Hertener Vitaltipp: Aktuelle Informationen zum Thema Herzinfarkt

26.08.2003 | Herten

Spezielles Bewegungsangebot (Koronarsport) in Herten

Autor des aktuellen Vitaltipps ist Prof. Dr. med. G. Wambach, Leiter der Medizinischen Abteilung am Hertener St. Elisabeth-Hospital.

1. Herzinfarkt ist lebensgefährlich

Pro Jahr sterben in der Bundesrepublik etwa 900.000 Menschen. Häufigste Todesursache sind Krankheiten des Herz-/Kreislaufsystems, etwa die Hälfte davon versterben an einem Herzinfarkt. 40 % der Betroffenen. erreichen nicht einmal die Klinik, weil sie zu lange zögern. Weitere 17 versterben in den ersten 3 Wochen nach Beginn der Erkrankung.

2. Wie kommt es zum Herzinfarkt?

Ursache eines Herzinfarktes ist der Verschluss einer Herzkranzarterie durch ein Blutgerinnsel. In dem vom verschlossenen Herzkranzgefäß versorgten Gebiet des Herzmuskels kommt es zum Absterben, der Muskelzellen. Das Gewebe kann allerdings ohne Sauerstoff noch einige Stunden überleben. Erst nach 6-12 Stunden ist der Herzinfarkt komplett. Die abgestorbenen Muskelzellen werden durch Narbengewebe ersetzt.

3. Risikopatienten

Hauptrisikofaktoren für den Herzinfarkt sind Rauchen, erhöhte Blutfette und erhöhter Blutdruck. Besonders gefährdet sind auch Patienten, bei denen Eltern oder Geschwister einen Herzinfarkt erlitten haben. Jeder fünfte Infarktpatient hatte bereits früher einen Herzinfarkt. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist bei Rauchern doppelt, bei erhöhtem Blutdruck dreifach erhöht. Erhöhte Blutfettwerte verdoppeln zusätzlich das Risiko.

4. Frauen und Herzinfarkt.

Etwa zwei Drittel aller Patienten mit akutem Herzinfarkt sind Männer, etwa ein Drittel Frauen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Frauen bei Eintritt des ersten Herzinfarktes durchschnittlich etwa 7 Jahre älter sind als Männer. Das durchschnittliche Sterbealter bei Männern mit Herzinfarkt beträgt 70 Jahre, bei Frauen 77 Jahre.

5. Typische Symptome eines Herzinfarktes

In 80 % aller Fälle findet sich als Leitsymptom ein starker, länger als 20 Minuten anhaltender Schmerz in der Brust, Die Schmerzen können ausstrahlen in beide Arme, in den Hals, in den Rücken oder auch in den Oberbauch. Die Schmerzen sind häufig verbunden mit Schweißausbruch, Schwächegefühl und Übelkeit.

6. Was ist zu tun bei Herzinfarktverdacht?

Ein rasches Handeln ist beim Herzinfarkt unbedingt erforderlich. Der Betroffene soll möglichst aufrecht sitzen. Sofortige Benachrichtigung des Rettungsdienstes über die Notrufnummer 112, Stichwort: "Herzinfarktverdacht".

7. Akutbehandlung des Herzinfarktes in der Klinik

Herzinfarktpatienten werden sofort auf der Intensivstation kreislaufmäßig überwacht. Bei entsprechenden Voraussetzungen kann die verstopfte Herzkranzarterie wieder eröffnet werden. Dazu stehen 2 Verfahren zur Verfügung. Mit der Thrombolyse wird ein Medikament übler das Venensystem verabreicht, das in der Lage ist, das frische Blutgerinnsel ganz oder teilweise aufzulösen. Dazu muß die Behandlung innerhalb der ersten 4-6 Stunden nach Symptombeginn durchgeführt worden. Das zweite Verfahren wird ausschließlich im Herzkatheterlabor durchgeführt, dabei wird das verstopfte Herzkranzgefäß mit einem Ballonkatheter erweitert und durch eine Gefäßstütze (Stent) offen gehalten.

9. Medikamente nach Herzinfarkt

Nach überstandenen Herzinfarkt muss durch verschiedene Maßnahmen das Fortschreiten der Arterienverkalkung gebremst werden. Zu den Behandlungsmaßnahmen zählen die Gabe von Acetylsalicylsäure zur Blutverdünnung, die Behandlung von Bluthochdruck und erhöhtem Cholesterin. Zur Behandlung einer Herzmuskelschwäche stehen ACE-Hemmer und Betablocker zur Verfügung.

Sehr wichtig ist regelmäßiges körperliebes Training (Koronarsport), eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht sowie die Umstellung der Ernährung auf fett- und cholesterinarme Kost.

 

Weitere Informationen sind erhältlich über die

Deutsche Herzstiftung, Wolfgangstr. 20 in 60322 Frankfurt am Main und

Koronarsportverein Herten e.V. z. Hd, Frau Ute Orlowski, Karlstr. 17 in 45699 Herten, Tel. 0 23 66 / 8 44 33.

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