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Stippvisite bei Bürgermeister Rolf Lührmann
Borken - 10. Oktober 2003.
Zehn sogenannte Rolandsbrüder machten gestern Halt im Borkener Rathaus, um sich ein Siegelabdruck in ihr Reisebuch geben zu lassen. Das Siegel gilt als Nachweis für ihren Besuch in der jeweiligen Stadt. Die Gruppe der jungen Handwerksburschen wurde von Bürgermeister Rolf Lührmann empfangen, der ihnen auch ein wenig Taschengeld mit auf den Weg gab. Die jungen Handwerksreisenden sind auf dem Weg nach Bocholt, um Martin Schulte nach Hause zu begleiten. Als 24-jähriger war Schulte losgezogen, um als Geselle das Tischlerhandwerk zu erlernen. Sein Weg führte ihn nach Südamerika, Afrika, Spanien, Dänemark, Tschechien, Polen, Italien, Schweiz und natürlich in viele Gegenden Deutschlands. "Die Erde ist rund, deswegen reisen wir rundherum" ist das Motte des heute 28-jährigen. Seine letzte Station war die Insel Fehmann. Nach den Bestimmungen der Rolandsbrüder, die 1891 in Nürnberg gegründet wurden, darf ein Geselle auf Wanderschaft 3 Jahre und 1 Tag nicht nach Hause kommen. Die Bannmeile beträgt 60 Kilometer. Diese hat Schulte mit dem Besuch in Borken bereits gebrochen. In wenigen Tagen kann der Handwerksgeselle dann auch seine Kluft ausziehen, die er nach der Gesellenordnung die letzten Jahre tragen musste. "Es gibt eine Arbeitskluft und eine Ausgehkluft", erklärt Schulte die doch recht einfache Kleiderordnung. Seine neun Kollegen, die ihn jetzt nach Hause begleiten, kommen aus der Schweiz, aus Sachsen, aus dem Schwabenland und aus Norddeutschland. Sie gehören zu den circa 800 Rolandsbrüdern, die den Bremer Roland als Schutzpatron haben und so wie Schulte in der weiten Welt ihr Handwerk erlernen. Schulte hat es so gut gefallen, dass er sogar vier ein Halb Jahre unterwegs war.
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Rolandsbrüder mit BM Rolf Lührmann
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