Leer -Im äußersten Nordwesten Deutschlands wird das nach den Standards des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ausgeschilderte Radwegenetz immer größer. Bereits 1998 wurden im gesamten ostfriesischen Bereich und im Landkreis Ammerland 3.325 Kilometer Radwege nach diesem Leitsystem in einer Gemeinschaftsaktion ausgeschildert. Vor wenigen Wochen ist das gesamte Netz im Emsland mit rund 1.500 Kilometern hinzugekommen. „Damit steht in unserer Region insgesamt ein Radwegenetz zur Verfügung, in dem sich die verschiedenen Touren nicht nur ergänzen, sondern auch gegenseitig bereichern“ freut sich Geschäftsführer Dieter Schröer von der Touristik GmbH „Südliches Ostfriesland“ (Landkreis Leer ohne Borkum).
Der Radtourismus hat im „Südlichen Ostfriesland“ große Bedeutung. Nach den Worten von Schröer wurden im vergangenen Jahr mehr als 40 Prozent Umsatzes der Zentralen Zimmervermittlung von über einer Millionen Euro durch den Radtourismus erwirtschaftet. Das komme natürlich nicht von ungefähr. Nach den Worten von Schröer sind die Deutsche Fehnroute und die Internationale Dollard Route als die Zugpferde der Region anzusehen. Bereits vor fast zehn Jahren habe man erfolgreich mit Radwanderpauschalen mit Gepäcktransfer für Radwanderer begonnen. Hinzu komme beispielsweise das „Naturerlebnis mit Paddel und Pedal“. Durch ein Netz von insgesamt 13 Stationen für Fahrräder und Kanus können hier Radwandern und Wasserwandern beliebig kombiniert werden.
Nicht ohne Stolz verweist Schröer darauf, dass der Landkreis Leer und seine Ferienorte sehr früh begonnen haben, auch die notwendige Infrastruktur für Radrouten vorzuhalten. Beispielsweise die „Melkhuskes“ erweisen sich als große Bereicherung an den Strecken. Sie bieten als alternative Rastmöglichkeit frische Milchprodukte und Snacks für Zwischendurch und schaffen einen Bezug zur Landwirtschaft. Nachdem sie in den letzten Jahren entlang der Internationalen Dollard Route im Rheiderland entstanden, gibt es die ersten beiden Exemplare inzwischen auch an der Fehnroute. Aber auch die „kleine Infrastruktur“ wie Schutzhütten, Bänke oder Tische würden in Zusammenarbeit mit dem Beschäftigungspool und den Gemeinden ständig verbessert und gewartet.
Ein Glücksfall für den Landkreis Leer sei auch die Funktion als Knotenpunkt weiterer national- und international bekannter Radfernwege, erläutert Schröer. Dazu gehört beispielsweise die North Sea Cycle Route, mit einer Gesamtlänge von 6000 Kilometern der größte europäische Radfernweg. Die Dortmund-Ems-Kanal-Route und der erst vor kurzem eröffnete Emsradweg seien zum Teil die „Zubringer“ aus Nordrhein-Westfalen. Von dort kommen die meisten der Gäste in das „Südliche Ostfriesland“. Und schließlich eröffne der Ostfriesland Wanderweg den Gästen eine reizvolle Streckenführung von Rhauderfehn oder Papenburg bis an die Nordseeküste nach Esens-Bensersiel. Und auch wenn demnächst das in Planung befindliche Niedersachsennetz (N-Netz) als landesweites, übergreifendes Routennetz in Betrieb genommen werde, werde der Landkreis Leer davon profitieren: Der Emsradweg und die Strecke Groningen-Lüneburg führen durch das Leeraner Kreisgebiet.
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