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Drei Kameraden & Der Schwarze Obelisk
Borken - 13. Oktober 2004. Erich Maria Remarque – wer denkt da nicht als erstes an seinen Roman „Im Westen nichts Neues“, vielleicht noch an „Die Nacht von Lissabon“? Im Gesamtwerk des Autors gibt es aber auch zahlreiche weniger bekannte Seiten und Werke neu- und wiederzuentdecken. Einige davon werden am kommenden Sonntag, den 17. Oktober, im Rahmen einer Lesung im Stadtmuseum Borken vorgestellt.
So hat Remarque drei beeindruckende und berührende Romane über die Weimarer Zeit geschrieben. Die Hauptfiguren gehören der jungen Generation an, die nach desaströsen Kriegserfahrungen das Vertrauen in die alten Autoritäten und Leitbilder gründlich verloren hat und sich illusionslos und nüchtern, aber mit viel Witz und Verstand auf die Suche nach einem neuen Leben begibt.
Unscheinbar und zeittypisch, selbstbewusst und auf eine praktische Weise solidarisch sind sie, die Kriegsheimkehrer auf ihrem „Weg zurück“, der sie in ihr altes Gymnasium führt, um das Abitur nachzuholen. Wagemutig und uneigennützig sind die „Drei Kameraden“, die im Berlin der 20er Jahre, geprägt von nervöser Lebensfreude, Inflation und politischen Unruhen, eine Autowerkstatt betreiben und eine Freundschaft pflegen, die entwaffnend ist. Diesen zweiten Weimar-Roman wertete die New York Times zugleich als „eine der ergreifendsten Liebesgeschichten unserer Zeit“. Der „Schwarze Obelisk“, erst 1956 als Geschichte einer verspäteten Jugend geschrieben, spielt erneut in einem Milieu, das Remarques Heimatstadt Osnabrück nachempfunden ist. Herrlich satirische Züge trägt dieses Werk, denn seine findigen Protagonisten suchen in unsicheren Zeiten mit dem „todsicheren Gewerbe“ des Grabsteinhandels zu überleben. Mit diesem Buch habe Erich Maria Remarque „einer kurzen, aber wesentlichen Epoche der jüngeren deutschen Geschichte ein literarisches Denkmal gesetzt“, urteilte die Frankfurter Allgemeine.
In der Tat: Schon in diesen drei Romanen erweist sich der Autor als ungemein genauer Beobachter seiner Zeit, als radikaler, aber unideologischer Deuter der Politik und als Menschenfreund, der auf Distanz blieb.
>> Beginn: 17.00 Uhr, Eintritt: 3,00 €.
Pressekontakt: Stadt Borken, Pressesprecher Bernd Kemper, Tel. 02861 / 939 - 303, bernd.kemper@borken.de
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