Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 13. Mai 2005

Projekt „Seeadler“ – Schnellboot kommt nach Hause

Förderverein Museums-Schnellboot e.V. zu Gast bei der Marinekameradschaft Bocholt e.V. / Neuer S68 „Seeadler“ soll in Tunis verschrottet werden

Bocholt (pd).

„Wir wollen ein Schnellboot vom Typ „Jaguar“ für das Deutsche Marinemuseum in Wilhelmshaven“ – so lautet die Aufforderung auf dem Flyer „Projekt Seeadler“ des Fördervereins Museums-Schnellboot e.V..

Dieser Verein präsentierte der hiesigen Öffentlichkeit am Freitag, 13 Mai 2005, sein Projekt im Hotel-Restaurant „Am Erzengel“ auf Einladung der Marinekameradschaft Bocholt e.V.. Neben Vertretern des Fördervereins und zahlreichen Mitgliedern der Marinekameradschaft war auch die stellvertretende Bürgermeisterin Ilse Tekampe Gast dieses Abends.

 

Zur Eröffnung sang der Shanty-Chor der Marinekameradschaft das „Seeadler“-Lied. Anschließend begrüßte der Vorsitzende der Marinekameradschaft, Reinhard Kempka die zahlreichen Gäste. Die stellvertretende Bürgermeisterin Ilse Tekampe berichtete vom Ende der Patenschaft zum derzeitigen Schnellboot S68 „Seeadler“ im September diesen Jahres. Ende 2004 erreichte die Stadt Bocholt die Nachricht, dass die Marine den jetzigen „Seeadler“ ausmustern wird. Die Bemühungen der Stadt, so Tekampe weiter, ein neues Patenschiff zu bekommen, verliefen im Sande. „Es gibt wesentlich mehr Nachfragen als Neubauten – kurz: die Aussichten sind schlecht!“, berichtete sie zum Stand, ein neues Patenschiff für Bocholt zu bekommen. Gleichzeitig würdigte sie das herausragende Engagement der Marinekameradschaft in den vergangenen 38 Jahren der Patenschaft. „Die Crew wurde bestens von Ihnen betreut“, so Tekampe dankend zu den Marinekameraden.

 

Im Anschluss stellte Karl Scheuch, Vorsitzender des Fördervereins, in einer beeindruckenden Präsentation die Vereinsziele zum „Projekt Seeadler“ vor. „Wir möchten „Seeadler“ als ein Stück der Traditionspflege für über 90 Jahre Einsatz von Schnellbooten in den deutschen Marinen erhalten.“, so Scheuch, der als Kommandant des Schwesternschiffs „Kranich“ mit den Schnellbooten gut vertraut ist. Dazu gehört, dass der Verein sich für die Beschaffung von „Esperos“ (ex-„Seeadler“ - 1958-1976) und die Überführung nach Wilhelmshaven einsetzt. Das Bundesverteidigungsministerium hat für dieses Projekt seine Unterstützung signalisiert. Sofern die Entscheidung am 26. Juni 2005 in Griechenland positiv für den Förderverein ausfällt, nämlich das der Verein erstens das Schnellboot bekommt und zweitens keine Bezahlung für das Boot erfolgt, kann die Überführung des „Seeadlers“ über die Donau, den Rhein sowie die Nordsee, in die Heimat durchgeführt werden. Die Kosten belaufen sich für Kanalgebühren, Treibstoff, Personal- und Versicherungskosten etc. auf rd. 60.000 Euro. Aus zugesagten Spenden- und Sponsorengeldern sowie Vereinsbeiträgen hat der Verein schon rd. 24.000 Euro zusammen getragen. Für den Restbetrag von 36.000 Euro werden noch dringend weitere Gelder gesucht.

 

Auf die Frage, was sein würde, wenn es nicht gelingt, den alten „Seeadler“ zurückzuführen, antwortete Scheuch, dass er sich durchaus auch vorstellen könnte, den jetzigen S68 „Seeadler“ in das Marinemuseum zu überführen. Betroffen mussten die Anwesenden zur Kenntnis nehmen, dass das Patenschiff der Stadt Bocholt nach seiner Außerdienststellung im September 2005 nach Tunis überführt wird, um dort abgetakelt und verschrottet zu werden.

 

„Der Seeadler darf nicht sterben!“ – diesen Appell richtete Scheuch an die Anwesenden und gab gleichzeitig einen Ausblick auf die weitere Entwicklung des Projektes, sobald Griechenland das Schnellboot voraussichtlich wieder an Deutschland zurückgeben wird. Nach der Überführung soll das Boot zur musealen Nutzung in das Deutsche Marinemuseum. Gleichzeitig übernimmt der Förderverein die Patenschaft über das Boot „Seeadler“ und wird zum Unterhalt des Sammlungsstückes beitragen. Neben der Förderung wissenschaftlicher und technischer Studien soll das Boot selbstverständlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und damit als seefahrt- und technikgeschichtliches Denkmal der Nachwelt erhalten bleiben.

 

Der Wunsch des Fördervereins Museums-Schnellboot e.V. an die Stadt Bocholt, ebenfalls die Patenschaft zu übernehmen, war in der letzten Sitzung des Arbeitskreises Städtepartnerschaften am 10. Mai 2005 abgelehnt worden. Die stellvertretende Bürgermeisterin machte jedoch an diesem Abend deutlich, dass die Stadt Bocholt die Marinekameradschaft für ihr jahrzehntelanges Engagement für einzelne Projekte auch künftig unterstützen wird. „Ich lade Sie ein“, so Tekampe zur Marinekameradschaft, „in einer der nächsten Sitzungen über Ihre Anliegen zu berichten. Sie haben so viel geleistet und ich bin sicher, dass wir Sie in einer guten Form unterstützen können.“ Eine erste Form, so konnte sich die stellvertretende Bürgermeisterin vorstellen, wäre die Unterstützung bei einem Festakt zur Inbetriebnahme des „Seeadlers“ im Deutschen Marinemuseum

 

Erste Unterstützung durch die Marinekameradschaft erfuhr der Förderverein in Form einer Spende für die Rückführung des „Seeadlers“. Als Dank überreichte Scheuch ein Poster vom Marinemaler Jochen Sachse, das eindrucksvoll ein Schnellboot auf hoher See zeigt.

 

Diese und weitere Informationen zum Bocholter Patenschiff S68 "Seeadler" finden Sie auch auf der Internetseite www.bocholt.de.

 

 


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Schnellboot S 68 Seeadler
Das Schnellboot S 68 Seeadler ist seit 1968 das Patenschiff der Stadt Bocholt

Im Seeadler
Staunende Blicke im Maschinenraum des Seeadler.

7. Schnellbootgeschwader
In der Hohen Düne in Warnemünde liegt das 7. Schnellbootgeschwader mit dem "Seeadler"