Sprachförderung

08.06.2005 | Herten

Kinder und Eltern lernen in einer Schule

Im Rahmen des gesamtstädtischen Projektes zur Sprachförderung - Sprachkompetenzzentrum Herten - wird an verschiedenen Grundschulen in Herten für Kinder ein halbes Jahr vor ihrer Einschulung eine Sprachförderung angeboten. Die Kinder wurden zur Grundschule angemeldet, verfügen aber über keine ausreichenden Deutschkenntnisse. Ziel der Sprachförderung ist es, den Kindern den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule sprachlich zu erleichtern. Die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder sollen so erweitert und vertieft werden, dass sie bei Schulantritt dem Unterricht der 1. Klasse problemlos folgen können. Um Eltern mit in die Sprachförderung ihrer Kinder einzubeziehen, finden zeitgleich zur Sprachfördergruppe der Kinder einmal wöchentlich auch Elterngruppen statt. Die Arbeit in den Elterngruppen knüpft eng an die Deutsch-Frühförderung der Kinder an. Gerade Kinder, die als Zweitsprache Deutsch erlernen, haben oft große Probleme und benötigen zusätzlich zur Deutsch-Frühförderung auch die Hilfe ihrer Eltern. Jedoch: Eltern wissen häufig nicht, wie sie dies leisten sollen. An diesem Punkt setzt die Elterngruppenarbeit an. Zum Beispiel die Sprachfördergruppe in der Grundschule In der Feige. Bei der Anmeldung zur Einschulung wird der Sprachstand ermittelt. Kindern, die dabei mit ihren mangelnden Deutschkenntnissen auffallen, wird ein halbes Jahr Zeit zum Aufholen gegeben: In Sprachkursen in ihrer künftigen Grundschule erweitern die Vorschüler dreimal in der Woche ihren Wortschatz. Dabei lernen sie, das ist zum Beispiel für Kinder mit türkischer Muttersprache sehr schwierig, die bestimmten Artikel zu beherrschen. Zwei Gruppen mit zwölf bis 15 Kindern arbeiten bis zu den Sommerferien an der Grundschule In der Feige. Jutta Molke führt den Sprachunterricht durch. Sie wurde wie andere Erzieherinnen oder Grundschullehrerinnen für die Sprachförderung qualifiziert. Alle Sprachfördergruppen arbeiten mit dem gleichen Konzept und gleichen Materialien. Gleichzeitig sitzen ein Stockwerk höher in der Feigeschule die Mütter zusammen mit Martina Litz vom Haus der Kulturen, die für die Elternarbeit zuständig ist. Während ihre Kinder Deutsch lernen, erfahren die Frauen, wie sie ihre Kinder zu Hause spielerisch dabei unterstützen können. Die Materialien dazu werden vorgestellt und sie können sie auch mitnehmen. Außerdem können sich Eltern untereinander austauschen, Fragen des Schulalltages und Erziehungsfragen stellen und sich mit den anderen Eltern und den Pädagoginnen besprechen. Die Elterngruppenarbeit läuft einmal in der Woche parallel zum Förderunterricht für die Vorschüler. Die Elterngruppen werden laut Susanne Schulte-Hullern, Leiterin der Feigeschule, sehr gut angenommen. Die Förderung zeigt Wirkung, was die LehrerInnen der ersten Klassen bestätigen können. Sie merken sofort, ob die eingeschulten Kinder an der Sprachförderung teilgenommen haben. Die Kinder verfügen dabei in der Regel nicht nur über einen besseren Wortschatz, sondern auch über mehr Selbstbewusstsein. Um Eltern mit in die Sprachförderung ihrer Kinder einzubeziehen, bietet die Stadt Herten in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen einmal wöchentlich Elterngruppen an der Goetheschule (1x), der Grundschule ´In der Feige` (3x), der Augustaschule (1x) und der Elisabethschule (2x), sowie an der Moschee an der Feldstraße (1x) an. Die Elterngruppen in den Grundschulen finden größtenteils seit Februar 2005 statt und richten sich an Eltern von Kindern, die im Herbst 2005 eingeschult werden. Das Angebot in der Moschee und eine der Gruppen, die in der Grundschule ´In der Feige` stattfindet, richtet sich an Mütter, deren Kinder einen Kindergarten besuchen bzw. noch keinen Kindergartenplatz bekommen haben. Als Ansprechpartnerinnen stehen Frau Sabine Pommerin von der Stadt Herten (Telefon: 02366/303-441) sowie Frau Annelie Rutecki und Frau Martina Litz vom Haus der Kulturen (02366/1807-15) zur Verfügung.

Pressekontakt: Ralf Angrick, Fachbereich Schule und Jugend, Telefon: 02366/303-629