Der Umgang mit Demenzkranken ist das Gesamtthema von drei Abendveranstaltungen im November im Nachbarschaftstreff des Bauvereins Leer. Veranstalter sind der Sozialpsychiatrische Verbund des Landkreises Leer in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Leer, der Seniorenbeauftragten des Landkreises und dem Nachbarschaftshilfeverein des Bauvereins. Die Informationsabende sind Folgeveranstaltungen des vor rund einem Jahr in der Evenburg in Leer-Loga durchgeführten Projektes „Leben mit altersverwirrten Menschen – eine Zukunftsaufgabe“.
Zuständig für die Gesamtleitung der Veranstaltung ist Peter Lücke, Nervenarzt im Sozialpsychiatrischen Dienst beim Gesundheitsamt des Landkreises. Die große Resonanz auf die Veranstaltung vor einem Jahr in der Evenburg habe gezeigt, dass ein Bedarf an weiteren Angeboten bestehe, sagt Lücke und erklärt: „Wenn in einer Familie jemand an einer Demenz erkrankt, bedeutet das für den Betroffenen und für die nächsten Angehörigen einschneidende Veränderungen im Leben, die mit enormen seelischen und körperlichen Belastungen einher gehen können. Aber es gibt Möglichkeiten, den Betroffenen wirksam zu helfen.“ Dazu gehöre eine genaue Kenntnis der Erkrankung und der Probleme, die sie für das Zusammenleben von Betroffenen und Angehörigen mit sich bringt. Ebenso wichtig sei das Wissen um Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort. „Diese Kenntnisse wollen wir den Angehörigen in unserer Veranstaltungsreihe vermitteln“, so Lücke.
Die im Nachbarschaftstreff des Bauvereins Leer an der Evenburgallee 51 geplanten Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr mit einem Impulsreferat. Anschließend ist Zeit eingeplant, um den Referenten Fragen zu stellen und miteinander zu diskutieren. Bei Interesse können am Ende der Veranstaltung mit dem Leiter des Seminars auch Folgeveranstaltungen abgesprochen werden. Auch die Gründung einer themengeleiteten Gesprächsgruppe für Angehörige von demenzkranken Menschen ist möglich.
Am 3. November befasst sich Prof. Dr. med. Wolfgang Trabert von der Abteilung für Psychotherapie, Psychosomatik und Psychiatrie am Hans-Susemihl-Krankenhaus Emden mit Ursachen, Diagnostik, Krankheitsbild und –verlauf der Krankheit sowie mit Erklärungsansätzen für die Symptomatik und Behandlungsmöglichkeiten.
Am 17. November heißt das Thema „Demente verstehen“: Im Mittelpunkt steht dann der hilfreiche Umgang mit verwirrten alten Menschen im Alltag. Referentin ist die Diplom-Geronto-login Luitgard Franke aus Münster. In der dritten und letzten Veranstaltung am 24. November geht es schließlich um juristische Probleme bei Altersverwirrtheit, um Aspekte der Pflegeversicherung und ergänzende Hilfen und um Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort. Referenten sind Otto Krieger, Richter beim Amtsgericht Leer, Bernhard Fecht von der Betreuungsstelle, Detlef Schlickmann, Diplom-Pflegewirt beim Medizinischer Dienst Oldenburg sowie Heike Diekhoff, Seniorenbeauftragte des Landkreises und der Leiter des Seminars Peter Lücke.
Die Veranstaltungen sind kostenlos. Eine vorherige Anmeldung bei der VHS-Leer ist erwünscht aber nicht Bedingung für die Teilnahme.
Pressekontakt: Landkreis Leer, Pressestelle, Dieter Backer
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