"Magda" mahnt gegen Krieg und Vergessen
Gemeinsames Gedenken zum Tag für die Opfer des Nationalsozialismus
Magdeburg.
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wird am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, gemeinsam mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde sowie der evangelischen und katholischen Kirchen um 12.00 Uhr am Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers "Magda" in Magdeburg-Rothensee einen Kranz nieder legen.
"Schweigend wollen wir an diesem Tag jener gedenken, die in unserer Stadt durch das nationalsozialistische Regime zu Tode gekommen sind", so Magdeburgs Stadtoberhaupt. "Die Tatsache, dass es in Magdeburg Außenstellen von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit gab, ist viele Jahre aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt worden. Mit dem Mahnmal ‚Magda' haben wir den Menschen, die in diesen Lagern gequält und ermordet wurden, ein Denkmal gesetzt. Die Erinnerung an dieses Kapitel Stadtgeschichte ist Teil der Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit, der wir uns nicht entziehen wollen."
Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper ruft deshalb die Magdeburgerinnen und Magdeburger auf, durch ihre Teilnahme an der Gedenkveranstaltung die unschuldig zu Tode Gequälten zu ehren und ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen. "Erst vor zehn Tagen mussten wir erleben, wie Neonazis versuchen, Holocoust und Menschenverachtung zu verharmlosen. Magdeburg hat sich dagegen gewehrt - ein ermutigenden Zeichen. Wir dürfen nicht innehalten in unserem Mahnen gegen das Vergessen und in unserer Wachsamkeit."
In der Nähe des ehemaligen Lagers "Magda", in der Rothenseer Havelstraße/Ecke Heinrichsberger Straße wurde am 26. Januar 2001 das von dem Metallplastiker Peter Hinz und dem Schriftsteller Jürgen Rennert geschaffene Mahnmal enthüllt.
Seit Juni 1944 waren dorthin 2.170 zumeist ungarische Juden des Konzentrationslagers Buchenwald in das KZ-Außenlager "Magda" überführt und zur Schwerstarbeit für die Braunkohle-Benzin AG (BRABAG) gezwungen worden. Bis zur Auflösung des Lagers im Februar 1945 wurden 550 Häftlinge durch Arbeit vernichtet. Die Gebete zum Tag spricht Landesrabbiner Moshe Flomenmann.
Am Abend hält der Magdeburger Historiker Pascal Begrich in der Stadtbibliothek am Universitätsplatz einen Vortrag zum Thema "Das KZ-Außenlager für Frauen der Firma Polte, Magdeburg". Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper spricht einleitend ein Grußwort.
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