Bocholt, 04. November 2003
Jugendhilfe-Haushalt schon bald Makulatur?
Kürzungsüberlegungen der Landesregierung schweben wie Damoklesschwert über Etat 2004
Bocholt (pd).
Er liegt gerade erst in der Entwurfsfassung vor, da ist er mit hoher Wahrscheinlichkeit schon bald wieder Makulatur: Der Bocholter Haushaltsplan 2004 für den Jugendhilfebereich, der dem zuständigen Ausschuss in der Sitzung vom 4. November präsentiert wurde.
Der Grund: Wie ein Damoklesschwert schweben die jüngsten Überlegungen der Landesregierung, die Zuschüsse für die Jahre 2004 und 2005 zu kürzen, über dem Zahlenwerk.
Noch rechnet der Fachbereich mit einem Wirtschaftsbudget von rund 14 Mio. Euro, das den Vorjahreswert um 13.000 Euro leicht unterschreiten würde.
Wöchentlich aber erreichen den Fachbereich Ankündigungen der Landesregierung, den Sparhammer bei den Personal- und Sachkosten schwingen zu wollen.
Konkret heißt das: Im Budget der offenen Jugendarbeit Bocholts würde, falls das Land seinen Plan in die Tat umsetzt, ein Loch von 15 - 20 % klaffen. Schon im jetzigen Entwurf ist dieses Budget um 50.000 Euro auf rund 1,17 Mio. Euro reduziert worden im Vergleich zum Vorjahr.
Betroffen wäre auch die Erziehungsberatungsstelle, fürchtet Fachbereichsleiter Benedikt Püttmann. Hier müsste mit einem Minus von 37.000 bis 40.000 Euro gerechnet werden. „Wir brauchen die Stelle aber“, betonte der Fachbereichsleiter.
Auch die Eheberatungsstelle (- 20 %) und die Tageseinrichtungen für Kinder (- 38 %) würden von massiven Kürzungen betroffen sein.
Püttmann schwant Böses: „Wir sind am Scheideweg.“ Den jetzt vorgelegten Jugendhilfeetat 2004 habe die Stadt Bocholt "mit Hängen und Würgen" hingekriegt. Sollten die geplanten Zuschusskürzungen des Landes durchkommen, werde massiv in die Strukturen eingegriffen, prophezeit Püttmann. „Das wird die Landschaft der Jugendhilfe verändern. Dann müssten Prioritäten gesetzt werden.“ Sprich: Dann stünden Angebote auf der Kippe, und damit zusammenhängend Arbeitsplätze.