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Magdeburg, 11. März 2004
Telemann-Preisträger 2004 trug sich ins Goldene Buch der Stadt Magdeburg ein

 

 

 

 

 

 

11. März 2004

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute Nikolaus Harnoncourt im Rathaus der Landeshauptstadt. Der Telemann-Preisträger 2004 trug sich ins Goldene Buch der Stadt Magdeburg ein.

"Es ist für Magdeburg und für mich eine große Freude, dass Sie nicht nur gekommen sind, um den Telemann-Preis persönlich entgegen zunehmen, sondern auch, um im Theater Magdeburg mit Ihrem Concentus musicus Wien zu musizieren", begrüßte Magdeburgs Stadtoberhaupt den berühmten Künstler. Bei einem Konzertabend anlässlich der Verleihung des Georg-Philipp-Telemann-Preises 2004 wird Nikolaus Harnoncourt heute Abend im Theater am Universitätsplatz Telemanns großes Alterswerk "Der Tag des Gerichts" zur Aufführung bringen.

Harnoncourt hat 1953 gemeinsam mit seiner Frau Alice den Concentus musicus Wien gegründet. Heute, 51 Jahre später, gehört das Ensemble noch immer zu den wichtigsten Wegbereitern der historischen Aufführungspraxis. "Mit zahlreichen Musikeinspielungen auf Schallplatte und CD haben Sie auch dem Werk Telemanns zu weltweiter Anerkennung verholfen" dankte OB Trümper dem Preisträger anlässlich seiner Eintragung ins Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg.

 

Hintergrundinformationen zum Goldenen Buch

Das Goldene Buch der Stadt Magdeburg gibt es seit 1931, es wurde unter Oberbürgermeister Hermann Beims eingerichtet. Die erste Eintragung datiert vom 10. Mai 1931, damals trugen sich die Mitglieder des Magistrats ins Goldene Buch ein. Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Ab 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen.

Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weiter geführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder die sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.

Neben Politikern, Botschaftern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, haben sich in den zurück liegenden Jahren die Ehrenbürger der Stadt - Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, erfolgreiche Sportler wie der Handballer Stefan Kretzschmar, der Boxer Sven Ottke oder die Läuferin Grit Breuer ins Goldene Buch eingetragen. Auch Magdeburger Künstler wie der Glasgestalter Reginald Richter und Generalmusikdirektor a.D. Roland Wambeck oder besonders engagierte Bürger wie der Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt wurden mit der Eintragung ins Goldene Buch geehrt.

 

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.magdeburg.de/bürgerportal/verwaltung&politik

 


 

CONCENTUS MUSICUS WIEN

Concentus Musicus Wien wurde 1953 von Nikolaus Harnoncourt gegründet. Heute, 51 Jahre später, gehört das Ensemble noch immer zu den wichtigsten Wegbereitern der historischen Aufführungspraxis.

Nikolaus Harnoncourt gründete den Concentus Musicus Wien mit einigen Musikern aus den Reihen der Wiener Symphoniker als Spezialensemble für alte Musik auf Originalinstrumenten - "nicht aus historischen, sondern aus künstlerischen Erwägungen, weil die Musik jeder Epoche mit den Klangmitteln ihrer Zeit am lebendigsten und überzeugendsten dargestellt werden kann". Das erste öffentliche Konzert gab das Ensemble 1957 im Palais Schwarzenberg in Wien, wo von da an jährliche Konzertreihen mit dem Concentus Musicus stattfanden.

1963 wurden die ersten Werke für Teldec, damals noch "Telefunken" eingespielt. Etwa zur gleichen Zeit führten Konzertreisen das Ensemble durch ganz Westeuropa. Auf dem Programm standen unter anderem Bachs Brandenburgische Konzerte und österreichische Barockmusik. 1966 unternahmen sie ihre erste Tournee in die Vereinigten Staaten und nach Kanada.

1970 begann der Concentus Musicus Wien mit der Gesamteinspielung der Kantaten von Bach (Teldec), ein beeindruckendes Projekt, das 1989 abgeschlossen wurde. Gleichzeitig fuhren sie fort, ihre eigenen Konzertreihen im Wiener Musikverein auszubauen und Werke von Monteverdi, Purcell, Bach, Händel und Mozart einzuspielen. Ihre Aufnahmen von Bachs h-moll Messe und Monteverdis drei Opern sowie seiner Marienvesper (1610) haben für die Aufführungen alter Musik internationale Maßstäbe gesetzt.

