mehrfamilienwohnhäuser in offener Bauweise. Die Hauptstraße Alt Westerhüsen und der Bereich westlich davon ist überwiegend durch zwei- bis dreigeschossige großstädtische Mietshäuser geprägt. Hier handelt es sich um eine relativ dichte straßenbegleitende Bebauung. Ein interessantes Zeugnis der Wohnungsbaugeschichte Magdeburgs in den 20er und frühen 30er Jahren ist die Siedlung Welsleber Straße.

Werder

Während der südliche Teil des Werders durch einen ausgedehnten öffentlichen Grünbereich mit bedeutenden Kultur- und Freizeitstätten geprägt ist, konzentriert sich im nördlichen Teil Wohnbebauung. Das Gebiet hat innerhalb der Stadtstruktur durch seine landschaftlich reizvolle Lage zwischen zwei Elbarmen und seiner Nähe zur Innenstadt sowie durch den angrenzenden Rothehornpark und den Herrenkrugpark als Wohngebiet eine besondere Bedeutung. Der zentrale Bereich des Werders weist eine sehr heterogene städtebauliche Struktur auf. Die ursprünglich sehr dicht überbauten, gründerzeitlich geprägten Quartiere sind trotz der starken Kriegszerstörungen noch in Fragmenten erhalten. Im nördlichen Bereich des Werders hat sich eine kleinteiligere Baustruktur in Form von zwei- bis dreigeschossigen Stadtvillen entwickelt. In den durch Kriegszerstörungen hervorgerufenen Baulücken wurden in der DDR-Epoche mehrere Wohnungsbaustandorte entwickelt. Hierzu gehören unter anderem die beiden 16-geschossigen Hochhäuser im Bereich der Anna-Ebert-Brücke. In der heutigen Bebauung des Werders sind noch deutlich die einzelnen Zeitabschnitte wiederzuerkennen. Viele ältere Bauten stehen unter Denkmalschutz.

Sudenburg

Die heutige Sudenburg entstand wie die Neue Neustadt ab 1812 als Napoleonische Gründung entlang der Hauptachse der Halberstädter Straße. Ein Zentrum des Quartiers ist an dem Platz um die Kirche "St. Ambrosius". Die Bebauung der Sudenburg stellt sich sehr vielfältig dar und spiegelt gleichzeitig die Entwicklung des Stadtteils wider. Die städtebauliche Struktur Sudenburgs kann in sechs Bereiche gegliedert werden. Dazu gehören die Napoleonische Gründung, der Bereich Heidestsraße, die Braunschweiger Straße, die Gegend um den Schneidersgarten, der Bereich Fichtestraße/Wolfenbüttler Straße sowie die Klausenerstraße. Der Stadtgrundriss der Napoleonischen Gründung basiert auf einem rechtwinkligen Straßensystem zwischen der Halberstädter Straße, der Bergstraße, der Schöninger Straße und der Rottersdorfer Straße. Noch heute stehen hier klassizistisch geprägte, eingeschossige Wohnhäuser. Auch mehrgeschossige Wohnhäuser aus der Zeit des Klassizismus und dem Neubarock sind in der geschlossenen straßenbegleitenden Bebauung vorhanden. Genau wie in den anderen Straßenbereichen Sudenburgs stehen zahlreiche Häuser und Gebäude unter Denkmalschutz.

Stadtfeld Ost

Im heutigen rechtwinkligen Straßensystem von Stadtfeld ist ein schachbrettartiger Aufbau des Stadtteiles sichtbar. Neben der Großen Diesdorfer Straße und der Olvenstedter Straße sind der Olvenstedter Platz und der Schellheimer Platz strukturbestimmend. Die Goetheanlage beidseitig der Schrote und die am Ostrand des Gebietes liegenden Glacisanlagen sind die einzigen nennenswerten öffentlichen Grünflächen im Stadtteil. Zwischen den Wohnquartieren liegen mittlere und kleinere Gewerbebetriebe. Die städtebauliche Struktur wird überwiegend durch Blockrand-Quartierbebauung der Gründerzeit sowie des Jugendstils geprägt und gilt als am besten erhaltene Gründerzeitstruktur Magdeburgs. Im gesamten Stadtteil gibt es über 900 Baudenkmale. Das Erhaltungsgebiet wird im Norden zur Albert-Vater-Straße durch die Siedlung Westernplan abgeschlossen, die als genossenschaftliche Gartenstadtanlage zwischen 1923 und 1936 entstand. Zum Satzungsgebiet im östlichen Teil von Stadtfeld gehört auch die Ganghofer Siedlung. Die Siedlung zwischen der Albert-Vater-Straße und dem Olvenstedter Platz umfasst die Olvenstedter Chaussee, den Goldschmidtring, die Heimat-Privatstraße und die Ganghofer Straße. Der 1929 errichteten Siedlung liegt die für die 20er Jahre typische Grundidee der großen begrünten Innenhofflächen zugrunde. Die Ganghofer-Siedlung steht insgesamt unter Denkmalschutz.

