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Magdeburg, 25. Mai 2004
Feuerwache Buckau wird Kulturhaus
Aus der wöchentlichen Dienstberatung des Oberbürgermeisters

Magdeburg.

In der Feuerwache Buckau haben bald Nachwuchs-Künstler das Sagen. Die Jugendkunstschule Haus KLE und die Abteilung Jazz/Rock/Pop des Konservatoriums sollen die künftigen Nutzer des Hauses sein. Sofern der Stadtrat noch vor der Sommerpause einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung der ehemaligen Feuerwache am Thiemplatz fasst, kann die Verwaltung die Planungen dafür in Angriff nehmen.

Der Kostenrahmen wird auf 1,282 Mio. Euro geschätzt. Die Finanzierung steht unter dem Vorbehalt der Bewilligung von Fördermitteln aus dem Städtebauförderungsprogramm für das Sanierungsgebiet Buckau und dem EFRE-Fonds der Europäischen Union. Nach Beratung in den zuständigen Ausschüssen muss der Stadtrat dem Vorhaben grundsätzlich zustimmen und die Verwaltung beauftragen, die weiteren Planungen in Auftrag zu geben.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Feuerwache Süd an der Ottersleber Chaussee im November 2001 entfiel die Funktion der bisherigen Feuerwache Buckau am Thiemplatz. Das Gebäude der Feuerwache Buckau befindet sich in städtischem Eigentum, sein Zustand ist gut. Durch die Lage im Stadtteilzentrum von Buckau bietet sich eine öffentliche Nutzung an.

Mit der Städtebauförderung im Rahmen des Gesamtvorhabens "Sanierungsgebiet Buckau" sind Fördermöglichkeiten für die Sanierung und Umnutzung vorhanden. Das Vorhaben ist zudem über die Landesinitiative Urban 21 in den EFRE-Fond der EU aufgenommen worden.

Die Abteilung Jazz/Rock/Pop des Konservatoriums "G. P. Telemann" ist derzeit in einer Baracke der Hermann- Gieseler-Halle, an der Wilhelm-Kobelt-Straße untergebracht. Die Räumlichkeiten sind nicht auf Dauer für diese Funktion geeignet und dringend sanierungsbedürftig. Im Sanierungskonzept für die Hermann-Gieseler-Halle ist vorgesehen, diesen Bereich abzureißen, das heißt, die Abteilung Jazz/ Rock/ Pop des Konservatoriums benötigt anderswo Unterrichts- und Probenräume.

 

 

Die Jugendkunstschule "Haus KLE" nutzt die in städtischem Eigentum befindliche Villa Klewitzstraße 16. Der Gebäudezustand macht eine Sanierung erforderlich. Aufgrund der für Investoren günstigen Lage und Nutzbarkeit des Objektes präferiert die Verwaltung einen Verkauf des Objektes. Die Kosten für eine Sanierung würden ca. 1,1 Mill. EUR betragen. Dafür können keine Fördermittel beantragt werden.

 

Künftige Nutzung

Das Gebäude der Feuerwache Buckau ist ein dreigeschossiger, teilunterkellerter Mauerwerksbau. Die Aufteilung der Funktionen soll geschossweise erfolgen. Die Abteilung Jazz/Rock/Pop des Konservatoriums "G. P. Telemann" soll das 1. Obergeschoss nutzen. Im zukünftigen Aufenthaltsbereich ist hierfür der Abbruch zweier nichttragender Wände geplant, wodurch sich nicht nur die Nutzbarkeit, sondern auch die Lichtverhältnisse deutlich verbessern. In der zugeordneten Fläche werden Unterrichtsräume, ein Studio und ein Büroraum sowie Toiletten untergebracht. Zusätzlich nutzt die Musikschule zwei Räume im 2. Obergeschoss und im Erdgeschoss einen Teil der ehemaligen Fahrzeughalle, die durch eine flexible Raumtrennung teilbar werden soll.

Die Jugendkunstschule "Haus KLE" erhält das 2. Obergeschoss. Da hier vor allem drei große Räume gefordert sind - Malsaal, Töpferei und Druckwerkstatt - ist der Abbruch einiger, überwiegend nichttragender Wände, vorgesehen. Hier stehen Flächen zur Verfügung, die als Druckwerkstatt, Malsaal, Töpferei, Lager und Büro genutzt werden können. Toiletten sind vorhanden. Darüber hinaus nutzt das "Haus KLE" im Erdgeschoss einen Teil der ehemaligen Fahrzeughalle sowie Lagerflächen und ein Sommeratelier im eingeschossigen Anbau.

