Nachrichten aus der wöchentlichen Dienstberatung des Oberbürgermeisters
Magdeburg.
Übertragung von Kitas
Zum 1. März 2005 sollen weitere Kindereinrichtungen an freie Träger übertragen werden. Entsprechende Drucksachen wurden heute in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters bestätigt und gehen nach Beratung in den zuständigen Ausschüssen in den Stadtrat.
Die Arbeiterwohlfahrt will folgende Einrichtungen übernehmen:
- Kindertagesstätte Quittenfrüchtchen (Quittenweg 52)
- Hort Salbke (Greifenhagener Str. 7)
- Hort Westerhüsen (Zackmünder Str. 1)
Die Kolping-Bildungswerk g GmbH wird die Einrichtungen
- Kinderkrippe Wiesenschlümpfe (Moldenstr. 18) und die
- Kindertagesstätte Rasselbande (Moldenstr. 18)
übernehmen.
Der Förderverein "Kindertagesstätte Am Salbker See" wird folgende Einrichtungen übernehmen:
- Kindertagesstätte Am Salbker See (Am Unterhorstweg 28)
- Kindertagesstätte Bertis Biberburg (Faberstr. 31)
- Kindertagesstätte Westerhüsen (Zackmünder Str. 1b)
Die Stadt Magdeburg stellt den neuen Träger bedarfsgerechte Räume zur Nutzung zur Verfügung. Mit der Übertragung der Einrichtungen geht auch das dort beschäftigte Personal zum freien Träger über - vorausgesetzt, die Mitarbeiter stimmen dem zu. Eine Übertragung ohne Personal erfolgt nur, wenn dadurch im Personalbestand der Stadt kein Überhang entsteht.
Leistungsverträge mit Trägern der freien Jugendhilfe
Das Dezernat für Soziales, Jugend und Gesundheit schließt mit dem Internationalen Bund für Sozialarbeit e.V. einen Leistungsvertrag ab, um das Projekt "Die Chance" im kommenden Jahr zu fördern. Ein weiterer Leistungsvertrag wird mit dem Leistungsverbund Braunschweig-Magdeburg e.V, der Bildung und Beruf gGmbH, dem BAJ Magdeburg e.V. und dem Internationalen Bund für Sozialarbeit e.V. geschlossen, die gemeinsam das "Magdeburger Jugendnetz für Arbeit und Zukunft" betreiben.
Über den Abschluss der Leistungsverträge entscheidet abschließend der Jugendhilfeausschuss
Der Internationale Bund für Sozialarbeit e. V. setzte bereits in den zurückliegenden Jahren erfolgreich das Freiwillige Soziale Trainingsjahr (FSTJ) im Stadtgebiet Neustädter Feld um und gründete in diesem Kontext ein Qualifizierungsbüro. Zentraler Ansatz des FSTJ ist es, auf der Basis niederschwelliger Angebote jungen Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren berufliche und soziale Schlüsselqualifikationen zu vermitteln. Mit dem FSTJ sollen insbesondere benachteiligte, randständige Schul- oder Ausbildungsabbrecher sowie drogen-, gewalt- und kriminalitätsgefährdete Jugendliche erreicht werden. Wichtigstes übergeordnetes Ziel der Maßnahme ist die dauerhafte gesellschaftliche und berufliche Integration der jungen Frauen und Männer.
Der Internationale Bund für Sozialarbeit e. V. ist seit 12 Jahren Träger verschiedenster berufsvorbereitender Maßnahmen. Seit 1998 setzt er das INKA-Modellprojekt "Soziale Integration junger Menschen zur dauerhaften Loslösung von Kriminalität und Unterstützung bei der Entwicklung neuer Lebensperspektiven" um. In diesem Projekt wurden insbesondere 16 - 25jährige Straffällige nach Verbüßung einer Haftstrafe oder von Haftstrafe Bedrohte bzw. Jugendliche mit Bewährungs- oder Gerichtsauflagen integriert. Da der Träger seit vielen Jahren Erfahrungen in der Arbeit mit der Zielgruppe der straffällig gewordenen jungen Menschen gesammelt hat und umfangreiche Kompetenzen auf diesem Gebiet nachweisen kann, wurde in der Überarbeitung des FSTJ-Konzeptes diese Zielgruppe besonders berücksichtigt.
