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Ein Rahmen fürs Borken-Bild
Borken - 27. November 2003. Von Gregor Wenzel (Borkener Zeitung)
Das Borken-Bild der kommenden Jahre bekommt Konturen - und eine Einfassung. Einen so genannten städtebaulichen Rahmenplan hat der Rat jetzt mit einer Gegenstimme der FDP verabschiedet. Er setzt markante Pinselstriche für Borken. Ob Sanierung, ob Entwicklung neuer Wohnviertel wie auf dem Bierbaum-Gelände oder an der Wasserstiege, ob Verkehrsfragen oder Denkmalschutz - Ziele für die nächsten Jahre sind gesetzt. Wichtig allerdings: Der Rat hat mit diesem Plan kein eigenes Recht vor Ort (wie durch einen Bebauungsplan) geschaffen. Wann und wie die Ziele umgesetzt werden können - das hängt vor allem auch von der finanziellen Lage der Stadt ab.
Nachfolgend stellt die BZ die wichtigsten Projekte vor.
Hübschere Nachbarschaft: Die Nachbarschaft des Rathauses soll schöner werden. So sollen zum Beispiel Gewerbetriebe in der Nähe ausgesiedelt werden.
Promenade: Nach der Missgunst ist vorgesehen, auch den weiteren Verlauf der Aa entlang der Straße An der Kanonenbrücke zur Promenade umzubauen.
Kreisverkehre: Der Verkehrsknotenpunkt Raiffeisenstraße/Ahauser Straße soll durch einen Kreisverkehr entschärft werden. Ein XXL-Kreisel ist an der Kreuzung Ahauser Straße/Nordring/Heidener Straße geplant.
Wohnen statt Gewerbe: Das Viertel von-Galen-Straße wird im Plan attraktiver - Gewerbebetriebe kommen raus.
Bahnhof: Das Umfeld des Bahnhofs soll attraktiver werden. Mehr Parkplätze und Stellflächen für Fahrräder sind notwendig. Der Kreisverkehr soll den Verkehr besser anbinden.
Einzelhandelsstandort: Durch das Kuhm-Center und die dort vorhandenen Parkplätze sieht die Stadt den Einzelhandelsstandort gestärkt. Besondere Bedeutung kommt der Dreiecksfläche Wilbecke/Marienstraße/Am Kuhm zu. Dort soll ein drei- bis viergeschossiger Bau mit Platz entstehen, der einen "Auftakt" zur Innenstadt darstellen soll. Gleichzeitig könnte die "gestalterisch problematische Baumasse" des Kreissparkassengebäudes kaschiert werden. In die Alte Volksbank sollten Geschäfte oder Dienstleister ziehen, um den Übergang zur Innenstadt zu schaffen.
Wasserstiege: Verwaltung und Rat wollen dieses attraktive Wohngebiet in der Nähe der City schrittweise entwickeln. Wie viele Häuser dort entstehen können, hängt auch vom Schallschutz zum Gewerbegebiet jenseits der Bahnstrecke ab. Vorhandene Bäume werden teilweise als schützenswert angesehen. Der Wasserstiege soll gezielt das kostbare Nass zugeführt werden, um das Bächlein mit einem grünen Saum aufzuwerten. Die Von-Basse-Straße soll in Hochlage die Bahntrasse überqueren. Dagegen haben die Grünen gestimmt. Sollte der Weiterbau der Straße problematisch sein, soll zunächst geprüft werden, ob erst eine Fuß- und Rad-Überquerung sinnvoll ist.
Bierbaum-Gelände: Das vier Hektar große Gelände soll mit zwei- bis dreigeschossigen Gebäuden bebaut werden. Die Opposition im Stadtrat konnte sich mit ihrer Forderung nach einem städtebaulichen Ideenwettbewerb nicht durchsetzen. Zur Heidener Straße bieten sich Handels- und Dienstleistungsflächen an. Wegen der Nähe zur Innenstadt könnte auch ein günstiger Standort für Seniorenwohnungen angeboten werden. Das Wohngebiet soll mit einer Lärmschutzwand vor dem Lärm der geplanten Südspange geschützt werden. Gegen den Tunnel im Rahmenplan haben SPD, Grüne und UWG gestimmt.
Marktplatz: Für denkbar hält der Rahmenplan ein Gebäude, das den Platz in zwei Hälfte teilt. Finanzierung: Nur durch einen Investor.
De-Wynen-Platz: Dieser Raum soll als "Vorplatz" des Marktplatzes schöner werden. Dazu sollen ein Gebäude, eine andere Pflasterung und Bäume beitragen.
Wallanlage: Mittelfristig ist vorgesehen, im Norden des Diebesturms durch Auslagerung eines Gewerbebetriebs die alte Wallanlage wieder sichtbar zu machen. Vorbild ist die Fläche rund um den Holkensturm. Auch am Diebesturm könnte dann ein Parkplatz mit 40 Plätzen entstehen. Gegen drei Gegenstimmen hält der Rat daran fest, dass im Alten Wall vor dem denkmalgeschützten Haus Rehms an der Ecke Butenwall-Vennestraße gebaut werden darf.
Neutor: Durch Aussiedlung eines Gewerbetriebs könnte auch das Gebiet rund um den Windmühlenturm städtebaulich neu geordnet werden.
Borkener Zeitung - 27. 11. 2003
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