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Stadt will beim Konsum sparen
Stadt und Kreis begrüßen beim Neujahrsempfang zahlreiche Gäste
Borken - 20. Januar 2004. (wen). Wohlklang und Harmonie, die prägten das Spiel des Jugendsinfonieorchesters der Musikschule unter der Leitung von Benno Rickert während des Neujahrsempfangs von Stadt und Kreis gestern im Vennehof. Auch die beiden Gastgeber wollten da keine Misstöne aufkommen lassen. Bürgermeister Rolf Lührmann erinnerte vor rund 440 Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kirche und Gästen aus den Partnerstädten zwar daran, dass Städte und Kreis - ausgelöst durch die Finanzmisere "gelegentlich unterschiedliche Positionen" ausgetragen hätten. Dies dürfe aber nicht verdecken, "dass es immer noch eine gute und enge Zusammenarbeit innerhalb der kommunalen Familie im Kreis gibt."
Landrat Gerd Wiesmann hob ebenfalls die "konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit" hervor. Der Kreis wolle die positive Entwicklung Borkens mit stützen, sagte Wiesmann und erinnerte an den Ausbau der Neumühlenschule sowie an den geplanten Kreisverkehr in Weseke (die BZ berichtete), die der Kreis maßgeblich finanziert.
Bürgermeister Rolf Lührmann verwies darauf, dass die Stadt in der laufenden Wahlperiode ihre Schulden von 17,4 Millionen Euro auf 14,6 Millionen gesenkt habe. Gleichzeitig seien die Aussiedlung der Textilwerke Bierbaum, das Kuhm-Center, die Mergelsberg-Sporthalle und "Schulen ans Netz" geschultert worden. "Wir haben keinen Grund, gramgebeugt ins neue Jahr zu gehen, sondern Grund genug, mit Optimismus voranzuschreiten", so der Bürgermeister. Dies zeige auch die IHK-Studie, "in der Borken gut aussieht". Besonders freue man sich über den ersten Platz im Schuldenabbau. Die Devise müsse auch künftig lauten "Sparsam im Konsum, offensiv bei der Entwicklung der Stadt".
Dabei habe die Stadt noch viel vor: "Von A wie allgemeiner Jugendförderung bis Z wie zukünftiges Gewerbegebiet". Das bedeute aber auch Kürzungen bei freiwilligen Leistungen. In diesem Zusammenhang dankte der Bürgermeister den Vertretern von Vereinen und Verbänden für ihr Verständnis, dass in diesem Jahr die Zuschüsse um zehn Prozent gesenkt werden mussten.
"Höchsten Respekt" äußerte Lührmann für die Entscheidung von Clemens Borchers, die Geschicke seines Unternehmens wieder in die Hand zu nehmen - und erhielt dafür spontanen Applaus der zahlreichen Gäste. Auf den Industrie- und Gewerbetagen im Juni habe die Wirtschaft in Borken Gelegenheit, ihre Leistungsfähigkeit zu zeigen.
Ihre guten Neujahrswünschen haben gestern auch die Vertreter von Borkens Partnerstädten überbracht. Roger Annable (Whitstable). Linda Andersen und Christina Reuss (Albertslund), Berndt Rundberg (Mölndal) und Ulrich Schult (Grabow) wünschten dabei unter anderem dem neu gegründeten Partnerschaftsverein viel Erfolg. "Der Mensch muss im Mittelpunkt der Partnerschaft stehen", hob Grabows Bürgermeister Schult hervor. Auch dort gebe es Überlegungen, einen Verein zu gründen.
Borkener Zeitung - 20. 01. 2004
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