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Magdeburg, 24. Februar 2004
"Das Land trägt für seine Oberzentren eine besondere Verantwortung"
OB Dr. Lutz Trümper begrüßt Äußerungen des Ministerpräsidenten

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat die von Ministerpräsident Prof. Wolfgang Böhmer gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung gemachten Äußerungen zur Kreisgebietsreform begrüßt. "Die Aussage des Ministerpräsidenten zur Reform und besonders die dabei spielende Rolle der Großstädte gehen in die richtige Richtung", so Dr. Lutz Trümper.

"Die bisherigen Pläne des Innenministers, welche die Belange der großen Städte ignorierten, scheinen damit hoffentlich vom Tisch zu sein", erklärt der Oberbürgermeister. "Deswegen sind die Äußerungen von Ministerpräsident Böhmer, Eingemeindungen nicht auszuschließen, auch für die Entwicklung der Landeshauptstadt Magdeburg von großer Bedeutung."

"Oberzentren wie Magdeburg und Halle prägen das Image des Landes Sachsen-Anhalt", weiß Dr. Lutz Trümper. "Fast alle Image bildenden Einrichtungen wie Theater und bedeutenden Museen, Sportarenen und Kulturhäuser, Universitäten und Forschungszentren sind in den Großstädten beheimatet. Hier gibt es gute Verkehrsanbindungen und attraktive Freizeitangebote. Die Voraussetzung dafür waren und sind zahlreiche kommunale Investitionen, damit diese Städte attraktiv bleiben."

Trotz massiver Einsparungen auf kommunaler Ebene ist es aber bereits heute schon nicht mehr möglich, die kommunalen Haushalte der Oberzentren auszugleichen. Problematisch ist dabei, dass bei kontinuierlich gesunkenen Einnahmen die Aufwendungen für den Erhalt der Infrastruktur, der Kultur, der Bildung und der Sozialaufwendungen gestiegen sind. Neben den insgesamt wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen, von denen auch andere Städte und Gemeinden des Landes betroffen sind, wirken sich bei den Oberzentren die Ungleichheiten zu Umlandgemeinden besonders schwerwiegend aus.

So wie sich das Ungleichgewicht zwischen dem Saalkreis und Halle zum Nachteil der Stadt entwickelt, können ähnliche Vorgänge auch in der Magdeburger Region beobachtet werden. Die Infrastruktur unserer Stadt wird auch von tausenden Menschen aus dem Umland genutzt. Sie wohnen in unmittelbarer Nähe zur Landeshauptstadt, arbeiten aber in der Elbestadt und nutzen die hier vorgehaltenen Angebote und Einrichtungen. "Allein nach Magdeburg kommen jeden Tag über 40.000 Einpendler aus dem Umland", weiß der Oberbürgermeister. "Der Gemeindeanteil an deren Einkommenssteuer fließt aber nicht in die Elbestadt, sondern ins Umland."

"Ein Beispiel für die absurde Entwicklung bei der Stadt-Umland-Problematik sind die Pläne Barlebens, einem Schulträgerverein aus öffentlichen Mitteln ein neu gebautes Gymnasium zur Verfügung stellen zu wollen, während in unserer Stadt zahlreiche Schulgebäude geschlossen werden oder bereits leer stehen und abgerissen werden müssen", so Dr. Lutz Trümper.

Der Oberbürgermeister bietet für neue Ansätze und zukunftsfähige Lösungen einer Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt seine Unterstützung an. "Dabei muss jedoch neben der Schaffung bezahlbarer Strukturen die weitere Entwicklungsmöglichkeit der großen Städte gesichert sein. Auf Dauer sind nur die Regionen wettbewerbsfähig, die auch über starken Oberzentren verfügen. Eingemeindungen werden dabei unumgänglich sein", appelliert Magdeburgs Stadtoberhaupt an die Landesregierung. "Das Land trägt für seine Oberzentren und damit auch für seine Landeshauptstadt Magdeburg eine besondere Verantwortung."



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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39104 Magdeburg
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