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Walde Huth im Stadtmuseum
Ausstellung einer Grande Dame der Fotografie
Borken - 07. Juli 2004. Schon in den 1950er Jahren erzielt sie mit anspruchsvoller Modefotografie internationale Aufmerksamkeit. Als Protagonistin des „New Look“ der eleganten Nachkriegswelt fotografiert sie Kollektionen von Christian Dior, Jacques Fath und Maggy Rouff. Die Mannequins stellt sie vor reizvollen städtischen Kulissen in Paris und Florenz als Persönlichkeiten dar, feminin und selbstbewusst, chic und stark zugleich. Ihre Arbeiten bringen Mode und Architektur in eine expressive Beziehung. Walde Huth heißt die junge, 1923 geborene Fotografin, die ihre Ausbildung an der Staatsschule für angewandte Kunst und Handwerk in Weimar erhalten hat und in den folgenden Jahrzehnten ein weites Feld zwischen professionellen Werbesubjets und künstlerischer Fotografie bearbeiten wird.
Nach der „Frankfurter Illustrierten“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ will das Magazin „Vogue“ sie 1955 fest unter Vertrag nehmen, doch sie lehnt ab und heiratet den Architekturfotografen Karl Hugo Schmölz. In Fortsetzung der herausragenden Familientradition Schmölz konzentriert sich das Paar „schmölz + huth“ mit einem gemeinsam betriebenen Studio fortan auf die Werbefotografie und entwickelt über drei Jahrzehnte hinweg quasi ein fotografisches Protokoll bundesrepublikanischer Waren- und Bauwelten.
Von 1979 an wendet sich Walde Huth auch der künstlerischen Fotografie zu. In Ligurien entstehen die Zyklen „100 ungeschriebene Briefe“, „100 festgehaltene Schritte“ und „100 unwirkliche Wirklichkeiten“. Nach dem Tod ihres Mannes löst sie 1986 das gemeinsame Studio auf, widmet sich ganz der Gestaltung freier Themen und vertieft ihren ganz eigenen Zugang zur inszenierten und seriellen Fotografie und zu fotografischen Objets trouvés.
Unter dem Titel „Flügelschlag der Zeit“ wird im Stadtmuseum Borken am kommenden Samstag um 17.00 Uhr eine Ausstellung eröffnet, die einen Längsschnitt durch 60 Jahre ihres Schaffens bietet und den Schwerpunkt auf ihre künstlerischen Arbeiten legt. Die Einführung hält der Kunsthistoriker Thomas von Taschitzki (Weimar), der lange Jahre im Raum Düsseldorf-Köln tätig war und mit dem Werk von Walde Huth bestens vertraut ist. „Die quirlige Grande Dame der deutschen Fotografie“, wie sie anlässlich ihres 80. Geburtstages apostrophiert wurde, wird bei der Eröffnung anwesend sein.
Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de
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