Nachrichten aus der wöchentlichen Dienstberatung des Oberbürgermeisters
Magdeburg.
Jahresabschluss 2002 der NKE
Der geprüfte und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehene Jahresabschluss 2002 der Natur- und Kulturpark Elbaue GmbH (NKE) liegt vor. Die Gesellschaftervertreter sollen angewiesen werden, den Jahresüberschuss mit dem Verlustvortrag zu verrechnen und auf neue Rechnung vorzutragen sowie dem Geschäftsführer und dem Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2002 Entlastung zu erteilen.
Straßenname
Eine neue Erschließungsstraße im Neubaugebiet "An den Röthen" soll den Namen "Mergelweg" erhalten. Da die Straßennamen in diesem Baugebiet geologischen Bezug haben (Zur Tonkuhle, Zechsteinring, Keuperwinkel), wurde dieser Name für die zu benennende Straße vorgeschlagen. Mergel ist ein Sedimentgestein aus Verwitterungsprodukten von Ton- und Kalkstein. Er wird heute in der Kalk- und Zementindustrie verwendet. Über die Namensgebung entscheidet der Stadtrat voraussichtlich im Oktober.
Literaturhaus wird saniert
In der Dienstberatung des Oberbürgermeisters wurde heute die HU-Bau für die Sanierung des Literaturhauses bestätigt. 1,118 Mio. Euro will die Stadt in den bedarfsgerechten Umbau des Hauses investieren. Das Vorhaben wird im Rahmen des URBAN-Programmes und des Städtebauförderprogrammes für Buckau mit 880.365 Euro gefördert. Nach Abschluss der Sanierung soll das Literaturhaus an einen Trägerverein, der das Haus betreibt, übertragen werden. Nach Bestätigung der HU-Bau in den zuständigen Ausschüssen und im Stadtrat (vorauss. im September) kann die Stadt die weitere Planung und die Umsetzung des Vorhabens in Auftrag geben.
Das von der Landeshauptstadt Magdeburg als Literaturhaus genutzte Gebäude wurde ca. 1882 als Wohnhaus errichtet. Die Stadt nutzt das Gebäude als Erich-Weinert-Gedenkstätte. 1989/90 wurde es zum Literaturmuseum, 1994 zum Literaturhaus Magdeburg inhaltlich umgestaltet.
Durch die dringend notwendige Sanierung und die Weiternutzung des Gebäudes für kulturelle bzw. literaturbezogene Zwecke wird die städtebauliche Absicht unterstützt, den Stadtteil Magdeburg-Buckau aufzuwerten und neu zu entwickeln, zumal das Literaturhaus über die Stadt und die Region hinauswirkt und Gäste anzieht. Das Nutzungskonzept des Literaturhauses wird sich auch durch den Übergang des Hauses an einen Trägerverein nicht gravierend ändern. Es ist vorgesehen, dass der Verein "Literaturhaus Magdeburg e.V." das Gebäude als Literaturhaus übernimmt. In einem Überlassungsvertrag werden die Bedingungen und Modalitäten der Übergabe geregelt.
Die inhaltliche Arbeit des Literaturhauses orientiert sich derzeit an vier Arbeitsfeldern und soll in dieser Weise auch im sanierten Gebäude beibehalten und ausgebaut werden:
- Veranstaltungen für literatur- und kunstinteressierte Bürger und für Gäste der Stadt. Durchführung von Autorenlesungen, Buchvorstellungen, literatur- und kunstwissenschaftlichen Vorträgen, musikalisch-literarischen Programmen, Literaturverfilmungen und Schreibwerkstätten für Interessierte aller Altersgruppen, besonders für Kinder und Jugendliche.
- Dauer- und Sonderausstellungen zu literarischen Themen (Autobiografien, Rezeptionsgeschichte berühmter literarischer Werke u. a.), zu Grafik und Buchkunst, Buchillustration und Kalligrafie unter besonderer Berücksichtigung der regionalen Literaturlandschaft für alle Altersgruppen (zwei Sonderausstellungen pro Jahr für Kinder und Jugendliche).
- Gemeinsame Arbeit und Koordinierung der Vereinsarbeit der literaturbezogenen Vereine in der Stadt und Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Literaturvereinen und Institutionen; Pflege der Vereinsarbeit, um ein vielfältiges literarisches Leben zu befördern und um an großen Literaturprojekten in der Stadt mitzuarbeiten.
