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Magdeburg, 28. Februar 2005
Eintragung in das Gästebuch für hochrangige Gäste
Politiker und Diplomaten zu 40 Jahren Deutsch-Israelischen Beziehungen im Neuen Rathaus empfangen

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing heute den ehemaligen deutschen Botschafter a.D. in Israel Otto von der Gablentz sowie den Botschafter Israels in Deutschland, Seine Exzellenz Shimon Stein. Die Gäste weilen auf Einladung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Magdeburgs in der Elbestadt.

1965 nahmen Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen auf. Das schwierige Verhältnis beider Völker zueinander konnte insbesondere durch das Wirken der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und durch engagierte Diplomaten auf beiden Seiten bürgerschaftlich gestaltet werden. Viele Kontakte zwischen den Menschen beider Länder prägen heute den Austausch. 40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind deshalb auch Thema des Podiumsgespräches im Palais am Fürstenwall, das durch die hochrangigen Gäste gestaltet wird. Vor dem Gespräch empfing Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die Herren im Neuen Rathaus. Zur Eintragung in das Gästebuch würdigte der OB das Engagement für eine Verständigung der beiden Völker.

"Der offene, ehrliche und manchmal auch schonungslose Umgang mit der Geschichte dieses Jahrhunderts, insbesondere mit der Geschichte des Holocausts, ist für Juden wie Deutsche schwierig. Es ist wichtig, gerade dieses Kapitel nicht zu verdrängen, sondern die Erinnerung wachzuhalten. Dabei helfen auch die zahlreichen Verbindungen zwischen Deutschland und Israel, die über die politischen Beziehungen hinaus reichen" so Magdeburgs Oberbürgermeister.

Otto von der Gablentz, geboren am 9. Oktober 1930 in Berlin, war von 1990 bis 1993 Botschafter der BRD in Israel. Er repräsentierte als erster Botschafter in Israel das wiedervereinigte Deutschland. Zu seinen diplomatischen Diensten zählten darüber hinaus die Arbeit als Botschafter in Den Haag und Moskau.

Der ehemalige Rektor des Europakollegs in Brügge und Natolin (Warschau) ist zurzeit in verschiedenen Ehrenämtern tätig. Er gehört unter anderem dem Bergedorfer Gesprächskreis und der Körber-Stiftung an und ist geschäftsführender Vorsitzender der "Europa Nostra".

 

Shimon Stein, der israelischen Botschafter in Deutschland, wurde 1948 als Kind österreichisch-ungarischer Emigranten in Israel geboren. Er studierte moderne Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem. 1974 trat er in den diplomatischen Dienst ein. Bis 1980 war er am Zentrum für Politikforschung des Außenministerium tätig. Seine Arbeiten in Botschaften führten ihn 1980 bis 1985 als israelischer Botschaftsrat für politische Angelegenheiten nach Bonn, 1985 bis 1988 als stellv. Abteilungsleiter der Nord-Amerika-Abteilung in das Außenministerium zurück nach Jerusalem, wo er ab 1986 im Büro des Staatssekretärs tätig war. 1988 bis 1993 war er Gesandter Botschafter Israels in Washington, 1993 bis 1997 Gesandter Direktor der Abteilung Waffenkontrolle und Abrüstung im Außenministerium und ab 1998 in der Abteilung GUS-Staaten. Seit 2001 ist Shimon Stein israelischer Botschafter in Deutschland. Er besuchte die Landeshauptstadt Magdeburg am 11. Juni 2001, wo er sich bereits in das Goldene Buch der Stadt eintrug.

In das seit dem Jahr 2002 existierende Gästebuch tragen sich repräsentative Besucher der Stadt wie Diplomaten, Wirtschaftsvertreter ein sowie hochrangige Gäste, die bereits im Goldenen Buch der Stadt verewigt sind und Magdeburg zum wiederholten Mal besuchen.

Eine Podiumsdiskussion thematisiert am Abend in Magdeburg das Verhältnis zwischen Deutschland und Israel. An dem Gespräch nimmt auch der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Prof. Manfred Lahnstein teil, der sich im Palais am Fürstenwall in das Gästebuch der Stadt eintragen wird.

Manfred Lahnstein, geboren am 20. Dezember 1937, ist im Ehrenamt Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und Kuratoriumsvorsitzender der ZEIT-Stiftung.

Der Professor für Kulturelles Management an der Hamburger Akademie für Theater und Musik war seit 1980 in zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Ämtern für die SPD tätig. Unter anderem wirkte Lahnstein von 1967 bis 1973 als Kabinettschef bei der EG Kommission in Brüssel, als Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen in Bonn, von 1980 bis 1982 als Kanzleramtschef unter Bundeskanzler Helmut Schmidt und 1982 für ein paar Monate als Bundesminister der Finanzen.

Zu seinen wirtschaftlichen Tätigkeiten gehörten 1983- 1994 die Mitgliedschaft im Vorstand bei Bertelsmann, die Leitung des Bertelsmann-Unternehmensbereiches "Elektronische Medien" und seit 1994 die Arbeit im Aufsichtsrat des Konzerns. Lahnstein veröffentlichte mehrere Bücher, ist Chairman of the Board der Universität Haifa (Israel) und erhielt das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.



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