Stadtfeld West

Zum Satzungsgebiet Stadtfeld West gehören die Beims-Siedlung, die Encke-Kaserne und das Wohngebiet "Am Schroteanger". Die Hermann-Beims-Siedlung wurde zwischen 1925 und 1929 errichtet. Als Pilotprojekt des von Bruno Taut und Johannes Göderitz initiierten Neuen Bauens markiert die Siedlung den Beginn einer neuen Ära des sozialen Wohnungsbaus in der Weimarer Republik. Bereits 1980 wurde die Hermann-Beims-Siedlung als "Denkmal des Städtebaus" unter Schutz gestellt. Die 1913 fertiggestellte Encke-Kaserne wurde auf dem Gelände des nach 1866 entstandenen Forts IV gebaut und diente bis 1991 als Militärkaserne. Sie steht als historisch bedeutsames Ensemble der Festungsgeschichte Magdeburgs unter Denkmalschutz. Die Siedlung "Am Schroteanger" steht nicht unter Denkmalschutz, ist jedoch in ihrer städtebaulichen Gesamtgestalt als wertvoll einzustufen. Charakteristisch ist die straßenbegleitende Bebauung mit zweigeschossigen Mehrfamilienreihenhäusern, die insbesondere für Familien mit Kindern konzipiert wurde. Aus den zwar schmalen, aber doch sehr tiefen Grundstücken resultiert eine insgesamt lockere Siedlungsstruktur mit einem hohen Grünanteil.

Leipziger Straße

Der Stadtteil Leipziger Straße entwickelte sich durch die zunehmende Bebauung der Hauptausfallstraße Richtung Halle/Leipzig ab der Mitte des 19. Jahrhunderts. Bedingt durch die Rayonbestimmungen der Festungsstadt Magdeburg bildete sich zunächst eine straßenbegleitende Bebauung ausschließlich in Fachwerkbauweise. Mit der Aufhebung der Rayonbestimmungen 1891 entstanden entlang der Leipziger Straße Wohngebäude in historisierendem Baustil sowie neue abgeschlossene Wohnsiedlungen, wie etwa die Villenkolonie an der Lennéstraße/Humboldtstraße, die genossenschaftlichen Siedlungen zwischen Raiffeisenstraße und Helmholtzstraße oder an der Wiener Straße. Die Bebauung entlang der Leipziger Straße stellt eine wichtige räumliche Straßenkante her, an der sich die Stadt präsentiert und die zugleich das Rückgrat für die anschließenden Gebiete bildet.

Salbke

Der bereits im 9. Jahrhundert geschichtlich erwähnte Stadtteil Salbke weist noch dörfliche Strukturen auf, die insbesondere im Bereich der Repkowstraße, in unmittelbarer Umgebung des alten Klosterhofes sowie der beiden Dorfkirchen "St. Gertrauden" und "St. Johannes Baptist" deutlich am Straßenbild zu erkennen sind. Hier gibt es noch einige große Höfe mit Backsteingebäuden und Rundbogentoren. Die übrige Wohnbebauung besteht aus meist zwei- bis dreigeschossigen Ein- und Mehrfamilienwohnhäusern, die traufständig zur Strasse stehen. Die Hauptstraße Alt Salbke ist ähnlich der Hauptstraße Westerhüsens überwiegend durch zwei- bis dreigeschossige großstädtische Mietshäuser geprägt. Neben dem historischen Ortskern, der auf Grund seiner gewachsenen städtebaulichen Strukturen und der vorhandenen Bausubstanz einen hohen Wert hat, ist auch die ehemalige Arbeiterwohnsiedlung des Reichsbahnausbesserungswerkes am Freundschaftsweg, einschließlich des Reichsbahnwasserwerkes mit dem Wasserturm, von architekturhistorischer Bedeutung.

Neue Neustadt

Die Neue Neustadt entstand 1812 bis 1814 während der Besetzung durch Napoleon als Ersatz für die größtenteils zerstörte "alte" Neustadt und verbindet heute das Zentrum Magdeburgs mit den nördlich angrenzenden Neubaugebieten. Die komplette Neuanlegung einer Stadt auf dem Land ermöglichte eine große, planmäßige Gründung mit rasterförmigem Straßen- und Platzsystem, die sich noch heute im Straßengrundriss widerspiegelt. Durch die Zerstörungen im II. Weltkrieg ist viel von der historischen Bebauung verloren gegangen, die städtebauliche Grundstruktur ist jedoch weitgehend erhalten. Im Norden überwiegt der komplexe Wohnungsbau, im Süden eine quartierweise Bebauung aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Aus städtebaulicher Sicht ist die gesamte Bebauung innerhalb des Napoleonischen Straßengitters historisch wie auch räumlich von hohem Wert. Eine besondere Bedeutung kommt der Lübecker Straße zu, die als Rückrat der Neuen Neustadt im Bereich der Nicolai-Kirche das Stadtteilzentrum bildet.