Die Schallplatten des Concentus Musicus Wien werden immer wieder mit Preisen ausgezeichnet: Mozarts "Lucio Silla" und Händels "Theodora", zum Beispiel, gewannen 1990 und 1991 den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Die Gesamteinspielung der Bach Kantaten erhielt 1990 den "Gramophone Award for Special Achievement". 1995 wurde die Aufnahme von Bachs Johannes-Passion mit dem Cannes Classical Award ausgezeichnet. Und 1996-97 gewannen ihre Einspielungen von Mozarts "Il Re Pastore", von Bachs Motetten und von Vivaldi Concertos die höchsten Preise dreier französischer Musikverlage.

Concentus Musicus Wien tritt weiterhin regelmäßig in Wien auf und unternimmt zudem Konzertreisen in alle Teile Europas. Ihre Programme enthalten Werke von Mozart; Haydn und Händel. Zu den Solisten, mit denen sie auftreten, gehören Cecilia Bartoli, Eva Mai und Sylvia McNair. Überdies tritt das Ensemble seit 12 Jahren regelmäßig beim Sommerfestival "Styriate in Graz" auf. 1998 feierte Teldec Classical International das 40jährige Bestehen der Reihe "Das Alte Werk", in dem die Einspielungen von Concentus Musicus Wien eine zentrale Rolle spielen. Zu den neuesten Aufnahmen des Ensembles gehören Mozarts Symphonien Nr. 13, 14 und 20, seine Messen K 49, 65, 194 und 220 sowie die Mathhäuspassion von J.S. Bach, die im Jahre 2001 den Grammy-Award erhielt.

Im Juli 1999 gab Concentus Musicus Wien mit Cecilia Bartoli sein Debüt bei den Proms in London. Im folgenden Jahr führte eine Konzertreise mit Bachs Johannespassion im Programm das Ensemble zum ersten Mal auch nach Finnland und Polen.

Im letzten Jahr feierte der Concentus Musicus Wien sein 50jähriges Bestehen mit Festkonzerten in Wien, Luzern, Vaduz und London.

 

 

 

 

NIKOLAUS HARNONCOURT

 

Nikolaus Harnoncourt wurde in Berlin geboren. Er wuchs in Graz auf und studierte Cello in Wien. Von 1952 bis 1969 war Harnoncourt Cellist bei den Wiener Symphonikern. 1972 wurde er Professor für Aufführungspraxis am Salzburger Mozarteum, eine Position, die er bis 1993 innehatte.

1953 gründete Nikolaus Harnoncourt zusammen mit seiner Frau Alice Harnoncourt den Concentus musicus Wien als ein Spezialensemble für Alte Musik auf Originalinstrumenten. Seit 1957 gab er regelmäßig Konzerte mit diesem Ensemble und nahm zahlreiche Einspielungen mit Musik des 13. bis 18. Jahrhunderts für die Schallplatte auf. Zahllose Tourneen, fünf davon in die Vereinigten Staaten, haben den Concentus musicus in alle Welt geführt. Auch nach fast 50 Jahren (im Jahr 2003 feiert der Concentus musicus sein 50jähriges Bestehen!) verbindet Ensemble und Dirigent noch immer eine kontinuierliche und äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit, die sich in preisgekrönten und hoch angesehenen Aufnahmen und Konzerten niederschlägt.

Seit 1970 ist Nikolaus Harnoncourt als Dirigent tätig - in der Oper (in Mailand, Zürich, Amsterdam, Hamburg, Frankfurt und Wien leitete er Aufführungen mit Werken von Claudio Monteverdi bis zu Johann Strauß) wie auch im Konzertsaal. Er ist dabei mit den großen europäischen Orchestern aufgetreten, darunter die Berliner und Wiener Philharmoniker, das Royal Concertgebouw Orchester, die Wiener Symphoniker, das Londoner Philharmonia Orchestra und das Chamber Orchestra of Europe. Mit berühmten Solisten wie Martha Argerich, Gidon Kremer, Thomas Hampson, Dawn Upshaw, Cecilia Bartoli und Peter Seiffert verbindet ihn eine intensive Zusammenarbeit. Zu den Höhepunkten in seiner Laufbahn gehören die Produktionen der Opern Claudio Monteverdis und Wolfgang Amadeus Mozarts am Opernhaus Zürich in den Inszenierungen von Jean-Pierre Ponnelle und Jürgen Flimm, außerdem seine Konzerte mit Werken von Mozart, Haydn und Schubert am Pult des Royal Concertgebouw Orchestra und sein Beethoven-Zyklus mit dem Chamber Orchestra of Europe.

