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Magdeburg, 28. August 2003
"Das Fest" zum Fest
Dänische Familiengeschichte hat am 4. Oktober Premiere

60. Geburtstag des Familienoberhauptes Helge. Er ist verheiratet, Vater von vier Kindern. Alle, die ihm nahe stehen, sollen diesen Tag mit ihm begehen. Der gesellige Anlass wird für die in alle Winde verstreute Familie vom Tod einer Tochter überschattet. Bei der traditionellen Lobrede auf den Jubilar packt Christian, der älteste Sohn, die Karten auf den Tisch und spricht zum ersten Mal über den Missbrauch an ihm und seiner verstorbenen Schwester. Und er bettet das so in seine Geburtstagsrede ein, dass man es auch überhören kann. Der Vater sitzt dabei, er lächelt. Das Fest nimmt seinen Lauf und die Gäste üben sich in der Kunst des Überhörens. Mit ihrem Verhalten erklären sie das Ungeheuerliche rückblickend für unausgesprochen. Denn Familie ist "die Kunst, Erinnerungen so lange nachzubehandeln, bis man mit ihnen leben kann".

Die Geschichte stammt aus dem Film "Das Fest" und ist einer der berühmtesten Filme eines dänischen Filmemacher-Kollektivs um Thomas Vinterberg und Mogens Rukov, das sich im Jahre 1995 aufmachte, das Kino zu revolutionieren. Wie der Film erzählt auch die Theateradaption auf sehr direkte und eindringliche Weise von einem Geburtstag, der zum Gerichtstag für eine Familie wird, der Ignoranz, Wegschauen und Totschweigen über lange Jahre in Fleisch und Blut übergegangen sind.

"Das Fest" ist der Beitrag des Theaters der Landeshauptstadt zum bundesweiten Fest anlässlich des Tages der Deutschen Einheit, das in diesem Jahr in Magdeburg stattfindet. Die Premiere ist am Samstag, 4. Oktober, um 19 Uhr auf der Bühne zu erleben. Bereits am 2. Oktober wird es um 19.30 Uhr eine Voraufführung geben. In Szene gesetzt wird "Das Fest" von Karl-Georg Kayser, dem neuen Oberspielleiter Schauspiel am Theater der Landeshauptstadt Magdeburg. Für die Bühne zeichnet Eberhard Matthies verantwortlich, die Gestaltung der Kostüme liegt in den Händen von Polly Matthies.



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