- Sammlungs- und Archivarbeit zu Autoren aus der Region Magdeburg, um Zeugnisse des reichen literarischen Erbes zu pflegen, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die innerhalb dieser Aufgabenfelder bisher durchgeführte Arbeit und die Weiterführung der Tätigkeit nach der Sanierung des unter Denkmalschutz stehenden Geburtshauses Erich Weinerts entspricht der "Konzeption zur Literaturpflege", beschlossen im Stadtrat im September 1996. In der Konzeption heißt es: "Die Erhaltung und der Ausbau des Literaturhauses Magdeburg zu einem festen Ort für Literatur und zu einem Zentrum der Literaturpflege in der Stadt und im Land Sachsen-Anhalt sowie zu einem Ort der (literarischen) Kommunikation ist ein wichtiges Teilziel der Literaturpflege in Magdeburg".
Raum- und Funktionsprogramm
Innerhalb des Kostenrahmens kann folgendes Raum- und Funktionsprogramm umgesetzt werden:
Kellergeschoss
- Aufstellraum für Kesselanlage
- Anordnung Zentralbatterieanlage
- Einbau einer neuen Zählerverteilung
- Bereitstellung von Lagerfläche im Nebenhaus
Erdgeschoss
- Vergrößerung des Veranstaltungsraumes (max. 20 Besucher)
- Einbau einer Teeküche zur Bewirtung im Rahmen von Veranstaltungen
- WC’s für Besucher und Rollstuhlbenutzer
- Gewährleistung eines barrierefreien Zugangs zum Gebäude
- Kassenbereich in der Nähe des Haupteingangs
1.Obergeschoss
- Sanierung eines Mehrzweckraumes (max. 17 Besucher)
- Abstellfläche für Ausstellungsmaterialien
- Ausstellungsfläche
2.Obergeschoss
- Modernisierung und Instandsetzung der vorhandenen Ausstellungsbereiche für die ständigen Ausstellungen
- Sanierung der Nachbildung des Arbeitszimmers Erich Weinerts
3.Obergeschoss
- Büroflächen für Vereine
- Abstellfläche
- Anordnung von Personal-WC’s
Dachgeschoss
Baumaßnahmen
Das bestehende Gebäude soll weitgehend erhalten bleiben, wobei im Rahmen des Umbaus umfangreiche Sanierungsmaßnahmen im Mauerwerks- und Deckenbereich ebenso erforderlich sind wie brandschutztechnische Maßnahmen, der Einbau neuer Fenster, die Errichtung eines behindertengerechten Aufzuges und konstruktive Änderungen im Zuge der funktionellen Umgestaltung. Zusätzlich müssen Wärmeschutzmaßnahmen durchgeführt werden, um die Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllen zu können.
Folgende Baumaßnahmen sind außerdem geplant:
- Erneuerung der gesamten haustechnischen Anlagen,
- Sanierung der Fassade ohne Wärmedämmung
- Einbau neuer bzw. Sanierung vorhandener Türen,
- Erneuerung der Fußböden, Beseitigung von Niveauunterschieden,
- Einbau neuer WC-Anlagen für Personal und Besucher,
- Abbruch maroder Kellerdecken.
Für die Umsetzung dieses Leistungsumfanges wurde ein Mittelbedarf in Höhe von 1.118.000 EUR errechnet. Für die Baumaßnahme stehen im Rahmen des Städtebauförderprogrammes, Sanierungsgebiet Buckau, und einer zusätzlichen URBAN-Förderung Mittel in Höhe von 880.365 EUR zur Verfügung. Der Eigenanteil der Stadt beträgt insgesamt 237.636 EUR.
Für die Gebäudenutzung vor der Sanierung wurden jährliche Kosten in Höhe von 17.838 EUR, für den Zeitraum nach der Sanierung jährliche Kosten in Höhe von 23.823 EUR, ermittelt. Der errechnete Zuwachs in Höhe von 5.983 EUR wird aus dem Budget des Dezernates IV finanziert. Die erhöhten Bewirtschaftungskosten ergeben sich einerseits aus den Verbräuchen an Wasser und Elektroenergie infolge der neuen zusätzlichen WC-Anlagen für Personal und Besucher und andererseits aus der Betreibung des Aufzuges (zusätzlicher Energieverbrauch und Wartung).
Hinweis für Journalisten:
Die in der Dienstberatung verhandelten öffentlichen Dokumente können ab morgen im Ratsinformationssystem unter www.magdeburg.de eingesehen werden.
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