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Herzinfarkt: Jede Minute zählt


Kreiskrankenhaus Leer veranstaltet "Tag der offenen Tür"
29. Oktober 2003

Leer -Im Rahmen der Herzwoche der Deutschen Herzstiftung veranstaltet das Kreiskrankenhaus Leer am 5. November von 14 bis 17 Uhr einen "Tag der offenen Tür". Mitarbeiter der Kardiologischen Abteilung werden darüber informieren, welche Therapie beim Herzinfarkt am besten ist. „Große Studien haben gezeigt, daß die Herzkathetertechnik die effektivste und sicherste Therapie ist, um ein verschlossenes Herzkranzgefäß wieder zu eröffnen“, sagt Dr. Ekkehard Stammwitz, Leiter der Kardiologischen und Angiologischen Abteilung des Kreiskrankenhauses.

Dennoch kommen in Deutschland bei weitem nicht alle Herzinfarkt-Patienten in den Genuss der Herzkatheterbehandlung. Denn nicht überall gibt es wie in Leer Herzkathetereinrichtungen, die rund um die Uhr besetzt sind. „Von einer optimalen Versorgung ist man in Deutschland noch weit entfernt“, bedauert Dr. Stammwitz, der dabei aber auch auf die nicht unerheblichen Kosten und den hohen Personalbedarf verweist.

Als Alternative nennt der Kardiologe die Möglichkeit, alle Herzinfarkt-Patienten, die nicht innerhalb von maximal drei Stunden in eine Herzkathetereinrichtung gebracht werden können, zunächst mit gerinselauflösenden Medikamenten zu behandeln. Anschließend können diese Patienten dann in die nächste Klinik mit einer Herzkathetereinrichtung transportiert werden, wo sich der Erfolg überprüfen und bei Bedarf eine Ballondilatation und Stent-Implantation anschließen lässt.

Um in Deutschland überall eine optimale Herzinfarktherapie zu erreichen, ist nach Einschätzung von Dr. Stammwitz noch viel Überzeugungsarbeit nötig. Zum einen müsse sich an vielen Orten die Versorgungspraxis ändern. Nach Möglichkeit solle der Rettungswagen ein Krankenhaus anfahren, das über ein rund um die Uhr tätiges Herzkatheterlabor verfügt. Zum anderen seien die Krankenhäuser ohne Herzkathetereinrichtung häufig nicht bereit, Patienten mit einem akuten Herzinfarkt weiter zu überweisen. Hintergrund sei manchmal die Befürchtung, dass für die Kliniken ohne Herzkathetereinrichtung zu wenig Arbeit übrig bleiben könnte. „Das muss aber keineswegs der Fall sein“, betont Dr. Stammwitz. Denn nach einem erfolgreichen Kathetereingriff sei es sinnvoll, die Patienten am nächsten Tag zur Weiterbehandlung zurück zu verlegen oder auch an ein anderes Krankenhaus zu überweisen. Die Kliniken mit einer Katheterabteilung seien nicht immer in der Lage, so viele Patienten über längere Zeit aufzunehmen. Die Vergütungspauschale lasse sich dann zwischen den Krankhäusern splitten.

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