OB Dr. Lutz Trümper überreichte Stadtplakette an das Modehaus Meinke-Bucks
Zum 43. Mal hat Magdeburgs Oberbürgermeister eine Stadtplakette der Landeshauptstadt überreicht. Am Vormittag verlieh Dr. Lutz Trümper im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer Magdeburg die Stadtplakette in Silber an das in Ottersleben ansässige Modehaus Meinke-Bucks. Die Firma feiert in diesem Jahr ihr 85-jähriges Bestehen.
Am 16. September 1919 eröffnete der Kaufmann Wilhelm Bucks in der Großen Schulstraße 8 in Ottersleben ein Kolonialwarengeschäft. Die damalige Geschäftseröffnung geschah in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Zeit, da der 1. Weltkrieg auch in Ottersleben seine Spuren hinterließ. Viele Kriegstote, eine hohe Arbeitslosigkeit und Armut sowie wenig soziale Unterstützung für die Bewohner prägten damals den Ort.
Wilhelm Bucks gab kurze Zeit später den Handel mit Waren des täglichen Bedarfs auf und spezialisierte sich als Textilgeschäft. Der kleine Laden an der Ecke Osterweddinger Straße/Große Schulstraße - noch heute kann man dort den alten Namen Bucks an der Tür bewundern - war für die Ottersleber eine beliebte Einkaufsstätte.
Mit Geschick und Weitsicht konnte Wilhelm Bucks sein Geschäft durch die schweren Zeiten der Inflation und Arbeitslosigkeit, durch den 2.Weltkrieg und die Nachkriegszeit führen. Nach seinem Tod 1957 übernahm seine Frau Lucie das Geschäft. Sie führte das Modehaus 25 Jahre und übergab es 1982 an ihre Tochter Veronica Meinke.
Mit der Wende 1989 fasste die Familie Meinke den Entschluss, die Familientradition des Textilfachhandels fortzusetzen und den neuen marktwirtschaftlichen Erfordernissen anzupassen. Mit der Eröffnung eines zweiten Geschäftes im November 1992 entstand in Alt Ottersleben 18 ein modernes Modehaus.
Hintergrundinformationen zur Stadtplakette
Vergeben wird die Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg an Vereine, Firmen, Körperschaften, Verbände und andere Einrichtungen, die ihren Sitz in Magdeburg haben. Sie wird in Bronze bei 50-jährigen Jubiläen verliehen, in Silber bei 75-jährigen Jubiläen und in Gold, wenn eine Firma, ein Verein oder eine Institution seit mindestens 100 Jahren besteht. Über die Verleihung entscheidet der Stadtrat.
Zum ersten Mal wurde eine Stadtplakette der Landeshauptstadt Magdeburg 1996 an den Verband der Kleingärtner Magdeburg e.V. verliehen. Anlass war dessen 75-jähriges Jubiläum. Seitdem wurden 39 Stadtplaketten vergeben, darunter an alteingesessene Magdeburger Unternehmen, an Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren und Verbände. Zu den Geehrten gehören die Stadtsparkasse, die IHK und die Handwerkskammer ebenso wie die Paul Schuster GmbH, die Dombuchhandlung Holtermann, das Autohaus Lerchner und die Gerling & Rausch GmbH.
Eine Stadtplakette ging seit 1996 u.a. auch an die Freiwilligen Feuerwehren in Ottersleben und Pechau, an das Akkordeonorchester und das Folklore-Ensemble, an traditionelle Sportvereine und die Johannisloge "Ferdinand zur Glückseligkeit". Der Jubilar unter den Geehrten ist die Malerinnung Magdeburg, die 1997 ihr 800-jähriges Bestehen feierte und dafür eine Stadtplakette in Gold in Empfang nehmen durfte.
Die Stadtplakette hat einen Durchmesser von 105 mm. Sie zeigt auf der Vorderseite das Kloster Unserer Lieben Frauen, den Dom und das Alte Rathaus mit dem Magdeburger Reiter. Die Umschrift auf der Vorderseite lautet Landeshauptstadt Magdeburg. Auf der Rückseite steht die Jahreszahl DCCCV (für 805) und FUNDATA EST (gegründet), darunter ist ein aufgeschlagenes Buch berühmter Persönlichkeiten Magdeburgs mit dem Stadtwappen als Siegel abgebildet.
Entworfen hat die Stadtplakette der Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel, gegossen wurde sie von der Firma Paul Schuster. Mit der Stadtplakette erhalten die Ausgezeichneten eine Ehrenurkunde, die von der Magdeburger Kalligraphin Gudrun Seffers gestaltet wird.
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