Bocholt, 19. Januar 2004
Erinnern an den Holocaust
Ausstellung ab 22. Januar im Medienzentrum / Referat am 27. Januar im Ratssaal
Bocholt (pd).
Mit zwei Veranstaltungen wird in Bocholt an den 27. Januar, den "Tag des Gedenkens an die NS-Opfer" erinnert.
Am Donnerstag, 22. Januar, wird um 19.30 Uhr im Medienzentrum (Stadtbibliothek), Hindenburgstraße 5, die Ausstellung "sie waren ja noch Kinder – Schicksale beiderseits der Grenze" durch den Bürgermeister der Stadt Bocholt, Klaus Ehling, eröffnet.
In dieser Ausstellung wird an das Schicksal der fast achtzig Kinder aus dem deutsch-niederländischen Grenzraum zwischen Anholt und Enschede erinnert, die in Konzentrationslagern und Ghettos ermordet wurden. Annie und Sini de Leeuw aus Winterswijk konnten untertauchen und so den Krieg durch mitmenschlich handelnde Niederländer, die sie versteckten, überleben. Leo Landau hingegen wurde dreijährig aus Bocholt zusammen mit seinen Eltern am 10. Dezember 1941 aus Bocholt nach Riga deportiert, wo er gemeinsam mit seiner Mutter wenige Tage später ermordet wurde.
Die von der VHS-Arbeitsgemeinschaft Synagogenlandschaften konzipierte Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Niederrhein/Westmünsterland und der Stadt Bocholt veranstaltet und bis zum 12. Februar während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek gezeigt.
Am Dienstag, 27. Januar, werden um 19.30 Uhr im Ratssaal im Rathaus Bocholt, Berliner Platz 1, Josef Niebur (VHS-Arbeitsgemeinschaft Synagogenlandschaft) und Werner Sundermann unter dem Thema "Wir bleiben in Bocholt" zum Schicksal der jüdischen Familie Lorch aus Bocholt referieren. In diesem Vortrag wird der Geschichte dieser Familie seit Jacob Per Lorch, der 1780 nach Bocholt kam und die bis heute in Bocholt lebt, nachgegangen.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, VHS, Herr Sprinz, 02871/2522-34