Fermersleben

Der 937 erstmals urkundlich erwähnte Stadtteil wurde erst 1910 der Stadt Magdeburg eingemeindet. So zeigt er bis heute seine historische Entstehung. Im Bereich des alten Dorfkerns gruppieren sich immer noch alte Hofstellen um die "Martin-Gallus-Kirche". Daneben sind in Fermersleben alle Epochen der Siedlungsentwicklung dokumentiert. Die zu erhaltende Hauptstraße Alt Fermersleben weist eine sehr heterogene straßenbegleitende Baustruktur auf. Die Traufkanten wechseln von eingeschossigen Einfamilienwohnhäusern bis zu viergeschossiger Blockrandbebauung aus der Gründerzeit. Nördlich des alten Dorfes war am Ende des 19. Jahrhunderts eine Mietskasernensiedlung errichtet worden, das heutige "Mariannenviertel". Hier handelt es sich um viergeschossige Mietshäuser in Blockrandbebauung mit ebenso hohen Seiten- oder Hinterhäusern. Mit dem außergewöhnlich heterogen Siedlungsbild sind hier unter Anpassung an moderne Wohnansprüche große Entwicklungspotentiale vorzufinden. Im Bereich zwischen Alt Fermersleben und der Faberstraße dominiert der so genannte Reformwohnungsbau (um 1910). Die Siedlung Fermersleben schließlich entstand 1920 bis 1938 nach einem geschlossenen städtebaulichen Konzept im Stil des Modernen Bauens. Grundelemente der Gestaltung bilden die straßenbegleitenden dreigeschossigen Häuserzeilen mit Satteldach. Die Einmündungen zur Straße Alt Fermersleben sind durch markante Eckbebauungen betont.

Curiesiedlung

Die Siedlung entstand als Mehrfamiliengeschosswohnungsbau von 1929 bis 1938 nach einem Entwurf von K. Krayl und P. Wahlmann. Kennzeichnend für das Gebiet ist die Blockrandbebauung. Dabei sind die einzelnen Blockränder mal mit durchlaufender Flucht, mal rhythmisch gegeneinander versetzt oder in segmentbogenförmiger Biegung der Baumasse ausgebildet. Durch die straßenbegleitende Bebauung wurden großzügige Wohnhöfe und Freiräume geschaffen, Läden und soziale Einrichtungen sind integriert. Die Siedlung ist eine bedeutende programmatische Architekturleistung in Magdeburg als "Stadt des Neuen Bauwillens". Die Gebäude der Curie-Siedlung stehen komplett unter Denkmalschutz. Die Straßenräume sowie die Innenhöfe sind als Flächendenkmal ausgewiesen.

Siedlung Reform

Die Gartenstadt Reform entstand ab 1911 nach den Grundsätzen der Gartenstadtbewegung. Diese hatte sich zum Ziel gesetzt, durch genossenschaftliches Bauen den Arbeitern sozialverträglichen Wohnraum zu verschaffen, der dem Wunsch nach Licht, Luft und Sonne entsprach und durch die Verbindung mit Hausgärten den Arbeitern eine Selbstversorgung ermöglichte. Die Siedlung wurde von 1911 bis 1930 in verschiedenen Bauphasen unter prägender Mitwirkung von Bruno Taut und Karl Krayl errichtet. Das städtebauliche Grundmuster der Gesamtsiedlung baut auf einem einfachen Straßenraster auf. Der Großteil der ein- bis dreigeschossigen Einfamilienreihenhäuser ist in Nord-Süd-Zeilen angeordnet, die alle einen Vorgarten haben. Charakteristisch für die Siedlung sind die kleinräumigen, sonnigen Straßenzüge mit Gebäudevorsprüngen, an denen liebevoll gestaltete Details und die bisher ungewöhnliche Farbgestaltung ins Auge fallen. Am verlorenen Grundstein/Bunter Weg bildete sich um eine Aufweitung, die einem Anger ähnelt, ein Zentrum mit Gemeinschaftseinrichtungen. Die Gebäude der gesamten Siedlung stehen unter Denkmalschutz. Das gesamte Gebiet ist als Denkmalbereich ausgewiesen.

Bei Rückfragen: Peter Krämer, Stadtplanungsamt, Tel.: 03 91/5 40 53 22

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Stadt Magdeburg
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