Bocholt, 31. März 2004
ISG-Landesprojekt: Bocholt wird gefördert
Stadtbaurat Passlick: "Prozess in der nördlichen City in Gang bringen"
Bocholt (pd).
Jetzt ist es offiziell: Bocholt erhält weitere Landesmittel zur Förderung seiner Innenstadt. Das teilte das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport am 31. März mit.
Konkret gefördert wird die Bildung von sog. Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISG). Dahinter stehen Partnerschaften zwischen privaten und öffentlichen Investoren (sog. "Public-Private-Partnership") mit dem Ziel, problembehaftete Innenstadtbereiche durch ein gemeinsames Konzept aufzuwerten, eine attraktive und lebendige Atmosphäre zu schaffen und letztlich Handel und Umsatz zu fördern.
Problemraum in Bocholt: Im Süden der City brummt es, im Norden hakt es, Leerstände nehmen zu. Die Stadt hat sich mit zwei Modellen - Nordstraße und Liebfrauenviertel - beworben. Die Ansätze sind unterschiedlich, wie Stadtbaurat Ulrich Passlick verdeutlicht. Während im Liebfrauenviertel strukturelle Maßnahmen der dortigen Händler zur Belebung des Viertels im Vordergrund stehen – gemeinsame Aktionen etc. –, gehe es in der Nordstraße darum, eine Strategie zur Umsetzung von Maßnahmen gegen die zunehmende Verödung durch Leerstände zu finden.
Die Signale zur Erarbeitung eines umfassenden Nord-Konzeptes scheinen günstig: Neben der ISG-Förderung hatte vor rund einer Woche Justizminister Wolfgang Gerhards grünes Licht für den Bau eines Justizzentrums, das am Benölkenplatz quasi das Nordende der City bilden soll, gegeben. Auch die Buchenpassage ist bereits in Planung.
Passlick: "Das Justizzentrum, das ehemalige C&A-Gebäude und die Nordstraße sind wie eine Perlenkette aufgereiht. Jetzt gilt es, einen gemeinsamen Prozess mit allen beteiligten Akteuren in Gang zu setzen." Mit im Boot sind die Werbegemeinschaft, die Straßengemeinschaften, die Stadtmarketing und die Stadtverwaltung.
"Die Förderung durch das Land kann und muss Motivation für Hauseigentümer und Händler sein, ebenfalls Aktivitäten zur Verbesserung der Situation im Norden der Innenstadt herbeizuführen", kommentierte Ludger Dieckhues, Leiter des Stadtmarketing.
Das Konzept wird am 4. Mai im Ausschuss für Planung und Bau vorgestellt.
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