Leer -Wenn bei einem Kind Kopfläuse festgestellt wurden, machen sich Eltern oftmals Sorgen, wie sie die Plagegeister wieder loswerden. Das Gesundheitsamt des Landkreises Leer gibt dazu einige Tipps und versucht mit einigen Missverständnissen aufzuräumen. Dazu gehört der Hinweis, dass Kopfläuse kein Zeichen von mangelhafter Hygiene sind. "Läuse sind kein Grund, sich zu schämen", heißt es in der Mitteilung des Gesundheitsamtes, leider seien sie aber mit viel Arbeit verbunden. Wie bei einem Schnupfen kann man sich im Grunde überall anstecken. Groß ist die Ansteckungsgefahr besonders dort, wo „Köpfe zusammengesteckt werden“, wie Kinder das häufig tun.
Die ersten Symptome für Läuse ist Juckreiz der Kopfhaut. Bei genauem Hinsehen sieht man die Bissstellen und die Kopflaus selbst. Auch Nissen sind mit dem bloßen Auge oder mit einer Lupe erkennbar. „Das strichweise Scheiteln der Haare mit einem Stilkamm erleichtert die Suche“, empfiehlt Jugendärztin Dr. Ruth Rathert. Besonders im Nacken, hinter den Ohren und an den Schläfen herrsche eine optimale Temperatur für die Laus.
Mit äußerlich anzuwendenden Medikamenten aus der Apotheke kann der Kopflausbefall gut behandelt werden. Bei sachgemäßer Anwendung töten diese Mittel die Läuse ab, entgegen manchen Hinweisen in Packungsbeilagen aber nicht alle Nissen. Die müssen deshalb abgekämmt werden, informiert das Gesundheitsamt.
Diese Prozedur wird durch das Ausspülen der Haare mit lauwarmem Essigwasser (drei Esslöffel Essig auf einem Liter Wasser) erleichtert. Für das Auskämmen der Nissen gibt es spezielle Kämme, die es in der Apotheke gibt. Die Behandlung muss nach acht bis zehn Tagen zur Sicherheit wiederholt werden, damit auch restliche Nissen noch abgetötet werden und die Plage nicht von vorne beginnt. Alle Familienmitglieder und andere Kontaktpersonen sollten „untersucht“ werden.
„Läuse wieder loszuwerden, ist nicht ganz leicht“, wissen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes. Darum seien noch ein paar weitere Punkte unbedingt zu beachten. Wichtig sei, dass alle mit dem Haar in Berührung gekommenen Gegenstände wie Kämme, Haarbürsten gründlich mit einer heißen Seifenlauge gereinigt und Körperwäsche, Handtücher und Bettwäsche gewechselt werden. Mützen und Oberbekleidung sollten bei 60 Grad gewaschen werden, denn bei dieser Temperatur sterben die Läuse ab. Alles, was nicht gewaschen werden kann, wie Stofftiere, Decken oder Kissen sollten in einen verschlossenen Plastikbeutel gesteckt und dann zwei Wochen bei warmer Temperatur gelagert werden. So können die Läuse „ausgehungert“ werden.
Um weitere Neuansteckungen zu vermeiden, sollten Freunde, die Schule, der Kindergarten und alle weiteren Kontaktstellen unbedingt informiert werden. Erst wenn das Kind frei von Läusen und Nissen ist, darf es nach dem geltenden Recht so genannte Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten wieder betreten. Der Hausarzt oder das Gesundheitsamt müssen das ausdrücklich bescheinigen.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle: Dieter Backer
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