Hertener Vitaltipp: Sommer - Sonne - Haut (-krebs)

02.07.2003 | Herten

Informatives für das Sonnenbad während der schönsten Zeit des Jahres

Den Hertener Vitaltipp für die sonnigen Tage gibt der Hertener Hautarzt Frank Moschner-Kunert, Ewaldstr. 36, 45699 Herten

Alljährlich zur Sommerzeit stellen sich uns die gleichen Fragen. Wird die Sonnenstrahlung immer stärker ? Ist die Sonne Freund oder Feind unserer Haut ? Gehen wir alle dem sicheren Hautkrebs entgegen ? Was gibt es wirklich an gesicherten Informationen?

Das dermatologische "Sonnen - Lichtspektrum"

Die von der Sonne ausgehende Strahlung erreicht in unterschiedlichem Maß die Erdoberfläche. Je kürzer die Wellenlänge des Lichtes , desto energiereicher ist die Strahlung und die damit verbundene schädigende Wirkung des Lichts. Das sichtbare Licht macht etwa 52 % der Sonnenstrahlung aus. 43 % gehen auf das Infrarote Licht, das für uns nicht sichtbar ist, zurück. Nur 5% des Sonnenlichtes besteht aus ultravioletter Strahlung. Das UV-A Licht (4%) führt vorwiegend zu chronische Lichtschäden der tiefen  Hautschichten. Es ist eine ca. 1000fache Dosis der UV-B Strahlung notwendig, um einen Sonnenbrand zu erzeugen. Das UV-A-Licht löst aber viele Lichtdermatosen, z.B. die Sonnenallergie, aus sowie Hautrheuma und die "Mallorca-Akne". Es besteht immer mehr der Verdacht, an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt zu sein. Das UV-B-Licht (< 1 %) ist der eigentliche Auslöser des Sonnenbrands, chronischer Lichtschäden der Oberhaut und Auslöser von Hautkrebs.

Sonnenschutzmechanismen der Haut

Die Haut verfügt über mehrere Schutzsysteme gegenüber den schädigenden Einflüssen der Sonne.  Zunächst kommt es zu einer Verdickung der Hornschicht ( vorwiegend UV-B Wirkung) - dann zur  Bräunung ( UV-A und UV-B Wirkung ). Abhängig von Hauttyp und der Vorbräunung ist die Eigenschutzzeit* - also die Zeit, die man ohne Sonnenschutzmittel in der Sonne verbringen kann, ohne eine Hautreizung zu erfahren. Überschreitet man diese Zeit, kommt es unwiderruflich zum Sonnenbrand.

Die unterschiedlichen Hauttypen

Jeder Mensch verfügt über einen vererbten, individuellen Hauttyp.

Hauttyp Sonnenbrand Bräunung Beispiel Eigenschutzzeit in Minuten
Typ I immer nie rothaariger Typ 5-10
Typ II   immer manchmal empfindl. Typ 10-20
Typ III manchmal immer Durchschnittstyp 20-30
Typ IV nie immer mediterraner Typ 30-45
Typ V nie dunkelhäutige Menschen

Lichtschutz


Der wichtigste Lichtschutz beginnt bereits in unseren Köpfen. Durch geeignetes Verhalten können wir bereits viel für unsere Haut tun, ohne auf chemische Lichtschutzmittel zurückzugreifen. Merke: Zwischen 10 und 15 Uhr fallen ca 80 % !!! der täglichen UV Strahlung auf die Erdoberfläche.
-  Meiden der Sonnenexposition zwischen 10 und 15 Uhr
-  Lichtschutz durch Sonnenschirm bzw. Aufenthalt im Schatten
-  Lichtschutz durch Kopfbedeckung
-  Lichtschutz durch geeignete Bekleidung
-  Lichtschutz durch Sonnenschutzmittel

Lichtschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 15 (Eigenschutzzeit * 15) reichen in der Regel aus. Sie bieten, ausreichend aufgetragen, bereits einen 94 % Schutz vor UV Strahlung. Die üblichen auf dem Markt erhältlichen Sonnenschutzmittel mit Faktor 15 sind in der Regel ausreichend. Sie enthalten mittlerweile alle UVA und UVB Lichtschutzfaktoren. Gutes muss nicht teuer sein. Dennoch sei vor dem Irrtum gewarnt, dass Sonnenschutzmittel einen umfassenden Schutz vor Hautkrebs bieten.

Hautkrebsrisiko steigt zunehmend

Heute steht Hautkrebs weltweit an erster Stelle aller bösartigen Geschwülste bei beiden Geschlechtern. Vor allem in der weißen Bevölkerung ist der Zuwachs der gefährlichsten Form, des malignen Melanoms, drastisch. Die Neuerkrankungsrate verdoppelte sich seit 1980 pro Jahr von 6 auf 12 Betroffene pro 100.000 Einwohner.  Hauptursache ist unser Freizeitverhalten mit Zunahme des Sonnenbadens bzw. der oft nicht ausreichende Schutz vor ultravioletter Strahlung. Also schützen wir unsere Haut! Sie sollten es sich wert sein! Gehen Sie regelmäßig 1mal im Jahr zur Hautkrebsvorsorge. Früh erkannt ist Hautkrebs heilbar.

Ihr Facharzt für die Haut F. Moschner-Kunert

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