OB Dr. Lutz Trümper zur geplanten Verlagerung von Studienangeboten nach Halle:
"Damit würde das Land dem Hochschul- und Wissenschaftsstandort Magdeburg einen großen Imageschaden zufügen!"
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat Sachsen-Anhalts Landesregierung aufgefordert, von der geplanten Verlagerung der Lehrerausbildung und der akademischen Musikausbildung von Magdeburg nach Halle Abstand zu nehmen. "Sollten diese Pläne des Landes umgesetzt werden, sinkt die Studienvielfalt der Otto-von-Guericke-Universität", so Dr. Lutz Trümper. "Damit würde das Land dem Hochschul- und Wissenschaftsstandort Magdeburg einen großen Imageschaden zufügen!"
Derzeit ist nicht ersichtlich, dass die Bündelung der Lehrer- und Musikausbildung in Halle wesentlich zu einer Entlastung des Landeshaushaltes beitragen würde. Vielmehr würden bei der Musikausbildung neue Strukturen geschaffen, die möglicherweise von viel weniger Studenten in Anspruch genommen werden als derzeit vom Land prognostiziert. "Ich bezweifle, ob künftige Lehrer- und Musikstudenten aus der Magdeburger Region tatsächlich Halle als Studienort wählen. Es besteht vielmehr die Gefahr, dass sie zum größten Teil in anderen Bundesländern studieren werden und damit Sachsen-Anhalt insgesamt verloren gehen", warnt der Oberbürgermeister das Land.
Die geplante Verlagerung von Studienangeboten ist deswegen für Magdeburgs Oberbürgermeister das falsche Signal: "Angesichts der zahlreichen innovativen Studiengänge unserer beiden Hochschulen und der stetig steigenden Studentenzahlen, müsste auch die Landesregierung daran interessiert sein, dass diese erfolgreiche Entwicklung in der Landeshauptstadt fortgesetzt und vertieft wird", so Dr. Lutz Trümper.
In diesem Zusammenhang macht der Oberbürgermeister erneut auf das Profil des Hochschulstandortes Magdeburg aufmerksam: "Die Otto-von-Guericke-Universität und die Hochschule Magdeburg-Stendal haben sich in den vergangenen Jahren national und international profiliert und an Ansehen gewonnen. Darüber hinaus sind die beiden Einrichtungen mit ihren mittlerweile über 15.000 Studenten der entscheidende Ausgangspunkt für die Herausbildung des Forschungsstandortes Magdeburg. Mit den assoziierten Instituten entstand eine beachtliche Forschungs- und Wissenschaftsinfrastruktur in Magdeburg."
Deswegen appelliert der Oberbürgermeister erneut an das Land, akzeptable Lösungen zu suchen, um die Landeshauptstadt als Hochschul- und Wissenschaftsstandort dauerhaft zu stärken, statt ihre Zukunftsfähigkeit zu gefährden.
Auch der Stadtrat kritisiert die Pläne des Landes zur Verlagerung von Studienangeboten aus Magdeburg. Auf der Sitzung am 6. November 2003 beauftragten die Stadträte den Oberbürgermeister, im Gesetzgebungsverfahren des Landes zur Hochschulstrukturreform darauf hinzuwirken, dass die Lehrerausbildung und die akademische Musikausbildung in Magdeburg bleiben.
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