Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 01. April 2005
Zeitzeugen und Filme schildern Magdeburg im Frühjahr 1945
"Als der Krieg zu Ende ging" am 17. April im Opernhaus

Magdeburg.

Mit der Gedenkveranstaltung "Als der Krieg zu Ende ging - Magdeburg im Frühjahr 1945" am 17. April 2005 um 10 Uhr im Opernhaus erinnert die Landeshauptstadt Magdeburg an das Kriegsende vor 60 Jahren. Am 18. April 1945 zogen hier die amerikanischen Truppen ein.

Nach einer Gedenkansprache von OB Dr. Lutz Trümper wird in der Veranstaltung erstmals umfangreiches, wieder entdecktes Original-Filmmaterial der amerikanischen Armee gezeigt. In der anschließenden Podiumsdiskussion kommen mit den Amerikanern Tony Vaccaro, Ernest Kan und Frank Towers sowie den Magdeburgern Herbert Rasenberger und W. Gehrmann fünf Zeitzeugen mit ihren Erlebnisse aus jenen dramatischen Apriltagen zu Wort.

Das historische Filmmaterial wurde von US-Frontkameraleuten gedreht, war nie für die Öffentlichkeit bestimmt und lag im Nationalarchiv Washington, wo es gemäß dem amerikanischen Archivgesetz 50 Jahre lang gesperrt war. Die Filmbilder zeigen den Beschuss Magdeburgs am 17. April 1945, den Einmarsch der Amerikaner am 18. April, die letzten Kämpfe in der kriegszerstörten Stadt und den Alltag unter amerikanischer und englischer Besatzung bis hin zur Parade anlässlich der Übergabe Magdeburgs an die Sowjetarmee am 1. Juli 1945.

Die Streifen dokumentieren die Bombenschäden, setzen die Flüchtlingsströme befreiter Zwangsarbeiter und das Heraussuchen von SS-Angehörigen aus den überfüllten Zügen auf dem Magdeburger Hauptbahnhof ins Bild. Weitere Aufnahmen wurden im Auftrag des damaligen militärischen Geheimdienstes der Amerikaner gedreht, so die Dokumentation von Strahltriebwerken auf dem Gelände der Magdeburger Junkers-Werke oder der zerstörten BRABAG-Anlagen in Rothensee, wo mit damaliger Spitzentechnologie Benzin aus heimischer Braunkohle hergestellt wurde. Auch der Abtransport von 120 Tonnen reinen Silbers aus dem Tieftresor der ehemaligen Reichsbank am Domplatz, heute Interimsspielstätte des schauspiels magdeburg, ist zu sehen.

 

 

Die zeitgeschichtliche Einführung für die Gedenkveranstaltung gibt der Historiker Prof. Dr. Matthias Tullner von der Otto-von-Guericke-Universität. Da das alte Filmmaterial keine Tonspur hat, also "stumm" ist, übernimmt der Magdeburger Zeitzeuge und Dokumentarfilmer W. Gehrmann die begleitenden Erläuterungen zur räumlichen und zeitlichen Orientierung. Dass die Filme jetzt in aufgearbeiteter und kommentierter Form mit der Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt an die Öffentlichkeit gelangen, ist einer gemeinsamen Initiative des Offenen Kanals Magdeburg e.V., des Geschichtsvereins für Magdeburg und Umland e.V., des ARTist! e.V. und des Büros 12hundert zu verdanken. Die Bearbeitung und Projektion auf die Großleinwand im Opernhaus wird vom MDR-Landesfunkhaus Magdeburg und der Media Communications Systems Sachsen-Anhalt GmbH (MCS) übernommen. Eingespielt in der Veranstaltung wird auch ein MDR-Porträt des amerikanischen Frontfotografen Tony Vaccaro. Er äußert sich, wie auch der einstige jüdische Zwangsarbeiter Ernest Kan, als Zeitzeuge im CD- und DVD-Projekt "Stunde Null - Kriegsende in Sachsen-Anhalt", das in Kooperation des MDR-Landesfunkhauses mit der Landeszentrale für Politische Bildung entstand.

 

Info: Die etwa dreistündige Veranstaltung beginnt um 10 Uhr. Eintritt frei. Aufgrund der großen Nachfrage wird um Kartenreservierung gebeten; Telefon (0391) 540 64 44 oder 540 6555 oder 540 63 63



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