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Kriminalität im Keim ersticken
Borken - 21. Oktober 2003.
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(pet). Aus der "Jugendgerichtshilfe" wird die "Jugendhilfe im Strafverfahren". Hinter dem neuen Etikett verbirgt sich ein neues Konzept, mit dem die Stadt Borken minderjährige Straftäter zurück auf den Pfad der Tugend geleiten will. Allgemein soll dabei der Erziehungsgedanke noch stärker hervorgehoben werden. Die Verwaltungsleute sehen sich als "nutzbringende Fachkräfte" für alle an einem Jugendstrafverfahren Beteiligten. Ein Kernpunkt des Konzeptes, das Diplom-Sozialpädagogin Gudrun Hellhammer jetzt im Ausschuss für Jugend und Familie vorstellte, ist die Einrichtung eines "Täter-Opfer-Fonds". Unter dem organisatorischen Dach des "Fördervereins Jugend und Familie" sollen jugendliche Gewalttäter, die vom Gericht unter anderem Arbeitsstunden in einer gemeinnützigen oder kommunalen Einrichtung aufgebrummt bekommen haben, künftig mit fünf Euro pro Stunde entlohnt werden. Diese werden nach Ableistung direkt dem Opfer überwiesen. "Der Jugendliche hat eine Sinnhaftigkeit in der Ableistung der Arbeitsstunden, das Opfer erhält eine kleine Entschädigung", erklärt Hellhammer die Vorteile für beiden Seiten. Apropos Sinnhaftigkeit: Überlegt wird auch, stark "vermüllte" Parkanlagen und Plätze in Borken von den Urhebern säubern zu lassen. Für die Idee will die Stadt die Heimatvereine begeistern. Ausgeweitet werden soll der Täter-Opfer-Ausgleich mit dem Ziel, das Verfahren einzustellen. Der Sozialarbeiter moderiert dabei "Wiedergutmachungsformen": Das können gemeinsame Gespräche oder Aktivitäten von Täter und Opfer sein, ein Geschenk oder, mit Hilfe des Fonds, eine Entschädigung. Mit den Jugendhilfe-Einrichtungen arbeitet die Stadt nun enger zusammen. Mit so genannten Betreuungsweisungen soll ein weiteres Abgleiten in die Kriminalität verhindert werden. Hellhammer verweist auf das positive Beispiel zweier jugendlicher Wiederholungstäter und obendrein Schulverweigerer, die dank Jugendhilfe zu einem Job gefunden hätten und bislang nicht rückfällig geworden seien. Kriminalität bei Kindern will die Stadt im Keim ersticken. In Vorbereitung ist ein Modellprojekt, das zugleich mahnen als auch vorbeugen soll. Titel: "Umgang mit straffällig gewordenen Kindern im Sozialraum Borken". Dass dieser längst nicht mehr "heile Welt" ist, zeigt ein Blick in die Statistik: In den Jahren 2001/02 meldete die Staatsanwaltschaft der Stadt jeweils 84 strafunmündige Kinder. In diesem Jahr waren es zwar "nur" 29 Straftaten, davon waren aber sieben Kinder Mehrfachtäter. Hellhammer: "Wir wollen Eltern frühzeitig sensibilisieren, die kleinste Straftat ihrer Kinder nicht zu bagatellisieren." |
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