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Magdeburg, 17. Juli 2003
"Reduzierung der Studienangebote wäre für Magdeburg kontraproduktiv"
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper zu den Hochschulplänen des Landes:

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper bedauert die am Dienstag von Kultusminister Jan-Hendrik Olbertz vorgelegten Pläne zur Zukunft der Hochschulen. "Sollten die Vorschläge des Ministers umgesetzt werden, sinkt die Studienvielfalt der Otto-von-Guericke-Universität und damit die Attraktivität des Hochschul- und Wissenschaftsstandortes Magdeburg", so Dr. Lutz Trümper.

Als Beispiel nennt der Oberbürgermeister die vorgesehene Bündelung der Lehrerausbildung in Halle sowie der Ingenieurwissenschaften in Magdeburg. "Die Landeshauptstadt müsste rein rechnerisch mehr als 1000 Lehrer-Studenten nach Halle abgeben, während von dort nicht mal 100 Ingenieur-Studenten nach Magdeburg kommen. Außerdem bezweifle ich, ob künftige Lehrer aus der Magdeburger Region tatsächlich Halle als Studienort wählen. Ich sehe die Gefahr, dass sie zum größten Teil in anderen Bundesländern studieren werden und damit Sachsen-Anhalt insgesamt verloren gehen."

Die Otto-von-Guericke-Universität und die Hochschule Magdeburg-Stendal haben sich in den vergangenen Jahren national und international profiliert und an Ansehen gewonnen. Bei Vergleichen ist die Magdeburger Uni oft auf vorderen Plätzen zu finden. So belegte sie im jüngsten Hochschulranking den ersten Platz in der Kategorie Studienangebote und Kombinationsmöglichkeiten. "Dies spricht für die Vielfalt der Angebote und macht die Attraktivität unserer Universität aus. Außerdem ist die Studiendauer hier durchschnittlich bis zu einem Viertel kürzer als im Bundesdurchschnitt."

Die angekündigte Reduzierung der Landesmittel für Lehre und Forschung an der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal ist deswegen für Magdeburgs Oberbürgermeister das falsche Signal. "Angesichts der zahlreichen innovativen Studiengänge unserer beiden Hochschulen, müsste auch das Land Sachsen-Anhalt daran interessiert sein, dass diese erfolgreiche Entwicklung fortgesetzt und vertieft wird", so Dr. Lutz Trümper. "Die Bündelung der Lehrer-Ausbildung in Halle und die damit verbundene Reduzierung der Magdeburger Studienangebote wären dagegen für die Landeshauptstadt völlig kontraproduktiv."

Darüber hinaus war und ist die Universität der entscheidende Ausgangspunkt für die Herausbildung des Forschungsstandortes Magdeburg. Mit ihren assoziierten Instituten entstand eine beachtliche Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur. Einrichtungen des Technologietransfers, Innovations- und Gründerzentren sowie zahlreiche praxisorientierte Wissenschaftsinstitute bereiten den Boden für eine effektive Vernetzung von Theorie und Praxis, von Forschung und Anwendung.

"Junge Menschen wissen diese Standortvorteile bei der Wahl ihres Studienplatzes zu schätzen, was die jährlich steigenden Studentenzahlen in Magdeburg eindrucksvoll belegen. Für sie sind die Hochschulen mit ihren Angeboten an innovativen und fachübergreifenden Studiengängen bislang immer attraktiver geworden. Allein der Anteil ausländischer Studenten liegt inzwischen bei 12 Prozent und damit weit über dem Bundesdurchschnitt. Die Studenten bringen sich in unser lebendiges Stadtbild ein, machen Magdeburg bunter und weltoffener", so der Oberbürgermeister." "Universität und Fachhochschule sind für Magdeburg aber nicht nur unverzichtbare Imagefaktoren, sie gewinnen vor allem als Wirtschaftsfaktor immer stärker an Bedeutung", erklärt das Stadtoberhaupt. "In Magdeburg studieren derzeit rund 13.500 Studenten. Sie bilden eine nicht zu unterschätzende Wirtschaftskraft, vor allem im Kultur- und Gastronomiebereich. Eine Studie der Magdeburger Universität hat ergeben, dass jeder Euro, der in die Uni investiert wird, die Umsätze in Sachsen-Anhalt um 1,24 Euro und das Einkommen privater Haushalte um 0,65 Euro steigert."

Der Oberbürgermeister apelliert an das Land, gemeinsam mit den Rektoren beider Magdeburger Hochschulen akzeptable Lösungen zu suchen, um die Landeshauptstadt als Hochschul- und Wissenschaftsstandort dauerhaft zu stärken statt ihre Zukunftsfähigkeit zu gefährden.

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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
Alter Markt 6
39104 Magdeburg
Telefon: (03 91) 5 40 27 69
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URL: www.magdeburg.de

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