"Niedrigwasserschleuse Rothensee ist für Magdeburgs Häfen unverzichtbar!"
OB Dr. Trümper zum Besuch von Staatssekretär Nagel
Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat heute den Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen Ralf Nagel im Industriegebiet Rothensee begrüßt. Staatssekretär Nagel informierte sich über den geplanten Ausbau des Hansehafens und besuchte weitere Unternehmen im Industriegebiet - die ENERCON GmbH und die Baustelle für das Müllheizkraftwerk Rothensee. Am Nachmittag besichtigte die Delegation auch das Wasserstraßenkreuz vor den Toren Magdeburgs.
"Mit der Fertigstellung des Wasserstraßenkreuzes im Oktober letzten Jahres gibt es erstmals eine direkte und ganzjährig vom Wasserstand der Elbe unabhängige Verbindung zwischen Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal. Das erleichtert den Gütertransport zwischen Hannover und Berlin und auch zwischen Hamburg und Magdeburg wird der Wasserweg attraktiver", würdigte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper das Engagement des Bundes für den Ausbau der Wasserstraßen. "Für den Hafen Magdeburgs ist es allerdings von existenzieller Bedeutung, dass die Hafenanlagen direkt und wasserstandsunabhängig an das Wasserstraßenkreuz angebunden sind. Ich gehe deshalb davon aus, dass die Förderzusage des Bundes zum Ausbau des Hansehafens auch ein grundsätzliches Bekenntnis zum Bau der Niedrigwasserschleuse in Rothensee ist."
Ausbau des Hansehafens
"Um den steigenden Anforderungen an einen Binnenhafen als Güterverkehrs-zentrum gerecht zu werden, beginnen wir am Rothenseer Verbindungskanal mit der Investition in ein komplett neues Hafenareal", erläutert Magdeburgs Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Dr. Klaus Puchta die Pläne für den Ausbau der Hafenanlagen. "Die Investition von rund 35 Mio. Euro umfasst eine neue, 1,5 km lange Kaianlage mit aller hafenrelevanten Technik, die Anbindung an Straße und Schiene sowie die Erschließung neuer Ansiedlungsflächen für hafenaffine Unternehmen."
Notwendig ist u.a. eine Verbreiterung des Kanals, damit der Hafen künftig für sogenannte Europaschiffe erreichbar ist und die Verlagerung des jetzt vorhandenen Deiches. Der dabei entstehende Bodenaushub wird für die Anhebung des Geländes verwendet.
Zur Erschließung des künftigen Hansehafens wird die jetzt als Sackgasse endende Straße Am Hansehafen nach Norden bis hinter das Gelände der ehemaligen Stahlgießerei Rothensee verlängert und im Ringschluss an den August-Bebel-Damm angebunden.
Vorgesehen ist darüber hinaus die Verbesserung des Güterumschlags zwischen Wasserstraße und Schiene durch den Neubau eines Container-Terminals. "Wir rechnen mit einem Zuwachs des Container-Umschlags im Magdeburger Hafen und wollen mit einem modernen Terminal die Voraussetzungen für den direkten, zügigen Güterumschlag zwischen den verschiedenen Transportwegen schaffen", so der Magdeburger Beigeordnete für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit Dr. Klaus Puchta.
"Mit dem Ausbau des Hansehafens schaffen wir unter anderem für Deutschlands größten Hersteller von Windenergieanlagen Enercon die unmittelbare Anbindung an die Wasserstraßen", nennt der Wirtschaftsbeigeordnete einen wichtigen Grund für die Ausbaupläne. "D ie Teile für die neue Generation von Windkraftanlagen E 112 mit einer Flügellänge von 56m lassen sich kaum noch auf der Straße transportieren und somit ist ein direkter Hafenanschluss für das Unternehmen unverzichtbar. Mit dem Hafenausbau werden nicht nur vorhandene Arbeitsplätze gesichert, sondern neue Arbeitsplätze in Magdeburg geschaffen."
Staatssekretär Ralf Nagel überzeugte sich bei einem Rundgang durch die Produktionshalle von Enercon in Rothensee von der Leistungsfähigkeit des Windanlagenherstellers und seinen Perspektiven am Standort Magdeburg.
Niedrigwasserschleuse Rothensee
"Die Attraktivität eines künftig vergrößerten und modernisierten Hansehafens als Zentrum des Binnenhafens Magdeburg steht und fällt jedoch mit seiner Unabhängigkeit vom Wasserstand der Elbe", betonte Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper gegenüber Staatssekretär Ralf Nagel bei der Besichtigung des Hafen-Areals. "Deshalb brauchen wir die Niedrigwasserschleuse in Rothensee."
Die Schleuse, die nur bei Niedrigwasser der Elbe geschlossen wird, garantiert für die Häfen ganzjährig einen gleichbleibend stabilen Wasserstand, so dass sie für Schiffe aus östlicher, westlicher und nördlicher Richtung stets erreichbar sind. Sie soll unmittelbar an der Steinkopfinsel entstehen und dort bei Bedarf die direkte Verbindung zur Elbe kappen.
Magdeburger Hafen GmbH
Der Magdeburger Hafen ist mit einer Fläche von rund 655 ha, 6 km Kailänge, einem Gleisnetz von 54 km, entsprechender Umschlagtechnik und einem Umschlagsvolumen von rund 2,5 bis 3,5 Mio. Tonnen jährlich der größte Binnenhafen im Osten Deutschlands.
Durch den Ausbau des Hansehafens soll sich der Hafen zu einem Allround-Logistikdienstleister und zur Hinterland-Drehscheibe für die Seehäfen an Nord- und Ostsee entwickeln. Die unmittelbare Verknüpfung der Transportwege Wasserstraße, Schiene und Straße (mit Anbindung an Bundesautobahn und Bundesstraße) ist dabei unverzichtbar.
Zukünftig will sich die Magdeburger Hafen GmbH als Betreiberin aller Magdeburger Häfen auf folgende drei Säulen stützen:
- Logistische Dienstleistungen
- Traditionelles Hafengeschäft (Umschlag, Lagerung, Distribution)
- Industrieansiedlung, Vermietung und Verpachtung,
Infrastrukturentwicklung
"Die Zeit bleibt nicht stehen. Es reicht deshalb nicht, auf die Erfolge der Vergangenheit zu verweisen. Mit dem Ausbau des Hansehafens und seiner Anbindung an das Wasserstraßenkreuz wird die Voraussetzung geschaffen, dass Magdeburgs Häfen auch in Zukunft bestehen können - als moderne Drehscheibe im globalen Güterumschlag", bringt Magdeburgs Beigeordneter für Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit Dr. Klaus Puchta das Ziel der Investition auf den Punkt. "Davon soll auch das Industriegebiet Rothensee, in dem vollständig erschlossene Flächen für die Ansiedlung von Unternehmen bereit stehen, profitieren."
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