Seit 1970 hat sich Nikolaus Harnoncourts Aufnahmetätigkeit kontinuierlich entwickelt und um zahlreiche Opern, Oratorien und sinfonische Werke des 18. und 19. Jahrhunderts erweitert. Die Sinfonien und das geistliche Werk von Wolfgang Amadeus Mozart hat er konzertant aufgeführt und auf CD eingespielt. Zu seinen Aufnahmen gehören außerdem sämtliche Sinfonien Beethovens, Schuberts, Schumanns und Brahms’, ferner die späten Sinfonien von Joseph Haydn, das Violinkonzert von Beethoven, die Klavier- und Violinkonzerte von Schumann und das Violinkonzert und Doppelkonzert von Brahms.

Im Jahr 2001 hat Nikolaus Harnoncourt das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker dirigiert - ein Ereignis, das von der internationalen Kritik mit stürmischer Begeisterung aufgenommen wurde. Die Live-Übertragung erreichte viele Millionen Menschen, und die Teldec-Einspielung dieses Konzertes, die bereits eine Woche später erschien, ist bis dato über 200.000 mal verkauft worden. Auch das Neujahrskonzert 2003, zu dem Nikolaus Harnoncourt von den Wiener Philharmonikern wieder eingeladen wurde, war ein voller Erfolg.

Nikolaus Harnoncourts Einspielung der Matthäuspassion von Bach (ausgezeichnet mit dem Grammy Award) erschien im Februar 2002 auf DVD-Audio. Weitere Einspielungen in 2002 sind Smetanas Má Vlast mit den Wiener Philharmonikern und drei Einspielungen mit dem Chamber Orchestra of Europe: Dvoráks Slawische Tänze op. 46 und 72, Beethovens Klavierkonzerte Nr. 1 und 2 mit Pierre-Laurent Aimard als Solist und Harnoncourts erste Bartók-Einspielung (Divertimento für Streichorchester und Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta). Weitere in Planung befindliche Veröffentlichungen sind ein Recital mit Cecilia Bartoli (Arien von Haydn und Mozart), die abschließende und letzte CD der Gesamteinspielung aller frühen Mozart-Symhonien (KV 19a, 22, 45a, 45b, 121 und 196) und eine Box mit sämtlichen frühen Mozart-CDs (10 CDs, mid price).

Für seine herausragenden Verdienste erhielt Nikolaus Harnoncourt zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen, darunter den »Erasmus-Preis« (1980) und die »Hans-Georg-Nägeli-Medaille« der Stadt Zürich (1982). 1983 wurde Harnoncourt zum Mitglied der Königlichen Schwedischen Akademie der Musik in Stockholm ernannt und 1987 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Edinburgh verliehen. Seine Aufnahmen der Missa solemnis und der Sinfonien von Beethoven mit dem Chamber Orchestra of Europe und dem Arnold Schoenberg Chor - von denen knapp eine Million CDs verkauft wurden - sind vielfach ausgezeichnet worden, so zum Beispiel mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Record of the Year der englischen Fachzeitschrift Gramophone. 1994 wurde Nikolaus Harnoncourt der renommierte Polar-Musikpreis verliehen. Seine Aufnahmen von Beethovens Fidelio, Schumanns Genoveva und Bruckners Sinfonie Nr. 7 gewannen 1996, 1998 und 2000 den belgischen Caecilia-Preis. Er erhielt außerdem den Diapason d'Or du siecle (Januar 2000) für Monteverdis Orfeo und den Edison Award (März 2000) für Johann Strauss in Berlin. Vor kurzem wurde ihm für seine Aufnahme der Matthäuspassion von Bach der Caecilia-Preis sowie der Grammy Award 2002 in der Kategorie »Beste Interpretation eines Vokalwerkes« verliehen. Für sein Lebenswerk erhielt Harnoncourt im Mai 2002 den Ernst-von-Siemens-Preis. Im Juni 2002 nahm er außerdem in Berlin den »Pour le mérite« entgegen.

 

 



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