Außer der Nutzung der ehemaligen Fahrzeughalle im Erdgeschoss für die Musikschule und die Jugendkunstschule ist hier zudem ein Foyer-/Garderobenbereich geplant, da die ehemalige Fahrzeughalle sich als Saal für kleinere Veranstaltungen/Vorstellungen anbietet. Durch eine flexible Raumtrennung soll die unterschiedliche Nutzung der dadurch entstehenden Räume für Bandunterricht (Musikschule) und für die darstellende Kunst (Jugendkunstschule) ermöglicht werden. Hierzu sind schalldämmende Maßnahmen erforderlich. Veranstaltungen des Literaturhauses mit einer zu erwartenden Personenzahl von mehr als 20 Personen können ebenfalls in der Feuerwache Buckau stattfinden. Weiterhin ist im Erdgeschoss ein Café vorgesehen.

Bei Stadtteilfesten können Thiemplatz, Saal, Foyer und Hof gemeinsam genutzt werden.

Die Nebenräume (Hausanschlussräume, Heizung, Lager) sind im Kellergeschoss vorgesehen.

Durch die gemeinsame Nutzung des Gebäudes der Feuerwache Buckau für die Abteilung Jazz/Rock/Pop des Konservatoriums und die Jugendkunstschule "Haus KLE" können für die künstlerische Kinder- und Jugendarbeit Synergieeffekte erzielt werden. Im Verhältnis zur bisherigen Raumsituation bietet die Feuerwache den beiden städtischen Einrichtungen gute Arbeitsbedingungen und lässt Raum für gemeinsame innovative Projekte zur kulturellen Belebung des städtischen Kulturleben und die Belebung des Buckauer Zentrums. Vorteile für die künftigen Nutzer sind die günstige Lage des Hauses zu Haltestellen des ÖPNV sowie die zentrale Lage im Sanierungsgebiet als Ausgangspunkt für die Aufwertungsmaßnahmen der "Grünen Mitte" und am Sülzehafen.

 

Sanierungsvorhaben

Es sind Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen vorgesehen, um das Haus langfristig zu erhalten und entsprechend den Folgenutzungen den heutigen Standards anzupassen. Abbrüche und größere, statisch relevante Umbauten sind für die geplanten Nutzungen nicht notwendig und werden aus Kostengründen vermieden. Der Dachboden wird nicht zu Aufenthaltszwecken ausgebaut, sondern nur teilweise als Abstellraum genutzt.

Die haustechnische Installation wird für die neuen Nutzungen erneuert (Elektroanlage, Telefonnetz, Heizungsverteilung, Heizkörper, usw.). Der Heizkessel, die Warmwasserbereitung und große Teile der Sanitäreinrichtungen werden weitergenutzt.

Die Fassade und der Dachboden sollen wärmegedämmt und die Fenster erneuert werden. Bei den Fenstern werden wegen des erheblichen Straßenlärms, aber auch zum Schutz der Nachbarschaft vor der Geräuschentwicklung durch den musikalischen Übungsbetrieb, erhöhte Schalldämmwerte angestrebt.

Im Bereich des Haupteinganges ist der Einbau eines Treppenliftes für Gehbehinderte vorgesehen. In allen Räumen sind Malerarbeiten und Fußbodenarbeiten erforderlich.

Die Hoffläche wird Bestandteil der Nutzung des Hauses, vor allem für Aktivitäten der Jugendkunstschule. Außerdem ist geplant, den Anteil an bepflanzten Flächen durch Abbruch von Betonflächen zu vergrößern. Die Einfriedung des Hofes soll erhalten bleiben.

Die erforderlichen Kfz-Stellplätze werden in Abstimmung zwischen dem Stadtplanungsamt und dem Sanierungsträger im Rahmen des URBAN 21 Projektes "Grüne Mitte" auf benachbarten, im Sanierungsvermögen befindlichen Grundstücken angelegt. Es sind insgesamt 16 Stellplätze notwendig: 6 für die Jugendkunstschule, 8 für die Musikschule, 2 für das Café.

Eine Nutzung des ehemaligen Schlauchturmes ist nicht geplant. Er soll im Bestand gesichert werden, da er als Symbol an die ehemalige Nutzung des Gebäudes als Feuerwache erinnern soll.

Für die Planung, Sanierung und Umnutzung der ehemaligen Feuerwache Buckau zur bedarfsgerechten Unterbringung der Abteilung Jazz/Rock/Pop des Konservatoriums "G. P. Telemann" und der Jugendkunstschule "Haus KLE" wird für den Zeitraum 2004 bis 2006 ein Baukostenrahmen von 1.260.630 EUR veranschlagt.

Hinzu kommen Kosten für den Grunderwerb in Höhe von 21.370 EUR. Die Gesamtkosten von insgesamt 1.282.000 EUR werden in Höhe von 641.000 EUR im Rahmen des Städtebauförderprogramms Sanierungsgebiet Buckau, darunter Eigenmittel der Stadt von 213.667 EUR, sowie in Höhe von 641.000 EUR im Rahmen des EFRE-Fond der EU finanziert. Die finanziellen Mittel sind im Rahmen der vorgenannten Förderprogramme in den Haushalt eingestellt und in die Prioritätenliste aufgenommen.



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
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