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Magdeburg, 15. April 2005
"Nur die stete Auseinandersetzung mit den historischen Begebenheiten kann Vergessen verhindern."
OB Trümper zum Kriegsende in Magdeburg vor 60 Jahren.

Magdeburg.

Es waren Frühlingstage wie heute. Menschliches Elend, Barbarei und das Hoffen auf ein Ende, auf eine Befreiung und die Angst vor dem "Was dann?" lagen dicht beieinander. Magdeburg im Frühjahr 1945. Am 17. April erreichten amerikanische Truppen die Stadt. Der Krieg war zu Ende.

"Für die Menschen war das eine außerordentlich schwierige Situation", versucht Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, die Stimmung in der Stadt zu beschreiben. "Die verheerenden Zerstörungen, die mangelhafte Versorgung, das Gefühl der Niederlage, die Sorge vor der Zukunft - dass die Magdeburger, und insbesondere die Magdeburgerinnen sich dennoch aufmachten und die Kraft fanden, ihre Stadt wieder aufzubauen und das Leben neu zu organisieren, nötigt Achtung und Respekt ab. Als Nachgeborene sind wir ihnen zu Dank verpflichtet."

Die Erinnerung daran darf nicht abreißen. "Die historische Betrachtung muss sachlich und wahrhaftig bleiben", so OB Dr. Trümper anlässlich des Kriegsendes vor 60 Jahren. "Wir sind es den 60 Millionen Opfern dieses Krieges und den nachfolgenden Generationen schuldig."

Auch 60 Jahre nach dem Kriegsende prägen damalige Ereignisse das kollektive Bewusstsein. Militärische Operationen, das Denken der Mächtigen, das Leid der Zivilisten und Soldaten, die Schicksale Verfolgter, Deportierter, Gequälter und Ermordeter - all das wurde Gegenstand des historischen Interesses auf der einen und des Gedenkens und Erinnerns auf der anderen Seite.

Aus historischen Quellen und Zeitzeugenberichten entsteht ein faszinierendes und gleichzeitig auch bedrückendes Bild über den Krieg. Neuere wissenschaftliche Forschungen und die Freigabe bisher gesperrter historischer Filmaufnahmen ermöglichen auch in Magdeburg eine differenziertere Sicht auf die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg.

Magdeburg hat sich nach 1990 intensiv mit diesem Kapitel seiner Geschichte auseinander gesetzt. Forschungsprojekte zu den KZ-Außenlagern "Magda" in Rothensee und "Polte" in der Karl-Liebknecht-Straße gehören dazu ebenso wie die öffentliche Erinnerung an das Schicksal der Magdeburger Juden sowie der Sinti und Roma.

"Es gibt nicht mehr viele Zeitzeugen, die über die Ereignisse vor 60 Jahren aus eigenem Erleben berichten können", weiß Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. "Deshalb finde ich es sehr ermutigend, dass viele Jugendliche sich mit dieser Zeit auseinandersetzen. Sie sind es, die die Erinnerung wach halten und in die Zukunft tragen müssen, damit Krieg und Zerstörung, Verfolgung und Mord sich nicht wiederholen."



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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39104 Magdeburg
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