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Magdeburg, 17. Mai 2004
"Damit bekommt Stadtteilkultur im Norden ein attraktives Ambiente!"
Beigeordneter Koch zur ggeplanten Sanierung des Moritzhofes

Magdeburg.

Die Sanierung und Modernisierung des Moritzhofes in der Neuen Neustadt soll noch in diesem Jahr starten. Die Planungen sind abgeschlossen, die Verwaltung hat jetzt die HU-Bau vorgelegt. "Stimmt der Stadtrat im Juni zu, können wir die notwendigen Bauvorbereitungen vornehmen und noch vor Jahresende mit den Bauarbeiten beginnen", freut sich der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport, Dr. Rüdiger Koch, dass auch im Norden der Stadt ein attraktives Kulturzentrum entstehen kann.

"Kultur wird in dem ehemaligen Bauernhof schon seit mehr als zehn Jahren gemacht", weiß der Kulturbeigeordnete. "Der Moritzhof hat lange seine Fan-Gemeinde gefunden, aber sein baulicher Zustand erfordert dringend Sanierungen." In den letzten Jahren war die Nutzung nur während der Sommermonate und nur mit Sondergenehmigung möglich.

Bereits 1996 hatte der Stadtrat in einem Grundsatzbeschluss festgelegt, den Moritzhof zu einem Stadtteilkulturzentrum zu entwickeln, im Juni 2002 wurde die Verwaltung beauftragt, Sanierung und Modernisierung des historischen Gebäudekomplexes vorzubereiten. In den zurückliegenden Jahren haben verschiedene Vereine im Moritzhof Kultur - Film, Musik, Kleinkunst - in Kooperation mit dem städtischen Kulturamt angeboten. Aktuell gibt es einen Nutzungsvertrag mit ArtIst e.V., der auch in diesem Sommer das Moritzhof-Programm organisiert.

"Trotz schwieriger Haushaltslage wollen wir dem ehemaligen Bauernhof eine Zukunft als Stadtteilkulturzentrum sichern", so Dr. Koch. Die Nutzer werden auch nach der Sanierung Kulturvereine und freie Kulturgruppen sein. Insgesamt wird die Modernisierung 2,432 Mio. Euro kosten. Für die Finanzierung stehen Fördermittel aus dem Programm "Stadtumbau Ost - Aufwertung von Stadtteilen" zur Verfügung. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 778.864 Euro.

 

 

Sanierungsmaßnahmen

Im Rahmen der Sanierung sind folgende Bauarbeiten vorgesehen:

  • die Sanierung der Fassade
  • die Erneuerung der Türen, Fenster und Treppen
  • die komplette Erneuerung des Daches (Unterbau, Dachhaut, Entwässerung)

  • kompletter Ersatz der haustechnischen Anlagen
  • Instandsetzung des Belages im Innenhof, weitgehend rollstuhlgerechte Erschließung der öffentlichen Veranstaltungsbereiche
  • Hofentwässerung
  • Schallschutzmaßnahmen
  • Erneuerung der Fußböden und Innenwände sowie des Kellers entsprechend der vorgesehenen Nutzung

Da der Gebäudekomplex unter Denkmalschutz steht, erfolgt die Sanierung nach den Vorgaben des Denkmalschutzes. Bis zum Spätherbst 2006 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. "Das setzt jedoch voraus, dass wir zum Jahresende starten können und alle Einzelmaßnahmen planmäßig über die Bühne gehen", stellt Rüdiger Jahnel, Leiter des städtischen Hochbauamtes klar.

 

Künftige Nutzung

Das Innere des Moritzhofes bleibt auch künftig der Hauptveranstaltungsbereich. Im Erdgeschoss werden Galerie, Ausstellungsräume und Gastronomie untergebracht - alle mit unmittelbarer Anbindung an den Innenhof. Im Obergeschoss entstehen Büros für die nutzenden Vereine. Der Keller nimmt die Haustechnik auf und dient darüber hinaus als Lagerraum.

