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Leben mit altersverwirrten Menschen als Zukunftsaufgabe


Veranstaltung am 2. Oktober in der Evenburg in Leer-Loga
11. September 2003

Leer -„Leben mit altersverwirrten Menschen – eine Zukunftsaufgabe“ – so heißt eine Veranstaltung, die der Verein zur Förderung des Sozialpsychiatrischen Verbundes Leer und der Landkreis Leer für den 2. Oktober 2003 in der Evenburg in Leer planen. Nach den Worten von Landrat Bernhard Bramlage, der auch Vorsitzender des Vereins ist, soll mit der Veranstaltung auf ein Problem der kommenden Jahre hingewiesen werden, für das die Öffentlichkeit rechtzeitig sensibilisiert werden müsse. Im Landkreis Leer sei jetzt schon jeder sechste Bewohner über 65 Jahre alt. Und Peter Lücke, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie im Gesundheitsamt des Landkreises, ergänzt: „Von den 60-jährigen leidet jeder Hundertste, von den 80-jährigen schon fast jeder Dritte an einer Alzheimer Krankheit, der Hauptursache einer Altersverwirrtheit und eine der Hauptursachen von Pflegebedürftigkeit im Alter.“

Der größte Teil der betroffenen Menschen wird zu Hause versorgt und gepflegt. Das bedeutet eine enorme Belastung der pflegenden Angehörigen und deren Familien. Ein Heimplatz kommt für viele erst in Frage, wenn die Pflege durch die Familie wirklich nicht mehr zu leisten ist. Aber auch ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen und deren Mitarbeiter müssen sich verstärkt auf die Betreuung hochbetagter und altersverwirrter Menschen einstellen und dafür neue Strukturen und Konzepte entwickeln. Die Veranstaltung am 2. Oktober will nach den Worten von Bramlage darum den pflegenden Angehörigen und den professionellen Pflegekräften Informationen an die Hand geben, die es ihnen leichter macht, altersverwirrte Menschen in ihrem Alltag zu begleiten. Weitere Veranstaltungen sind geplant.

Zurzeit sind nach den Worten von Lücke weder die ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen noch das sozialpsychiatrische Versorgungssystem in ausreichendem Maße auf die bedarfsgerechte Unterstützung und Versorgung psychisch Kranker und alter Menschen eingerichtet. Ziel für die Zukunft müsse deshalb sein, das Versorgungsnetz für alte Menschen mit dem Ziel einer umfassenden und bedarfsgerechten psychiatrischen Versorgung weiter auszubauen. Im Zentrum der Bemühungen muss nach Auffassung von Landrat Bramlage dabei stehen, psychisch veränderte alte Menschen so lange wie möglich in ihrer Wohnung und ihrem sozialen Umfeld zu belassen und dort zu versorgen. Dabei sei vor allem auch Hilfe zur Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen notwendig.

Der Verein zur Förderung des sozialpsychiatrischen Verbundes, der die Veranstaltung zusammen mit dem Landkreis Leer vorbereitet, will die Versorgung psychisch Kranker im Landkreis Leer vor allem durch eine bessere Zusammenarbeit der im Verbund zusammengeschlossenen Anbieter von psychiatrischen Hilfen verbessern. Ein weiteres Ziel des Verein ist, die Bevölkerung durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit für die Belange und die Situation psychisch Kranker zu sensibilisieren.

Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle, Dieter Backer

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