Bocholt, 12. Februar 2004
Kleinkinderbetreuung: Bocholter Modell bedarfsgerecht und flexibel
Regierungsvorstoß für mehr Plätze für unter Dreijährige ist längst Praxis
Bocholt (pd).
Mehr Betreuungsangebote für unter Dreijährige: Bundes-Familienministerin Renate Schmidt will durch eine Änderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes sowie Finanzspritzen an die Kommunen für jedes vierte Kind dieser Altersgruppe einen Betreuungsplatz sicherstellen. Wie sieht die Lage in Bocholt aus?
Gibt es einen Mangel an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei? Nein, meint Benedikt Püttmann, Leiter vom Fachbereich Jugend, Familie und Sport. "Die Stadt Bocholt hat mit einem hochflexiblen System schon vor Jahren die Weichen für eine bedarfsgerechte, am Kindeswohl und den Bedürfnissen der Eltern ausgerichtete Betreuungslandschaft geschaffen, und ist den Anforderungen, wie sie jetzt als richtig erkannt und propagiert werden, um Jahre voraus."
Konkret: Eltern mit Kleinkindern, die in Teil- oder Vollzeit beschäftigt sind, haben in Bocholt die Alternative zwischen einem Platz in Tageseinrichtungen für Kinder und der Tagespflege durch sog. Tagesmütter. Derzeit stehen in Bocholt insgesamt 63 Plätze für Kleinkinderbetreuung zur Verfügung, davon 39 in Tageseinrichtungen für Kinder und 24, die durch Vermittlung von Tagesmüttern abgedeckt werden können. Möglich ist die Inanspruchnahme der Tagespflege ab einem Alter von 4 Monaten. Insgesamt leben in Bocholt derzeit rund 2.000 Kinder im betreffenden Alter.
Das von der Kommunalpolitik im Jahr 2000 parteiübergreifend - bei einer Enthaltung - beschlossene Mischkonzept aus Plätzen in Einrichtungen und Tagespflege erweist sich als praxisgerecht. Ein Mangel an Betreuungsangeboten für Kleinkinder berufstätiger Eltern herrscht seitdem nicht. Im Gegenteil: "Wir könnten derzeit 20 Kinder sofort vermitteln und eine Betreuung zwischen 7 - 20 Uhr sicherstellen", sagt Püttmann.
Während die festen Plätze in Tageseinrichtungen für Kinder vorgehalten werden müssen, egal ob sie besetzt sind oder nicht, kann das Angebot über Tagesmütter deutlich flexibler gestaltet werden. Tagesmütter werden nach erfolgter Betreuung - nach Stunden abgerechnet - bezahlt.
Seit 1996 erfolgt die Vermittlung von Tagesmüttern über den Verein "Jugend und soziale Arbeit" (JUSA). In Kooperation mit dem Fachbereich Jugend, Familie und Sport wird entschieden, wer als Tagesmutter geeignet ist. Die JUSA bildet aus, klärt über rechtliche, pädagogische und sozialversicherungstechnische Fragen auf und hält Kontakt zu den Tagesmüttern, z.B. über Gesprächskreise.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Benedikt Püttmann, Leiter Fachbereich Jugend, Familie und Sport, 02871/953-524