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Vom Knochenbau zur Kfz-Struktur

Borken - 16. Juni 2003.

(rpl). Citius, altius, fortius - schneller, höher und stärker: Diesen olymoischen und historischen Maximen, die über viele Jahre zahlreiche Disziplinen der Wissenschaft bestimmt haben, sind heute vielfach von Fragen der Umweltverträglichkeit überholt worden. Bester Lehrmeister bei diesem Umdenkensprozess: die Natur selbst.

Auf die zunehmende Bedeutung, welche das "Lernen von der Natur" in der modernen Wissenschaft gewinnt, hat am Samstag Dr. Reiner Bappert vom Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim anlässlich der Eröffnung der Ausstellung "Bionik - Zukunftstechnik lernt von der Natur" im Stadtmuseum hingewiesen. Gemeinsam mit Museumsleiter Dr. Norbert Fasse führte der Ingenieur die Ausstellungsbesucher in die Thematik der in den 60er Jahren begründeten Wissenschaftsdisziplin "Bio(logie)-(Tech)nik", sprich Bionik ein. "Die Natur macht uns perfekt vor, wie wir beispielsweise mit minimalen Aufwand an Energie und Material rückstandsfrei Bewegung erzeugen können", so der Mannheimer Wissenschaftler. "Oder etwa das Baum- oder Knochenwachstum: Die hier abgeschauten Erkenntnisse fließen heute sogar in die Kraftfahrzeugkonstruktion ein."

Die Liste der Beispiele ist lang - einen interessanten Einblick in die Zusammenhänge von Natur und Technik vermittelt die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der VHS und dem Natur- und Vogelschutzverein Borken noch bis zum 12. Oktober. Abgerundet wird der Themenkreis durch Vorträge, die jeweils um 19.30 Uhr im Gebäude der Stadtwerke Borken stattfinden.

Als erster wird in dieser Reihe am kommenden Mitwoch, 18. Juni, Dr. Wolfgang Send vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Göttingen die Entwicklung "vom Vogelflug zum Düsenclipper" in einem Experimentalvortrag nachzeichnen.


Borkener Zeitung - 16. 06. 2003


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