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Stefan Schröer in den Ruhestand verabschiedet

Für den Leiter des Hochbauamtes war Architektur stets auch Baukunst

Borken - 22. August 2003.

(mr). Mit der Bitte, die architektonische Gestaltung Borkens nicht aus den Augen zu verlieren und das heimische Handwerk zu fördern, hat sich der Leiter des Borkener Hochbauamtes, Stefan Schröer, gestern offiziell aus dem Amt verabschiedet.

Fast vier Jahrzehnte prägte der gebürtige Breslauer das Bild der Kreisstadt mit. Das machte der Technische Beigeordnete, Norbert Höving, stellvertretend für Bürgermeister Rolf Lührmann, der verhindert war, in seiner Laudatio deutlich.

Höving skizzierte den Werdegang Schröers, der Zimmerer gelernt hatte, bevor er in Höxter Hochbau studierte. Seine Verwaltungslaufbahn begann der präzise Planer in den 60er Jahren in Dülmen. 1966 wechselte er nach Borken. Welch großes Interesse man hier an dem Jungingenieur hatte, belegt eine Einstellungsbedingung, die Höving ausgegraben hatte. Nach dieser wurde ihm "ein Gehaltsvorschuss zur Beschaffung eines Pkw, ein Monatskarte der 1. Klasse für die Fahrt mit der Deutschen Bundesbahn von Dülmen zur Wirkungsstätte Borken und ein Verpflegungskostenzuschuss gewährt, damit der Jungingenieur auch bald nach Borken umziehen soll."

Zahlreiche Schulbauten, der Vennehof, der Tower auf dem Flugplatz in Hoxfeld und nicht zuletzt die Mergelsberg-Sporthalle, deren Fertigstellung er auch im Ruhestand noch begleiten wird, tragen die Handschrift Schröers, dem 1985 die Leitung des Hochbauamtes übertragen wurde. Auch die Restaurierung des Hauses Grave und der Stadttürme gehören zu Schröers Werk.

"Er ist ein Baumeister der alten Schule", zitierte Höving Kollegen von Schröer. Sie schätzten an ihm vor allem den "Blick für das Ganze". Architektur sei für ihn, "den bis ins Detail verliebten Entwerfer", nicht nur Grundriss und Ansicht, sondern auch Baukunst und vor allen Dingen Funktion. Und dass jedes Objekt im Kontext zum Umfeld zu sehen ist, machte Schröer noch einmal deutlich, bevor er mit einem Rucksack ausgestattet das Rathaus verließ, an dessem Umbau er ebenfalls mit beteiligt war. Seine Wanderfreunde aus Raesfeld begleiteten Schröer und seine Frau Marlies in den neuen Lebensabschnitt.


Borkener Zeitung - 22. 08. 2003



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