
Pressemitteilungen der Stadt Borken
Alle Meldungen | Medienarchiv | E-Mail Abo | Im Pressearchiv suchen
Was Kinder stark macht
Seminar für Pflege- und Adoptiveltern
Borken - 03. Dezember 2003. „Was Kinder stark macht.“ Zu diesem Thema trafen sich neun Familien mit Pflege- und Adoptivkindern am vergangenen Wochenende in der Stiftung Kloster Frenswegen bei Nordhorn.
In der gemeinsamen Veranstaltung der Jugendämter der Städte Borken und Ahaus ging es um die „konstruktive Unterstützung zur Bindungsfähigkeit und Selbständigkeit“ von Pflege- und Adoptivkindern. So wurde unter anderem die sogenannte „Ich-Stärke und Ich-Schwäche“ der nicht leiblichen Kinder thematisiert, berichtet der zuständige Dipl.-Sozialarbeiter Uwe Zachej vom Borkener Jugendamt.
Deutlich wurde, dass häufig Pflegekinder aufgrund ihrer Erfahrungen nur eine geringe Ich-Stärke entwickelten. Sie seien überfordert, ihre Impulse zu steuern und für sich und die Gemeinschaft einzusetzen. Sie entwickelten daher oft eine übertriebene scheinbare Selbstständigkeit oder übertriebene Abhängigkeit. Hier benötigten die Kinder die Unterstützung der Pflegeeltern, die „Ich-Muskeln“ zu entwickeln.
Die Seminarleiter, Diplom-Psychologen Martin Janning und Vera Schlensker, betonten, dass gerade Kinder mit Ich-Schwäche überschaubare Grenzen und Regeln bräuchten. Dazu seien Rituale und Routinen nötig, die Sicherheit und Selbstvertrauen geben. „Grenzen zu setzen gründet auf gegenseitiger Achtung, auf der Einsicht in eigene Grenzen (zum Beispiel Zeit für sich zu haben) sowie dem Respekt vor körperlichen und psychischen Grenzen des anderen.“ Dabei müssten die Konsequenzen beim Regelverstoßen durchgesetzt werden und für die Kinder einschätzbar sein. Logische Konsequenzen bauten auf die Mitarbeit des Kindes auf, Grenzüberschreitungen und Regelverstöße zukünftig zu verhindern. „Kein Mensch tut willentlich etwas, von dem er glaubt, dass es ihm schadet!“
Während des Seminars standen den Kindern eigene Betreuer zur Verfügung, die für ein ansprechendes Programm auch für die Kinder sorgten. „Die Eltern hatten dadurch die Möglichkeit, gemeinsam an allen Seminarpunkten teilzunehmen, welches auch für die gute intensive Arbeit von großem Vorteil war.“, so Uwe Zachej vom Jugendamt.
Ein weiteres Seminar ist im nächsten Jahr geplant. Informationen gibt Uwe Zachej vom Fachbereich Jugend- und Familie unter. 02861/939-283.
Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de
Stadt Borken ist Mitglied bei www.presse-service.de. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und per E-Mail abonnieren.