Im Torhaus - dem Hauptzugang - wird der Kassenbereich untergebracht. Der Ostflügel wird künftig die Kleinkunstbühne aufnehmen und außerdem Garderobe und Toiletten beherbergen. Im Westflügel sind kleinere Werkstätten eingerichtet, er wird lediglich instand gesetzt. Die Scheune wird auch künftig nur in den Sommermonaten genutzt. Hier sollen weiterhin Filmvorführungen, aber auch Konzerte und Ausstellungen möglich sein.

 

Geschichtliches

Bereits drei Jahre nach der Wende entstand die Idee, den bis 1990 als Bauhof genutzten Moritzhof als Stadtteilkulturzentrum zu nutzen. Die Lage am Moritzplatz, der für den Stadtteil Neue Neustadt eine zentrale Rolle spielt sowie das besondere Ambiente dieses zu Anfang des 19. Jahrhunderts errichteten Ringhofes bieten kulturellen Aktivitäten an diesem Ort einen unverwechselbaren Rahmen und tragen einerseits zur Profilbildung des Stadtteils sowie der gesamten Stadt und andererseits zur Identifikation der Stadt- und Stadtteilbewohner mit ihrem Wohnort bei.

In den Jahren 1993 bis 1995 veranstalteten das Kulturamt und die "Initiativgruppe Moritzhof" Filmvorführungen und Kleinkunstveranstaltungen sowie 1995 den Jazzsommer mit der AG Jazz auf dem Moritzhof. Im Oktober 1995 entstand aus der "Initiativgruppe Moritzhof" der Moritzhof e.V., der sich für die Nutzung des Moritzhofes als Stadtteilkulturzentrum einsetzte.

 

Im Juni 1996 fasste der Stadtrat den Beschluss zur Betreibung des Moritzhofes als Stadtteilkulturzentrum innerhalb einer gesamtstädtischen Konzeption zur Stadtteilkulturarbeit. 1996 bis 98 fanden Kino- und Jazzsommer auf dem Moritzhof statt. Zusätzlich war der Hof 1996/97 innerhalb des Kultursommers Veranstaltungsort für die "Reitermesse". 1999 führte die Jazz AG den Jazzsommer durch. 2000 bis 2002 nutzten der ARTist! e.V. und die Jazz AG den Moritzhof für diverse Film-, Kleinkunst- und Jazzveranstaltungen. Auch der Kabarettverein "Die Röteln" e.V. war 2001 Nutzer des Hofes.

In den Jahren 2001 bis 03 fanden auf dem Moritzhof Veranstaltungen im Rahmen der Literaturwochen, der Magdeburger Studententage, der "cinefete - 1. Französisches Jugendfilfestival" und auch der Architekturtage Sachsen-Anhalt statt. Hauptveranstalter 2003 war der ARTist! e.V. in Zusammenarbeit mit dem Verein derART e.V., dem AU CLAIRE DE LA LUNE e.V., dem französischen Kulturinstitut und dem Kulturamt der Landeshauptstadt Magdeburg. Nach Angabe der Veranstalter besuchten in den Jahren 2000 bis 2003 jährlich ca. 8.000 bis 9.000 Kulturinteressierte den Moritzhof.

Die tragende Idee - Kunst als Katalysator für Kommunikation - wird bis heute mit Film/Programmkino, Kleinkunst, Kabarett, Jazzkonzerten, Ausstellungen, Angeboten im Bereich der darstellenden und bildenden Künste verfolgt. Der Moritzhof verleiht dem Stadtteil Neue Neustadt, in dem ca. 15.000 Magdeburger wohnen und leben, eine unersetzbare kulturelle Identität, die auf angrenzende Stadtteile und auf die ganze Stadt ausstrahlt. "Diesem Potential wollen wir mit der Sanierung des Moritzhofes dauerhaft eine Heimstatt im Norden geben", bringt der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport, Dr. Rüdiger Koch das Anliegen der Stadt auf den Punkt. "Wir bewahren hier ein Stück historisches Magdeburg und öffnen es für viele Interessengruppen. Denn betreiben sollen den Moritzhof auch nach seiner Sanierung vor allem Vereine und freie Kulturgruppen."

 



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Stadt Magdeburg
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Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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