Sozialamt plant Einführung eines Fallmanagements
Pilotprojekt für das zweite Quartal des nächsten Jahres vorgesehen
Magdeburg.
Das Sozial- und Wohnungsamt der Landeshauptstadt Magdeburg will im kommenden Jahr das so genannte Fallmanagement einführen. Dazu gehört neben der umfassenden Beratung auch die Koordination aller sozialen Dienstleistungen, die konkrete Hilfeplanung und damit die Gesamtverantwortung durch den zuständigen Fallmanager, der für den jeweiligen Betroffenen alleiniger Ansprechpartner sein soll. Ein Pilotprojekt zur Erprobung des Fallmanagements ist für das zweite Quartal des kommenden Jahres geplant.
"Mit dem Fallmanagement wird die Grundlage für eine umfassende fachliche Modernisierung dieses wichtigen städtischen Amtes geschaffen", so Magdeburgs Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit Beate Bröcker. "Ziel ist es, möglichst viele Verwaltungsfachkräfte und Sozialarbeiter zu Fallmanagern weiterzubilden."
Wichtigstes Instrument des geplanten Fallmanagements ist ein gemeinsam mit dem Betroffenen entwickelter Hilfeplan, der Maßnahmen wie beispielsweise die Fachberatung bei Überschuldung, Suchterkrankung oder psychischen Problemen sowie die Vermittlung von familienentlastenden Diensten und von Möglichkeiten zum Nachholen von Schulabschlüssen beinhaltet. Damit wollen die Berater des Amtes nicht die sozialen Probleme der Bürger "verwalten", sondern als Dienstleister Hilfen anbieten, die zur wirksamen und nachhaltigen Überwindung von Notlagen führen. Dazu ist aber auch die umfassen Mitwirkung der Betroffenen erforderlich.
Die ersten 20 Mitarbeiter des Amtes haben im Oktober dieses Jahres mit einer entsprechenden Fortbildung begonnen. Amtsleitung und Mitarbeiter waren sich zuvor einig, dass es nicht mehr ausreicht, Hilfsbedürftigen im Rahmen des geltenden Rechts ausschließlich Sozialhilfeleistungen zu gewähren. "Die Erfahrungen zeigen, dass die Betrachtung von Teilproblemen der Menschen nur selten zum gewünschten Erfolg führt, von staatlichen Hilfen unabhängig zu werden", erläutert die Beigeordnete. "So ist es für die Betroffenen wenig hilfreich, wenn sie zwar an andere soziale Fachdienste weiterverwiesen werden, sich aber bei der Vielzahl von Zuständigkeiten oft allein gelassen fühlen."
"Parallel zur Einführung des Fallmanagements in die Praxis wollen wir bei den Trägern sozialer Einrichtungen in der Stadt um die Bereitschaft zur engen Kooperation werben", blickt Beate Bröcker voraus. "Nur wenn alle erforderlichen Hilfs- und Unterstützungsangebote in das neue System einbezogen werden, kann das Fallmanagement erfolgreich sein."
Mit der geplanten Einführung des Fallmanagements im Sozial- und Wohnungsamt verbessern sich auch die Startbedingungen in der Stadt, für die von der Bundesregierung vorgesehene Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe.
Bei Rückfragen: Simone Borris, Leiterin des Sozial- und Wohnungsamtes, Tel.: 0391/5 40 36 01
|