Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 
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Magdeburg, 23. Mai 2005
"Entscheidung der Bahn AG ist wirtschaftsfeindlich!"
OB Trümper protestiert gegen Abkopplung vom ICE

Magdeburg.

 

 

 

 

 

 

In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Deutsche Bahn AG, Hartmut Mehdorn hat Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper gegen die Abkopplung der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts vom ICE-Netz der Deutschen Bahn protestiert. Ab dem 12. Juni 2005 - so die Pläne der Bahn AG - soll in Magdeburg endgültig kein ICE mehr halten.

"Die Entscheidung der Deutschen Bahn AG, die Landeshauptstadt Magdeburg ab 12. Juni 2005 komplett vom ICE-Netz der Bundesrepublik Deutschland abzukoppeln, habe ich mit völligem Unverständnis aufgenommen. Kritisch haben sich auch die Landesregierung, Wirtschaftsvereinigungen und nicht zuletzt Bahnkunden selbst zu dieser verkehrspolitischen Entscheidung mit erheblicher Tragweite für Magdeburg und das Bundesland Sachsen-Anhalt geäußert", heißt es in dem Schreiben an Bahn-Chef Mehdorn.

"Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde entgegen vielen Forderungen seitens der Bahn am Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Wolfsburg-Stendal-Berlin festgehalten. Bereits zum damaligen Zeitpunkt geäußerte Befürchtungen, die Landeshauptstadt Magdeburg könnte perspektivisch vom ICE-Netz abgekoppelt werden, wurden von der Deutschen Bahn zunächst vehement bestritten und dann über Jahre hinweg zu der nun offensichtlich endgültigen Tatsache gemacht. Als Landeshauptstadt nicht mehr in das ICE-Netz eingebunden zu sein, ist ein verheerendes Signal an die Wirtschaft und ein schwerwiegender Imageschaden für den Standort und die Region Magdeburg."

Das Argument der Bahn, die Auslastung der bisher eingesetzten Züge läge bei ca. 12 Prozent, ist für OB Trümper angesichts der stückweisen Ausdünnung der ICE-Anfahrten Magdeburgs bis hin zu völligen Abschaffung der Züge nicht stichhaltig. "Wenn Fahrgäste über Jahre zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich die Zuganbindungen stetig verschlechtern, ist es nicht verwunderlich, dass sich die Nachfrage drastisch verschlechtert hat. Angesichts der vielfältigen wirtschaftlichen Probleme, die in den ostdeutschen Bundesländern herrschen, sind die Verkehrsanbindungen als Teil der Wirtschaftsinfrastruktur von substantieller Bedeutung."

 

In einem weiteren Schreiben hat Magdeburgs Oberbürgermeister den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Wolfgang Böhmer, gebeten, auch aus Landessicht bei der Deutschen Bahn AG das Fortbestehen der ICE-Anbindung für Magdeburg einzufordern. In diesem Zusammenhang begrüßte das Stadtoberhaupt, dass nach Bekanntwerden der Absichten der Deutschen Bahn AG Sachsen-Anhalts Bauminister, Dr. Karl-Heinz Daehre, seinerseits Bemühungen angekündigt hat, die Entscheidung zu revidieren.

Bahn-Chef Mehdorn fordert Ob Trümper auf, die Entscheidung der Deutschen Bahn AG, nach der die Landeshauptstadt Magdeburg nun endgültig vom ICE-Netz abgekoppelt werden soll, nochmals zu prüfen. "Dabei bitte ich zu überdenken, ob nicht langfristig auch für die Deutsche Bahn AG Vorteile entstehen, wenn die Landeshauptstadt Magdeburg und ihre Region an diese für Großstädte und Ballungsräume selbstverständlichen Verkehrsanbindung angeschlossen bleibt."



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Stadt Magdeburg
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Büro des Oberbürgermeisters
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