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Magdeburg, 04. Mai 2005
Gert Hof inszeniert "Magdeburger Himmelssinfonie"
Stadtjubiläum Magdeburg 12hundert:

Magdeburg.

Am kommenden Samstag wird Magdeburgs Domumfeld zum Schauplatz eines einmaligen Ereignisses: Gert Hof inszeniert die "Magdeburger Himmelssinfonie". Der weltweit gefeierte Lichtkünstler hat u.a. die Millenium-Events zum Start ins neue Jahrtausend in Berlin (31.12.1999) und auf der Akropolis in Athen (1. Jan. 2000) gestaltet. In Sachsen-Anhalt hat er im Juli 2000 - anlässlich der EXPO - Ferropolis illuminiert. Budapest, Peking, Moskau, Atlantic City sind weitere Plätze, an denen Gert Hof seine faszinierenden "Lichtspiele" inszenierte.

Der Stadt Magdeburg ist Gert Hof in besonderer Weise verbunden, da seine Frau Ina aus Magdeburg stammt seine Schwiegereltern hier leben.

Die verwendete Musik zum Feuerwerk "Magdeburger Himmelssinfonie" soll sowohl die geschichtlich alte Stadt ehren - dazu setzt der Künstler Musik des in Magdeburg geborenen Komponisten Georg Philipp Telemann ein. Daneben soll die neuere Musik, die Hof für eine Inszenierung verwendet, den vollzogenen Wandel der Stadt zum Ausdruck bringen. Das Feuerwerk symbolisiert die "leuchtende", aufstrebende Kulturstadt Magdeburg.

 

Hinweise für Medienvertreter und Besucher:

Beginn der "Magdeburger Himmelssinfonie" um 21.55 Uhr.

Damit alle Magdeburger und ihre Gäste, die nicht live auf dem Domplatz dabei sind, zum weithin sichtbaren, 15-minütigen Feuerwerk auch den akustischen Genuss haben, überträgt MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT auf seiner UKW-Frequenz 96,1 MHz für Magdeburg und Umgebung ab 21.55 Uhr die Musik des Feuerwerks live.

Das zentrale MDR-Fernsehen zeichnet mit einer Vielzahl von Kameras die "Magdeburger Himmelssinfonie" auf und überträgt 5 Minuten des Feuerwerks - europaweit - um 22 Uhr und um 0 Uhr zeitversetzt in voller Länge.

 

 

Gert Hof über seine Inszenierung "Magdeburger Himmelssinfonie":

"Es sind Geschichten aus Feuer, die ich hoch am Himmel erzählen will. Ein Theater schaffen im unerreichbaren Universum, eine Bühne für Hunderttausende von Menschen, fern jeglichen Mittelmaßes und jeglicher Mauern, eine Schule des Staunens.

Haltestellen aus Feuer in der Kuppel des Himmelsdom, wo die Feuerschiffe vor Anker liegen, bereit für eine magische Reise in die ferne Landschaft der Nacht. Meine Mannschaft steht bereit: Shakespeare, der König der Tragöden, Caravaggio, der mit dem Messer malte, El Lissitzky, der auf dem Wolkenbügel wanderte, David Lynch der Meister des Dunklen, Tatlin, der Zar der Konstruktivisten, Majakowski, der lyrische Revolutionär und Fritz Lang, der Kardinal von Metropolis.

Es sind die Achttausender des Himmels, die Nordwände der Nacht, die ich mit der Kraft der Feuerkunst erobern will. Eine Expedition in eine unentdeckte Welt. Es geht mir um die Herausforderung, am Limit zu operieren, an der Grenze zu einer anderen Welt, im Sauerstoffzylinder des unendlichen Universums. Die Unendlichkeit für Momente mit Feuer in Narkose zu versetzen. Ein Tuch aus Feuer über die erstarrte Nacht auszubreiten, eine Axt aus Feuermonumenten in die Felsen der Dunkelheit zu schlagen, einen Sturm, einen Sonnenaufgang mitten im Auge der Nacht zu erschaffen. Nur so kann es möglich sein, in die Nähe der Götter zu kommen, um sie den Menschen etwas näher zu bringen - einen Wolkenbügel aus Feuer zu schaffen.

Ich stelle mir eine Architektur vor, gebaut aus Feuer. Eine Berührung mit der Haut des Himmels im Schatten des Mondes. Ich will, hoch oben an den erstarrten Basalt der Nacht, Briefe aus Feuer schreiben, lesbar für Hunderttausende. Ich will in der absoluten Stille und Unberührtheit einen weiten Raum aus Feuer schaffen, einen Ort, grenzenlos weit, offen für die Sehnsüchte, Träume und Fantasien der Menschen.

Meine Tage- und Nachtbücher schreibe ich mit Feuerflaggen an den Himmel gegen die Vergesslichkeit der Feuerkunst, gegen die letzte Zuflucht im verwunschenen Abendland der Nacht, wo die Hoffnung in der Trauer der Ewigkeit endet.

Ich will sie finden, die Reiter des Königs, die auszogen gegen das Novemberlicht zu den Ufern der Dämmerung. Sie ritten mit Feuersegeln gegen den Sturm der Sterne.

Wo sind sie, die letzten Konquistadoren, die den Himmel erobern wollten auf der Suche nach dem Geschmack des Feuers, das die Wunder fühlbar macht?

Ferne Heimat in der Stunde der Dunkelheit, durchkreuzt von einem Handschuh aus Feuer. Als wenn der Himmel Fieber hat, ziehen hoch oben schwere Lokomotiven aus Feuer eine Grenze aus Schatten und Zukunft, hier ist keine Zeit für Tangolieder von Carlos Gardell. Dort, wo der Sturm seine Ketten zerreißt, die Sterne mit dem Schatten des Feuers bewachsen sind und die Uhrzeiger aus Glut sind. Nur hier kann man die Sprache und den Atem des Feuers hören und das Kursbuch des Himmels neu schreiben.

Ich hoffe, dass es irgendwann die Engel der Feuerkunst schneien wird für meinen neunjährigen Sohn Wanja, für alle Kinder, für alle, die das Staunen nicht verlernt haben."

 



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Stadt Magdeburg
Frau Dr. Cornelia Poenicke
Büro des Oberbürgermeisters
Teamleiter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgeranliegen, Pressesprecherin
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