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Top-Teleskop steht in Position
Borken/Hoxfeld - 08. Mai 2003. (pet). Der Countdown läuft. Bevor am kommenden Dienstag, 13. Mai, die Josef-Bresser-Sternwarte offiziell ihrer Bestimmung übergeben wird, wurde ihr gestern das "Herz" eingepflanzt: ein sogenanntes 16-Zoll-Schmidt-Cassegrain-Teleskop der Firma Meade, das größte in Serie hergestellte Teleskop dieser Bauart weltweit. Es hat eine Brennweite von vier Metern und ist mit seiner enormen Lichtstärke ideal zur Beobachtung des All dies- und jenseits des Sonnensystems.
Das hochempfindliche Gerät (Kostenpunkt: 30.000 Euro) wurde im kalifornischen Stammsitz von Meade produziert. Bevor es gestern in der Sternwarten-Kuppel in einem exakt nach den Hoxfelder Koordinaten definierten Winkel zum Himmel seinen Platz fand, kam es für eine Woche bei Meade/Bresser in Borken auf den Prüfstand - und wurde für gut befunden.
Die Montage gestern erforderte Fingerspitzengefühl. Um zu vermeiden, dass sich das Teleskop auf den letzten Metern noch Macken einfängt, sprang die Freiwillige Feuerwehr den Optik-Fachleuten und den Sternfreunden mit ihrer Drehleiter bei und bugsierte das kostbare Ding auf die Plattform. Firmeneigner Rolf Bresser persönlich wachte in der Kanzel über den erschütterungsfreien Transport - und nickte anschließend zufrieden.
Der Blick ins All geht tief, verdammt tief. Besonderer Clou des Super-Fernrohrs ist die integrierte Objektdatenbank. GPS-gesteuert kann das Teleskop automatisch auf mehr als 147.000 Himmelskörper von A wie Andromeda bis Z wie Zwilling ausgerichtet werden. Ebenso auf relativ nahe Objekte wie 50 Satelliten, 120 Asteroiden und Kometen, 1870 Objekte und Gebiete auf dem Mond und natürlich die Planeten von Merkur bis Pluto. Zum Vergleich: Das bloße Auge kann bei klarer Nacht höchstens 6000 Sterne erkennen.
Gestern Morgen noch hatten die Sternfreunde ein seltenes Himmelsschauspiel, die Wanderung des Planeten Merkur über die Sonnenscheibe mit ihren eigenen Teleskopen mitverfolgt. Am Abend dann war das neue Teleskop bereit für den ersten Einsatz - für das "first light", wie die Astrofans sagen.
Borkener Zeitung - 08. 05. 2003
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