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Magdeburg, 10. Januar 2005
OB Dr. Trümper ruft auf zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs 1945

Magdeburg.

Am 16.Januar jährt sich zum 60. Mal der Tag, an dem Magdeburg - wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges - in Schutt und Asche fiel. Der 16. Januar ist deshalb bis heute für die Magdeburgerinnen und Magdeburger ein Tag der Trauer und des Andenkens an die Opfer von Krieg und Gewalt. Alljährlich erinnern wir uns an den Gräbern der Männer, Frauen und Kinder auf dem Magdeburger Westfriedhof an die Zerstörung unserer Stadt und an das Leid, das den Überlebenden zugefügt wurde.

Die Wunden, die dieser Tag unserer Heimatstadt geschlagen hat, sind bis heute im Stadtbild sichtbar. Nie werden wir vergessen, was Krieg und Gewalt den Menschen zufügen können. Der 16. Januar ist uns deshalb auch in diesem Jahr Anlass, für ein Miteinander der Menschen in Frieden, gegenseitiger Achtung und Toleranz zu werben. Im Gedenken an die Toten dürfen wir nicht vergessen, dass der Zweite Weltkrieg von deutschem Boden ausging. Der Krieg kam nach Deutschland zurück, Magdeburg teilt das Schicksal vieler Städte, die schwer zerstört wurden, in denen Tausende Menschen ihr Leben verloren.

Deshalb steht der 16. Januar in Magdeburg traditionell im Zeichen des Gedenkens an die Zerstörung unserer Stadt. In diesem Jahr, in dem wir das 1200jährige Jubiläum der Stadtgründung feiern, in ganz besonderer Weise. Denn die zweimalige Zerstörung Magdeburgs - im 30jährigen Krieg und am Ende des Zweiten Weltkrieges - markiert die schwierigsten, verheerendsten Epochen in unserer Stadtgeschichte. Daran wollen wir uns gemeinsam bei der zentralen Gedenkfeier für die Opfer der Zerstörung unserer Stadt am 16. Januar 1945 erinnern. Ich lade alle Magdeburgerinnen und Magdeburger ein, mit ihrer Teilnahme an dieser Gedenkfeier am kommenden Sonntag um 13.00 Uhr auf dem Westfriedhof die Erinnerung an das unermessliche Leid und die schweren Verluste, die unsere Stadt vor 60 Jahren hinnehmen musste, wach zu halten.

Unser Erinnern soll zugleich getragen sein von dem Willen, die Erhaltung des Friedens überall auf der Welt zu unterstützen. Zeigen Sie mit Ihrer Teilnahme an der Gedenkfeier auf dem Westfriedhof, dass Sie dieses Anliegen unterstützen.

 

 

 

Einen Tag zuvor, am 15. Januar wollen Vereinigungen mit eindeutig neonazistischem Profil Magdeburg zur Plattform für eine Kundgebung machen. Bürgerinnen und Bürger, der Stadtrat und ich sind sich mehrheitlich einig, dass für geschichtsverfälschendes und radikales Gedankengut in unserer Stadt kein Platz sein darf. Darum habe ich mich persönlich dafür eingesetzt, diese Veranstaltung zu verbieten. Leider wird dieses Verbot jedoch rechtlich nicht durchsetzbar sein.

Um in der Öffentlichkeit ein Zeichen zu setzen, werde ich gemeinsam mit Bürgern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im unmittelbaren Anschluss an die Kundgebung der rechten Gruppierungen einen symbolischen "Kehraus des braunen Drecks" vornehmen.

Im Wissen um weitere, am 15. Januar parallel angemeldete Veranstaltungen in der Innenstadt bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger, die ihrem Protest gegen neonazistische und nationalistische Tendenzen Ausdruck geben wollen, um Besonnenheit und Gewaltfreiheit.

Lassen Sie uns am 16. Januar um 13.00 Uhr auf dem Westfriedhof gemeinsam der Zerstörung unserer Stadt vor 60 Jahren gedenken und machen wir uns das unermessliche Leid bewusst, das in der Folge des von Deutschland ausgelösten Krieges über Menschen, Städte und Länder in aller Welt kam.

 

 

Dr. Lutz Trümper

Oberbürgermeister



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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39104 Magdeburg
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