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Schnell wie die Feuerwehr
Borken - 01. Juli 2003.
(wen). Mit einem "heißen Eisen" beschäftigen sich die Mitglieder des
Hauptausschusses am Mittwoch ab 17 Uhr in ihrer Sitzung in der Feuer- und Rettungswache Borken. Der Begriff um den es geht, hört sich trocken an: Brandschutzbedarfsplan. Doch diese Planung kann für die Stadtkasse große Auswirkungen haben.
Grundlage für die Planung sind Vorgaben der Bezirksregierung, die es aus Sicht der Stadt in sich haben. Droht Gefahr für Leib und Leben sollen zwischen dem ersten Alarm und dem Erreichen des Einsatzortes nicht mehr als acht Minuten verstreichen. Der so genannte zweite Abmarsch soll nach 13 Minuten die Brandstelle erreichen. Es werden von der Bezirksregierung jeweils neun Feuerwehrleute für die beiden Abmärsche erwartet. Die Behörde fordert, dass diese Vorgaben zur zeitlichen Frist und zur Hilfsstärke in 90 Prozent der Einsatzfälle eingehalten wird.
Eine Auswertung der Brandeinsätze in Borken ergab seit dem Jahr 2001:
Das erste Feuerwehrfahrzeug mit mindestens vier Feuerwehrleuten erreicht in 92 Prozent aller Fälle in acht Minuten den Brandherd. In 73 Prozent sind in derselben Zeit sechs Kräfte am Einsatzort. Die von der Bezirksregierung geforderte Gruppenbesatzung von neun Kräften sind
in acht Minuten jedoch nur in 48 Prozent aller Einsätze zur Stelle. In 70 Prozent sind nach 13 Minuten 16 Feuerwehr-Einsätzkräfte an der Schadensstelle.
"Wir halten gemeinsam mit unserer Feuerwehr diese Werte für ausgesprochen gut. Die meisten Städte unserer Größe mit einem vergleichbaren Stadtgebiet werden weit weniger erreichen. Dennoch zeigt die Auswertung, dass wir uns mit unseren nach tatsächlichen Einsätzen ermittelten Werten weit unter dem befinden, was die Bezirksregierung von uns fordert und erwartet", heißt es in einer
Bewertung der Verwaltung. Die Stadt sei dennoch der Ansicht und davon überzeugt, dass Borken "über eine leistungsfähige, motivierte und schlagkräftige Freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften verfügt, die den Brandschutz in unserer Stadt gut gewährleistet". Insbesondere im Vergleich zu anderen Städten in Borkens Größenordnung sollte deshalb alles getan werden, um die erreichte Qualität der Feuerwehr zu sichern und auf den jetzigen Stand zu erhalten, schlägt die Verwaltung vor.
Müssten die Standards der Bezirksregierung tatsächlich erfüllen und umgesetzt werden, müssten zu den zehn hauptamtlichen Feuerwehrleuten im Brandschutz weitere 16 Feuerwehrwehrleute eingestellt werden.
Die Diskrepanz zwischen Realität und vorgegebenen Standards sei auch in anderen Städten vorhanden und kein spezielles "Borkener Problem", so die Verwaltung. Deshalb hat die Stadt den Nordrhein-Westfälischen Städte- und Gemeindebund in dieser Sache um Unterstützung gebeten. Das Feuerschutz- und Hilfeleistungsgesetz habe den Städten und Gemeinden die alleinige Verantwortung für eine den örtlichen Verhältnissen angepasste Feuerwehr übertragen. Die von der Bezirksregierung definierten Vorgaben würden jedoch bestimmenden Einfluss auf die Stärke der kommunalen Feuerwehren haben und führten zu einer Kostenexplosion, weil zahlreiche Feuerwehrleute eingestellt werden müssten. Die Verwaltung will dies so nicht hinnehmen.
Borkener Zeitung - 01. 07. 2003
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