Magdeburg beteiligt sich an Untersuchung zur Kinder- und Jugendbeteiligung in Magdeburg
Bertelsmann Stiftung: Politik soll Meinung von Kindern und Jugendlichen ernst nehmen
Magdeburg.
Die Landeshauptstadt Magdeburg gehört zu den 43 Kommunen in ganz Deutschland, die sich einer umfassenden Untersuchung zur Kinder- und Jugendbeteiligung in Kommunen der Bertelsmann Stiftung stellt. Neben einer Analyse der Rahmenbedingungen vor Ort wird die Stiftung dabei auch Kinder und Jugendliche, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter befragen. "Ich bin sicher, dass beim Vergleich der Kommunen Erfahrungen und Best-Praktice-Beispiele dargestellt werden, die für alle interessant und nachahmenswert sind", hofft Magdeburgs Kinderbeauftragte Katrin Thäger auf Anregungen für die eigene Arbeit.
Von Flensburg bis Freiburg, von Köln bis Görlitz: 43 Kommunen aus ganz Deutschland beteiligen sich an der Initiative "mitWirkung!", einer umfassenden Untersuchung zur Kinder- und Jugendbeteiligung in deutschen Städten und Gemeinden. Die Kommunen wurden jetzt aus mehr als 300 Bewerbungen ausgewählt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen den Städten und Gemeinden helfen, ihre Jugend- und Sozialpolitik zu verbessern und neue Wege der Bürgerbeteiligung zu erproben. "mitWirkung!" ist ein gemeinsames Projekt von Bertelsmann Stiftung, Deutschem Kinderhilfswerk und UNICEF.
Mit der Initiative "mitWirkung!" möchten die Projektträger der wachsenden Distanz aller Bevölkerungsgruppen von der Politik entgegen wirken. "Wenn wir Kinder und Jugendliche dafür gewinnen wollen, sich für das Gemeinwohl zu engagieren, müssen sie frühzeitig erfahren, dass die Politik ihre Meinung ernst nimmt", sagt Dr. Christof Eichert, Mitglied der Geschäftsleitung der Bertelsmann Stiftung.
Katrin Thäger, seit 1994 Kinderbeauftragte der Stadt Magdeburg, teilt diese Auffassung und sieht einen Schwerpunkt ihrer Arbeit darin, Beteiligungsprojekte für Kinder und Jugendliche zu initiieren und zu begleiten. "Ich bin sehr froh, dass aus der losen Folge von `Jugend im Stadtrat` in diesem Jahr das Jugendforum entstanden ist, das sich als etabliertes Gremium in Kommunalpolitik einmischt. Hier haben Jugendliche Verantwortung übernommen, für ihre Interessen zu streiten und sich für das Gemeinwohl zu engagieren."
Darüber hinaus existiert in Magdeburg mit der Arbeitsgruppe "Spielraum Stadt" ein Gremium, das insbesondere bei der Gestaltung von Spielplätzen und öffentlichen Plätzen die Wünsche von Kindern erkundet und für deren Umsetzung wirbt. Magdeburg ist die einzige Kommune in Sachsen-Anhalt, die an der Untersuchung beteiligt ist.
In den kommenden Monaten untersucht die Stiftung, von welchen Faktoren es abhängt, ob und wie sich junge Leute aktiv in die Gestaltung des Gemeinwesens einbringen. Rund 15.000 Personen - Schüler zwischen 12 und 18 Jahren, Schulleiter, Lehrer und Vertreter der Kommunen - werden von Wissenschaftlern der Universität Zürich befragt. Die Kommunen und Schulen werden dabei unterstützt, ihre vorhandenen Angebote zu analysieren und zu verbessern.
Die 43 teilnehmenden Städte und Gemeinden wurden nach statistischen Kriterien ausgewählt. Einwohnerzahl und regionale Verteilung spielten ebenso eine Rolle wie wirtschaftliche Situation und bestehende Beteiligungsangebote für Kinder und Jugendliche. Berlin, Hamburg und München sind ebenso dabei wie Bützow in Mecklenburg-Vorpommern (8.300 Einwohner) und Krummhörn in Niedersachsen (1.350 Einwohner).
Erste Ergebnisse der Studie sollen im Sommer 2005 vorliegen. Die Bertelsmann Stiftung plant, gemeinsam mit ausgewählten Kommunen Referenzmodelle für vorbildliche Kinder- und Jugendbeteiligung zu entwickeln. Anschließend will die Stiftung die Projekterfahrungen zu konkreten Handlungsempfehlungen bündeln und allen deutschen Kommunen zur Verfügung stellen.
Rückfragen an: Martin Biebricher, Tel. 05241/ 81-81 379
Katrin Thäger, Tel.: 0391/532 20 28
Weitere Informationen finden Sie unter www.bertelsmann-stiftung.de
|