Das Leistungsangebot wird auch weiterhin in Kooperation mit der Jugendwerkstatt "Buntes Werkstattprojekt" des Jugendamtes umgesetzt. Durch die Nutzung von Räumlichkeiten durch das Qualifizierungsbüro sowie die Bereitstellung von bis zu 15 Werkstattplätzen für die FSTJ-Teilnehmer/-innen in der Einstiegsphase (6wöchige Motivations- und Orientierungsphase) können vorhandene Ressourcen optimal genutzt und der finanzielle Anteil der Landeshauptstadt Magdeburg an der Gesamtfinanzierung in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden. Es können bis zu 30 junge Frauen und Männer für einen Zeitraum von maximal 6 Monaten betreut und gefördert werden, wobei ein laufender Einstieg in das Projekt möglich ist.
Seit Januar 2004 arbeiten im "Magdeburger Jugendnetz für Arbeit und Zukunft" die vier anerkannten freien Träger der Jugendhilfe Ausbildungsverbund der Wirtschaftsregion Braunschweig-Magdeburg e. V. (ABV), Bildung und Beruf gGmbH (B&B), Berufliche Ausbildung und Qualifizierung Jugendlicher und junger Erwachsener-Magdeburg e. V. (BAJ) und Internationaler Bund für Sozialarbeit e. V. (IB) gemeinsam an der beruflichen Integration Jugendlicher und junger Erwachsener. Mit dem vierten Gesetz über die modernen Dienstleistungen am Arbeitsmarkt (HARTZ IV) sind veränderte Rahmenbedingungen für die berufliche und soziale Integration junger Menschen verbunden. Für jugendliche Arbeitslose und/oder Sozialhilfebeziehende bis 25 Jahre wird ab Januar 2005 eine Ausbildung oder eine Beschäftigung im Ausbildungsstellenmarkt, im Arbeitsmarkt oder als Zuverdienstmöglichkeit gesetzlich zugesichert. Die Zuverdienstmöglichkeiten verstehen sich dabei als Brücken in den ersten Arbeitsmarkt, d. h. sie sollen der beruflichen Orientierung, Erprobung vorhandener Kenntnisse und Fertigkeiten dienen und gleichzeitig das Einkommen der jugendlichen Arbeitnehmer/-innen angemessen verbessern. Damit sollen Anreize zur Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Erwerbsarbeit geschaffen werden.
Mit diesen beschäftigungsförderlichen Ansätzen erhalten die bisherigen Angebote des "Magdeburger Netzwerkes für Arbeit und Zukunft" neue Möglichkeiten und auch eine neue, besonders wichtige Funktion. Mit der gesetzlichen Grundlage wird die Hoffnung verbunden, dass die jugendlichen Arbeitssuchenden gegenüber früher aus einem größeren und qualifizierteren verbindlichen Angebot an Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten auswählen können. Das Netzwerk steht künftig vor der Herausforderung, im Prozess der Neugestaltung und Neuorientierung qualifiziert zu beraten und zu informieren. Das "Magdeburger Jugendnetz" verfolgt folgende Ziele und methodische Ansätze:
- Niederschwellige Kontaktaufnahme und intensive Einzelfallhilfen mit jugendlichen Ausbildungsplatz- und Arbeitsplatznachfragern mit Vermittlungshemmnissen.
- Motivation zu einem selbstbestimmten, von Versorgungsleistungen unabhängigem Erwerbsleben für Jugendliche bis 25 Jahre.
- Akquisition von Beschäftigungsmöglichkeiten bei Unternehmen und individuell zugeschnittener geförderter Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten zum schnellstmöglichen Übergang in betriebliche Ausbildung bzw. Arbeit.
- Reduzierung sozialer Defizite und Probleme (z. B. Schulden, Sucht, Wohnungsnot), die mögliche Beschäftigungsverhältnisse oder anderweitige Maßnahmen und Angebote zur beruflichen Integration behindern.
- Hilfen zur Jobsuche, Qualifizierung, Motivierung und Stabilisierung
- Unterstützung der Fallmanager in den Job-Centern.
- Transfer, Aufklärung (z. B. über Fördermöglichkeiten) und Vernetzung der Akteure der Jugendhilfe,
Durch die bereits erfolgreich geleistete Netzwerkarbeit, u. a. mit den verschiedenen Teams der Agentur für Arbeit, des Jugendamtes und des Sozial- und Wohnungsamtes, mit Beratungsstellen, Einrichtungen der Jugendhilfe, mit regionalen Dienstleistern (Zeitarbeitsfirmen) sowie klein- und mittelständischen Industrie- und Handwerksbetrieben der Region, sind die Mitarbeiter/-innen in der Lage, vielschichtige und passgenaue Angebote, die sich an den Bedarfen der Wirtschaft und den Potenzialen der Jugendlichen gleichermaßen orientieren, zu unterbreiten.
Für Rückfragen: Tel.: 540 27 69
Die öffentlichen Dokumente sind ab morgen im Ratsinformationssystem unter
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