Begabte Spraykünstler für Graffiti-Projekte gesucht
Städtisches Jugendamt bietet Flächen für legale Graffiti
Das Sprayen ist unter Jugendlichen zu einem Kulthobby geworden. Immer mehr Jugendliche vertreiben sich ihre Zeit damit, sich auf diese Weise künstlerisch zu engagieren. Bisher mangelte es an legalen Flächen, um Graffitis zu sprayen. Die Künstler hatten keine Möglichkeit ihr Können unter Beis zu stellen. Nun hat das städtische Jugendamt Angebote zur Gestaltung von Haltestellen, Häuserdurchgängen und Mauerflächen gesammelt.
Bereits am 6. März bemängelten die Magdeburger Jugendlichen bei "Jugend im Stadtrat", dass es an legalen Graffiti-Flächen fehle, an denen sich die Jugendlichen verwirklichen können. Im Rahmen der Sitzung beantragte Jana Haake deshalb die Einrichtung von legalen Sprayerflächen, um illegale Grafittis zu vermeiden.
Die Stadt hat inzwischen darauf reagiert. Im Rahmen des Europatages am 6. Mai 2004 wurde entsprechend dem Profil des Humboldt-Gymnasiums in der Nachtweide (Europaschule) eine Außenwand des Gebäudes gestaltet. Begabten Sprayern wurden zwei Flächen à zwei mal elf Meter "Grau in Grau" zur Verfügung gestellt, um sie in ein gigantisches Kunstwerk zu verwandeln. Auch die professionelle Entfernung von Graffiti wurde vorgeführt.
Die Aktion war Abschluss und Höhepunkt eines Projektes, das vom städtischen Jugendamt, der Sprayerszene und dem Bereich Kunsterziehung am Humboldt-Gymnasium gemeinsam durchgeführt wurde. Dabei lernten die Schüler im Unterricht Interessantes über die Entstehungsgeschichte sowie über die zivil- und strafrechtlichen Folgen illegaler Graffiti.
Da offensichtlich ein beträchtlicher Bedarf an geeigneten Flächen für Graffiti-Sprayer existiert und auch die Jugendlichen selbst der Auffassung sind, dass durch Bereitstellung öffentlicher Flächen die illegalen Graffitis eingedämmt werden können - so Jana Haake in ihrem Antrag an Jugend im Stadtrat - hat das Jugendamt jetzt gemeinsam mit Wobau und MVB nach Flächen gesucht. Gemeinsam wollen sie die Gestaltung von großflächigen Haltestellen, Hausdurchgängen, Giebeln an Wohnhäusern und von Heizhäusern ermöglichen. Die dafür ausgewählten Gebäude befinden sich in Reform, Sudenburg, Schilfreite und Olvenstedt.
Die Angebote liegen im Jugendamt vor. Wer sich zur Gestaltung dieser Flächen mit legalen Graffiti in der Lage sieht, Ideen in Form von Entwürfen oder auch Fotos hat, kann sich im Jugendamt Magdeburg unter der Graffiti- Hotline 0391/ 540 31 00 melden.
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