Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 07. Mai 2003

Keine Bewegung in Sachen "InterGen"

Offene Fragen über Wirkungsgrad und Steuerbefreiung hemmen Investor für Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk

Bocholt (pd).

Keine Bewegung in Sachen "InterGen": Mit dem Bau eines Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerkes (GuD) ist wohl sobald im Bocholter Industriepark nicht zu rechnen. Offene Fragen über den Wirkungsgrad solcher Anlagen - und damit verbunden über eine Befreiung von der Mineralölsteuer - verhindern derzeit ein Engagement des Investors in Köln-Hürth – und auch in Bocholt.

Bürgermeister Klaus Ehling reagierte im Haupt- und Finanzausschuss auf einen aktuellen Bericht der Rheinischen Post vom 7. Mai 2003 unter dem Titel "NRW setzt stur auf Kohle". Darin wird u.a. berichtet, dass die Errichtung eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes mit einem Volumen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich in Köln-Hürth ohne die Befreiung von der Mineralölsteuer "stark gefährdet" sei. Entscheidend und derzeit umstritten ist hierbei der Wirkungsgrad, den die Anlage erzielen würde.

In Bocholt hat das Unternehmen "InterGen" bekanntlich ebenfalls Interesse an der Errichtung eines GuD mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Mio. Euro bekundet. Unabhängig von den Fragen, die den Wirkungsgrad betreffen, gebe es in Bocholt weitere Hindernisse zu überwinden, so Ehling.

So sei das Problem der Anbindung an das Hochspannungsnetz nach wie vor ungelöst. Dazu müsse eine Trasse errichtet werden – dies geht aber nicht ohne Mitwirkung eines Versorgungsunternehmens, das zugleich als Markt-Konkurrent von "InterGen" agiert. "Eine Interessenkollison steht derzeit im Weg", so der Bürgermeister.

In Bocholt liegt derzeit noch keine Baugenehmigung vor, eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) indes ist positiv verlaufen.